Giuseppe Vita

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Giuseppe Vita (* 28. April 1935 in Favara, Sizilien) ist ein italienischer Manager. Er war bis 2001 Vorstandsvorsitzender des Berliner Pharmaunternehmens Schering, bis 2006 dessen Aufsichtsratsvorsitzender und er ist seit 2002 Aufsichtsratsvorsitzender der Axel Springer SE. Seit Mai 2012 ist er zusätzlich Vorsitzender des Verwaltungsrats der italienischen UniCredit SpA, dessen Tochter UniCredit Bank AG - bekannt unter der Marke „Hypovereinsbank“ (HVB) - in Deutschland aktiv ist. [1]

Herkunft, Familie[Bearbeiten]

Giuseppe Vita ist aufgewachsen auf einem Landgut auf Sizilien mit 14 Geschwistern. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt zwischen Berlin-Tiergarten, Engadin Schweiz und Mailand. [2] [3] [4]

Ausbildung[Bearbeiten]

Nach dem Abitur im Jahr 1953 studierte Vita Medizin in Catania und Rom. Nach der Promotion (1959, summa cum laude) und dem Staatsexamen als Arzt (1960), erhielt er 1961 seine Anerkennung als Facharzt für Radiologie. Mit dem Ziel, seinem Bruder nach New York zu folgen, verließ er Italien und begann 1962 als Assistent am Röntgeninstitut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

1964 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kontrastmittelforschung in die Forschungsabteilung der Schering AG und übersiedelte nach West-Berlin. 1968 rückte er bereits in das Management des Pharmaunternehmens auf und wurde als Generaldirektor mit der Geschäftsleitung der Tochter Schering SpA Italien in Mailand betraut, die er zu einem florierenden Unternehmen aufbaute.

1987 kehrte Vita in das Stammhaus des Konzerns nach Berlin zurück und wurde zunächst zum stellvertretenden, ein Jahr später zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Schering AG berufen. Im Juni 1989 übernahm er als Nachfolger von Horst Witzel den Vorsitz im Vorstand.[5]

Aktive Posten und sonstige Mitgliedschaften (eine Auswahl)[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Im Sommer 2001 ersetze Giuseppe Vita Peter Boenisch [6] im Aufsichtsrat der Axel Springer AG und übernahm zum 1. Juli 2002 den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden des Medienkonzerns von Bernhard Servatius. Außerdem ist er Mitglied im Senat der Deutschen Nationalstiftung, die von Helmut Schmidt gegründet wurde.

Italien[Bearbeiten]

In Italien wirkt er seit 2012 als Vorsitzender des Verwaltungsrats der UniCredit SpA.[7]

Im General Council of Aspen Institue Italia sowie in der Trilateralen Kommission, Gruppe Italien, ist Vita seit 2012 Mitglied. Ebenfalls wurde er 2012 in den Verwaltungsrat vom Istituto per gli Studi di Politica Internazionale (ISPI) gewählt. Bereits seit 2002 ist er Ehrenvorsitzender der Deutschen Bank SpA Italien.

Ehemalige Posten und Mitgliedschaften in Kuratorien[Bearbeiten]

Nach seinem Ausscheiden aus dem operativem Geschäft bei Schering wechselte Giuseppe Vita 2001 dort auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden, den er bis 2006 innehatte. Dort befasste er sich zuletzt mit der Übernahme durch die Bayer AG für 16,9 Milliarden Euro. [8]

Ebenfalls war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hugo Boss AG (2000-2008 [9]), der Deutz AG (2006-2009 [10]), sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Allianz Lebensversicherungs-AG, der Continental AG, der Herlitz AG, der Gerling Versicherung in Köln, der Evonik Degussa (vormals Degussa AG) und der Vattenfall Europe AG (2002-2008 und bereits ab 1990 der Bewag (Berlin)) [11] [12] sowie in Italien Vorsitzender des Verwaltungsrats der Deutschen Bank Italia und später der Allianz SpA, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Gruppo Banca Leonardo sowie Mitglied des Verwaltungsrats der Barilla SpA in Parma, der Humanitas SpA in Mailand und der Pirelli SpA. In der Schweiz war er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Banca Leonardo S.A. Außerdem ist Vita seit Februar 2009 bis Ende 2012 Mitglied des Aufsichtsrats der Medical Park AG von Ernst Freiberger gewesen. Von 2006 bis 2007 war er Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung.[13] und saß ab 2009 zunächst im Aufsichtsrat und dann im Stiftungsrat der Dussmann Group. [14] [15] Ebenfalls war er bis 2012 Präsidiums-Mitglied der Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik. [16]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufsichtsratspräsident Giuseppe Vita: "Streicheleinheiten" für Unicredit, ftd.de vom 12. Mai 2012 (abgerufen am 13. April 2013)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  2. Giuseppe Vita wird 75 Jahre alt, BZ vom 27. April 2010 (abgerufen am 13. April 2013)
  3. Giuseppe Vita: Ein Mann mit der Gabe, sich Freunde zu machen, tagesspiegel.de vom 9. Mai 2001 (abgerufen am 16. April 2013)
  4. Axel Springer Aktiengesellschaft / Bekanntmachung der Einberufung zur Hauptversammlung des Jahres 2013 am 24. April 2013. Nachricht vom 13. März 2013 (online auf dgap.de, abgerufen am 16. April 2013).
  5. Horst Witzel, munzinger.de (abgerufen am 16. April 2012)
  6. ASV Vita ersetzt Boenisch, managermagazin.de vom 9. Mai 2001 (abgerufen am 14. April 2013)
  7. unicreditgroup.eu, Governance » Board of Directors » Members » Giuseppe Vita (abgerufen am 13. März 2013)
  8. Schering-Aktionäre besiegeln Übernahme durch Bayer, aerzteblatt.de vom 14. September 2006 (abgerufen am 13. April 2013)
  9. Boss-Kontrolleur tritt Rückzug an, ftd.de 18. März 2008(abgerufen am 13. April 2013) (Version vom 29. April 2013 im Webarchiv Archive.today)
  10. Ausschüsse des Aufsichtsrats, geschaeftsbericht2009.deutz.com (abgerufen am 15. April 2013)
  11. unicreditgroup.eu, Governance » Board of Directors » Members » Giuseppe Vita (abgerufen am 13. März 2013)
  12. Jahresabschluss_Axel_Springer_AG_2008 (abgerufen am 13. April 2013) (PDF; 785 kB)
  13. Begrüßung der Preisträger des Robert Koch Preises 2007 durch Vita
  14. Vita Dussmann (abgerufen am 15. April 2013) (PDF; 432 kB)
  15. Dussmann Group, Foundation manages the Dussmann Group vom 17. Januar 2009 (abgerufen am 15. April 2013)
  16. Das Deutsche Who is Who, Ausgabe L2011/2012, Seite 1212
  17. quirinale.it
  18. Henning Schulte-Noelle: Laudatio auf Giuseppe Vita