Gouais Blanc

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Gouais Blanc im Buch von Viala & Vermorel (als Gouget Blanc)

Gouais Blanc ist eine autochthone, weiße Rebsorte, deren Ursprung in Zentralfrankreich (Ile-de-France, Champagne) liegt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Aufgrund der mäßigen Qualität der erzeugten Weine ist sie aus den Weinbergen Frankreichs fast völlig verschwunden. In Lothringen wurden bereits im Jahr 1598 Rodungen existierender Rebflächen angeordnet. Die Sorte hielt sich jedoch trotz dieser und später erfolgter Anordnungen, da sie enorm ertragsstark ist. Außerdem treibt sie im Frühjahr spät aus. Die empfindlichen Blüten entgehen daher meist den Frühjahrsfrösten. Im 16. Jahrhundert gelangte die Sorte in die Schweiz, wo sie heute noch unter der Bezeichnung Gwäss im Oberwallis angebaut wird. Kleine Anbauflächen gibt es auch in Australien.

Aufgrund genetischer Untersuchungen von 352 Rebsorten stellte sich heraus, dass die Sorten Aligoté, Aubin Vert, Auxerrois, Bachet Noir, Beaunoir, Chardonnay, Dameron, Franc Noir de la Haute Saône, Gamay Blanc Gloriod, Gamay, Knipperlé, Melon de Bourgogne, Peurion, Romorantin, Roublot und Sacy alle aus spontanen Kreuzungen zwischen Pinot und Gouais Blanc entstanden. Bei der Pinot-Sorte handelte es sich höchstwahrscheinlich um den Pinot Noir (die genetische Nähe von Pinot Noir, Pinot Gris und Pinot Blanc macht eine genauere Bestimmung momentan nicht möglich). [1] Riesling geht auf eine Kreuzung mit einer Variante der Traminerrebe zurück.[2]

Der Erfolg dieser spontanen Kreuzung wird dadurch erklärt, dass die beiden Elternsorten genetisch gesehen grundverschieden sind. Während die Sorten der Pinot-Familie vermutlich aus dem Burgund stammen, wurde der Gouais Blanc von den Römern nach Frankreich gebracht. In den Rebgärten des Burgunds und der südlichen Champagne standen beide Sorten während einiger Jahrhunderte im Gemischten Satz.

Aus der gleichen Untersuchung ging hervor, dass die Sorten Colombard, Meslier-Saint-François und Balzac Blanc alle aus spontanen Kreuzungen zwischen Gouais Blanc und Chenin Blanc entstanden.

Eine andere molekulargenetische Analyse im Institut INRA in Montpellier durch Professor Boursiquot hat ergeben, dass Gouais Blanc und der Weiße Heunisch zwei Abkömmlinge einer uns noch unbekannten Rebsorte der großen Heunisch-Familie sind.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Frankreich, Weinbau in der Schweiz und Weinbau in Australien sowie die Liste der Rebsorten.

Synonyme[Bearbeiten]

Blanc de Serres, Boarde, Bouillan, Bouilleaud, Bouillenc, Colle, Enfariné Blanc, Figuier, Foirard Blanc, Gau, Goe, Goet, Gohet, Goix, Got, Gouai, Gouais, Gouche, Goué, Gouest, Gouet, Gouillaud, Gouge, Gouget Blanc, Gros Blanc, Gueuche Blanc, Gwäss, Issol, Lombard Blanc, Mendic, Moreau Blanc, Nargouet, Pendrillart Blanc, Perlé Gouais, Plant de Saint-Rémy, Plant de Séchex, Roussaou, Roux, Weißer Heunisch[3].

Abstammung[Bearbeiten]

unklar, alte Sorte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://ecaaser3.ecaa.ntu.edu.tw/weifang/ishs/pap1.files%5Csample.pdf A SINGLE PAIR OF PARENTS PROPOSED FOR A GROUP OF GRAPEVINE VARIETIES IN NORTHEASTERN FRANCE, von J.E. Bowers, R. Siret und C.P. Meredith sowie von P. This und J.-M. Boursiquot
  2. Gute Zucht mit schlechter Rebe In: Spektrumdirekt am 16. Dezember 2009
  3. Gute Zucht mit schlechter Rebe In: Spektrumdirekt am 16. Dezember 2009

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  • J. M. Boursiquot, T. Lacombe, J. Bowers, C. Meredith: Le Gouais, un cépage clé du patrimoine européen. In: Bulletin de l'Organisation Internationale de la Vigne et du Vin (OIV), No. 77, 875-876 (2004). (PDF-Datei; 1,3 MB).