Glärnisch

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Glärnisch
Westansicht des Glärnisch mit Glärnischfirn

Westansicht des Glärnisch mit Glärnischfirn

Höhe 2'915 m ü. M.
Lage Kanton Glarus, Schweiz
Gebirge Glarner Alpen
Koordinaten 718642 / 20646346.9986111111118.99861111111112915Koordinaten: 46° 59′ 55″ N, 8° 59′ 55″ O; CH1903: 718642 / 206463
Glärnisch (Glarus)
Glärnisch
Gestein Jura- & Kreidekalk
Glärnischgruppe Nordflanke ins Klöntal

Glärnischgruppe Nordflanke ins Klöntal

Der Glärnisch ist ein südwestlich von Glarus (Schweiz) gelegener vergletscherter Gebirgsstock, der zu den Glarner Alpen gehört. Das bekannte Bergmassiv liegt ausschliesslich im Kanton Glarus.

Glärnisch aus dem Flugzeug
Oberblegisee mit Nidfurner Turm und Vrenelisgärtli (der weisse, rundlichere Teil Mitte hinten).
Vrenelisgärtli, Ansicht vom Etzel

Geografie[Bearbeiten]

Der Glärnisch besteht aus zwei Hauptgraten, die V-förmig angeordnet sind und den nach Westsüdwesten abfließenden Glärnischfirn umschließen. Der rechts des Glärnischfirns nach Westen verlaufende Grat trägt den Ruchen (2'901 m ü. M.) und wird im Norden durch das Klöntal mit dem Klöntalersee begrenzt. Der links nach Südwesten verlaufende Grat ist geringfügig höher und trägt den Bächistock (2'914 m ü. M.) sowie den namenlosen höchsten Punkt des Glärnisch (2'915 m ü. M.).

Der Vereinigungspunkt der Grate (sog. Schwander Grat) stellt für die meisten Berggänger keinen eigenen Gipfel dar, obschon er als Doppelgipfel eine Selbständigkeit von 60 bis 80 Metern erreicht. Der Schwander Grat wird bestiegen als Zugang zu dem ihm nach Nordosten gegen Glarus vorgelagerten und am meisten bestiegenen Gipfel, dem Vrenelisgärtli (2'904 m ü. M., mit markantem, aus dem Unterland sichtbaren, früher dauerhaften Firnfeld).

Unterhalb des fast waagerechten und ohne größere Schwierigkeiten begehbaren Verbindungsgrates zwischen Bächistock und Vrenelisgärtli (WS) befinden sich auch in der Südostwand mehrere Firnfelder, u.a. der Bächifirn und der Guppenfirn, die sich auf Bändern quer durch die ganze Flanke ziehen und dem Glärnisch von Osten her sein charakteristisches Aussehen verleihen, vorgelagert vor dem Guppenfirn findet sich der Gipfel des Nidfurner Turms. Am Südosthang der Bergkette liegen in zwei Kesseln der Oberblegisee (1'422 m ü. M.) und der Guppensee (1'515 m ü. M.), beide ohne oberirdischen Abfluss.

Auch nach Norden ins Klöntal stürzt der Glärnisch mit z. T. sehr steilen Felswänden ab.

Zum Glärnisch im weiteren Sinne gehören außerdem der Vorderglärnisch (2'327 m ü. M., nordöstlich des Vrenelisgärtlis), der sich direkt über dem Kantonshauptort Glarus erhebt, und das Rad (2'661 m ü. M.), das die Verbindung zum südwestlich liegenden Bös Fulen vermittelt.

Geologie[Bearbeiten]

Der Glärnisch besteht aus Kalksteinen der Jura- und Kreidezeit und gehört zum Helvetikum.

Anstieg[Bearbeiten]

Die normale, auch als Skitour machbare Aufstiegsroute führt durch das Rossmatter Tal zur Glärnischhütte des Schweizer Alpen-Clubs in der Westsüdwestflanke des Berges (1'990 m ü. M.) und dann weiter über den Glärnischfirn. Von hier aus sind alle drei Hauptgipfel zu erreichen, am leichtesten der Ruchen (L oder T 4, aber Firn); etwas anspruchsvoller sind Vrenelisgärtli und Bächistock (WS). Fast klassisch ist der Direktaufstieg von Glarus über Oberstafel und den sog. Guppengrat auf das Vrenelisgärtli (WS oder T 6).

Das erwähnte Firnfeld am Vrenelisgärtli ist der Ort, an welchem der Sage nach das Vreneli (kleine Verena) vor Zeiten einen Garten anlegen wollte. Die Pflanzung dort oben war eine Versuchung Gottes, und so begann es zur Strafe heftig zu schneien, und das Vreneli wurde samt der Schüssel, mit der es sich gegen den Schnee zu schützen versuchte, eingeschneit und blieb seither dort oben. Die Sage ist offensichtlich eine Reaktion auf die Abkühlung der Temperaturen in Mitteleuropa ab ca. 1300, als ein Klima, das wärmer war als das heutige, in mehreren Schüben durch ein erheblich kälteres abgelöst wurde („Kleine Eiszeit“). Das Firnfeld ist übrigens im Sommer 2003 vollständig abgeschmolzen, aber Überbleibsel des Vreneli oder seiner Schüssel sind nicht gefunden worden.

Literarische Rezeption[Bearbeiten]

Der Glärnisch findet bereits bei Friedrich Schiller im vierten Aufzug, dritte Szene, von Wilhelm Tell literarische Erwähnung.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glärnisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien