Blenheim Palace

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Blenheim Palace

Blenheim Palace bei Woodstock in der Grafschaft Oxfordshire gehört zu den größten und bekanntesten Schlössern Englands. Es wurde für John Churchill, 1. Duke of Marlborough während der Regierung von Königin Anne als Belohnung für seine militärischen Erfolge im Spanischen Erbfolgekrieg (Sieg bei der Schlacht von Höchstädt an der Donau; englisch Battle of Blenheim) erbaut. Die englische Form Battle of Blenheim dürfte daher rühren, dass die englischen Truppen französische Aufklärer verwendeten. Deren Aussprache des Namens des Weilers Blindheim (nahe Höchstädt an der Donau) führte zur englischen Form Blenheim. In dem Schloss erinnert heute eine permanente Ausstellung an den bekanntesten Nachfahren des Dukes, Winston Churchill, der 1874 hier geboren wurde.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Blenheim Palace

Ein Triumphbogen führt von der kleinen Stadt Woodstock in der Nähe von Oxford hoch zum Schloss. Er soll an den großen Erfolg bei der Schlacht von Höchstädt (eigentlich von Blindheim, einem Ort bei Höchstädt, daher engl. Battle of Blenheim) 1704 erinnern. Der Palast wurde von Sir John Vanbrugh entworfen. Blenheim Palace ist der größte nicht königliche Adelssitz in Großbritannien. In den Empfangsräumen ist auf jegliche Behaglichkeit verzichtet - sie sollten bewusst überwältigend und beeindruckend wirken. 20 Meter hoch ist die Haupthalle, die in einen großen, mit Fresken verzierten Salon führt. Der Salon ist ausgerichtet auf eine sich im Park des Schlosses befindliche 41 Meter hohe Siegessäule. Die sie umgebenden Bäume symbolisieren Marlboroughs Soldaten. Das Südportal krönt eine Büste des in der Schlacht von Höchstädt unterlegenen Ludwig XIV., die von dort auf den Reichtum der Anlage herunterblickt. Es lässt sich nicht klären, ob dieser Abschluss des Südportals auf einen Vorschlag des Architekten Vanbrugh zurückgeht oder eine Ironie des in Höchstädt siegreichen Churchills war.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Blenheim Palace, Westfassade

Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem Architekten und der "Bauherrin", Marlboroughs Frau Sarah, und der damit einhergehenden Änderungen im Plan kam es zu erheblichen Mehrkosten, wodurch der Palast auch noch den größten Teil des Vermögens des Dukes verschlang und erst nach seinem Tod 1722 vollendet wurde. Es war dann Nicholas Hawksmoor, ein Mitarbeiter von John Vanbrugh, der die Bauarbeiten weiterhin überwachte. Die Wohnfläche des Schlosses beträgt 12.000 m².

Insbesondere der Park wurde mehrfach umgestaltet. Der einflussreiche Landschaftsarchitekt Capability Brown gestaltete 1764 den 1010 Hektar großen Park neu und schuf dabei den See, der heute vor dem Palast liegt. Die Wasserterrassen wurden 1920 im Stil des 17. Jahrhunderts vom französischen Architekten Achille Duchêne neu geschaffen.

Der Palast steht heute im Eigentum von John Spencer-Churchill, 11. Duke of Marlborough, eines Nachfahren des Bauherren. Er gehört dem Konsortium Treasure Houses of England an und zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gegen ein Eintrittsgeld kann er besichtigt werden.

Sportveranstaltungen[Bearbeiten]

Einmal im Jahr finden seit 1990 im Park des Schlosses die Blenheim Horse Trials (CCI***), ein Wettbewerb im Vielseitigkeitsreiten, statt.[1] 2005 war Blenheim Austragungsort für die Europameisterschaften im Vielseitigkeitsreiten.

Seit 2008 wird dort auch einmal jährlich die Weltmeisterschaft im Brompton-Faltradfahren ausgetragen.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blenheim Palace – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.blenheim-horse.co.uk/all-about-blenheim-horse-trials, Zugriff am 16. September 2012.
  2. What's On: Bike Blenheim Palace (Version vom 5. Oktober 2012 im Internet Archive), Zugriff am 5. Januar 2013.

51.841944444444-1.3616666666667Koordinaten: 51° 50′ 31″ N, 1° 21′ 42″ W