Carlo Carafa della Spina

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Carlo Carafa della Spina (* 21. oder 22. April 1611 in Rom; † 20. Oktober 1680 in Rom) war Bischof von Aversa, Kardinal und Apostolischer Nuntius.

Carlo Carafa della Spina

Familie[Bearbeiten]

Er entstammte dem italienischen Adelsgeschlecht Carafa. Er war zweiter Sohn von Girolamo Carafa, Marchese von Castelvetere und der Mutter Diana Vittori Borghese. Diese war eine Nichte von Paul V. Er war Neffe des Bischofs Carlo Carafa. Ein Bruder war der spätere Kardinal Fortunato Ilario Carafa della Spina. Ein weiterer Bruder war der spätere Großmeister des Malteserordens Gregorio Carafa.

Leben[Bearbeiten]

Er besuchte das Seminar in Rom und promovierte zum Doktor beider Rechte. Er war Mitglied im Theatinerorden. Carafa arbeitete im päpstlichen Justizwesen unter anderem in der Apostolische Signatur und war Vizelegat in Bologna.

Im Jahr 1644 folgte er seinem gleichnamigen Onkel als Bischof von Aversa nach. Zwischen 1653 und 1654 war er Nuntius in Luzern. Er vermittelte im Schweizer Bauernkrieg zwischen streitenden Gruppen in der Stadt Luzern. Er hat dazu beigetragen, dass die Landpfarrer nicht vor weltlichen Gerichten verurteilt wurden. Er visitierte 1654 das Bistum Chur und verhinderte den Verkauf von Kirchenbesitz durch den Bischof an die Stadt. Im Konflikt um die Wiederherstellung des Klosters Reichenau trat er auf die Seite des Bischofs von Konstanz. Danach war er kurze Zeit Nuntius in Venedig. Im Jahr 1658 wechselte er nach Wien. Diesen Posten behielt er bis 1664.

Im Jahr 1664 wurde er zum Kardinallegat von Bologna ernannt. Er nahm am Konklave von 1667 teil, aus dem Clemens IX. hervorging. Ebenso nahm er 1669-1670 an der Wahl von Clemens X. teil. Auch am Konklave von 1676, auf dem Innozenz XI. gewählt wurde, nahm er teil. Er war Camerlengo von 1676 bis 1678.

Literatur[Bearbeiten]

  • Urban Fink: Carafa, Carlo (della Spina) In: Historisches Lexikon der Schweiz Onlineversion

Weblinks[Bearbeiten]