Giovanni Pesaro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Giovanni Pesaro

Giovanni Pesaro (* 1. September 1589; † 30. September 1659 in Venedig) war der 103. Doge von Venedig. Er regierte von 1658 bis 1659.

Familie[Bearbeiten]

Die Pesaro kamen ursprünglich aus der gleichnamigen Stadt an der Adria. Sie sind erst seit dem 14. Jahrhundert in Venedig nachgewiesen. Berühmtes Mitglied der Familie war der Bischof und Kommandant der päpstlichen Flotte Jacopo Pesaro, der die Türken in der Schlacht von Santa Maura im Jahre 1502 besiegt hatte.

Leben[Bearbeiten]

Giovanni Pesaro hatte vor seiner Wahl eine Reihe hoher Ämter bekleidet, er war Botschafter am Vatikan, Savio und Prokurator. Sein Ansehen in der Stadt hatte jedoch wegen eines Prozesses gelitten, in dem er wegen seiner militärischen Unfähigkeit während des Castrokrieges angeklagt worden war. Er war zwar freigesprochen worden, sein Ruf blieb jedoch beschädigt. Der Lebenswandel seines Bruders, der mehrmals aus der Stadt und schließlich aus der Republik verbannt worden war, trug ebenfalls zum negativen Ruf der Familie bei. Bei den vorhergehenden Wahlen war er dann auch mehrmals unterlegen, möglicherweise auch wegen seiner propäpstlichen Einstellung.

Pesaro, der den Bau des Palastes Ca’ Pesaro begann, war jüngster von drei Söhnen des Vettore Pesaro und der Elena Soranzo. Seine Ehe mit Lucia Barbarigo, Schwester des Prokurators von San Marco Giovanni Barbarigo, blieb ohne Nachfahren.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Pesaro wurde am 8. April 1658 im Alter von 68 Jahren trotz seiner Erkrankung an Malaria in das Dogenamt gewählt, als sich die Republik in katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnissen befand. Durch die kontinuierliche Verlagerung der Handelswege war Venedig in eine wirtschaftliche Randlage geraten, der Handel warf kaum noch Gewinne ab. Der andauernde Krieg mit den Türken kostete den Staat viele Menschenleben und Unsummen an Geld. Durch die uneinsichtige Politik der Republik, die unter seinem Vorgänger Valier ein Friedensangebot des Sultans hochmütig abgelehnt hatte, wurde die Lage für das durch die jahrelangen Kriege und durch die Misswirtschaft der venezianischen Verwaltung erschöpfte Kreta, das letzte Relikt der ehemals so glanzvollen Seerepublik Venedig, immer bedrohlicher.

Grabmal[Bearbeiten]

Das Grabmal für Giovanni Pesaro befindet sich in der Frari-Kirche. Für sein Grabmal hatte er seinem Testament 12 000 Dukaten hinterlassen. Das riesige, zwei Stockwerke hohe Grabmal wurde von 1665 bis 1669 errichtet. Es stammt von Baldassare Longhena, die Skulpturen sind von Giusto Le Court, Michele Fabris, Melchior Barthel und Francesco Cavrioli.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983.
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Düsseldorf 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giovanni Pesaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Bertuccio Valier Doge von Venedig
16581659
Domenico II. Contarini