Gregnitz

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Gregnitz
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BW

Daten
Gewässerkennzahl DE: 14122
Lage
Flusssystem Donau
Abfluss über Fichtelnaab → Waldnaab → Naab → Donau → Schwarzes Meer
Quelle ca. 650 m östlich des Fichtelsees vor dem Gipfel der Platte weiter im Osten
50° 1′ 6″ N, 11° 52′ 6″ O50.01825555555611.868291666667763
Quellhöhe ca. 763 m ü. NN[1]
Mündung beim ehemaligen Schlossgut Selingau (Gem. Ebnath) in die Fichtelnaab49.95525277777811.933102777778531Koordinaten: 49° 57′ 19″ N, 11° 55′ 59″ O
49° 57′ 19″ N, 11° 55′ 59″ O49.95525277777811.933102777778531
Mündungshöhe 531 m[2]
Höhenunterschied ca. 232 m
Länge 11,1 km[3]
Einzugsgebiet 21,16 km²[3]

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Die Gregnitz (bisweilen findet man auch die Schreibweisen Kregnitz oder Krögnitz) gehört zu den Fließgewässern des Fichtelgebirges in Nordostbayern und bringt ihr Wasser zur Fichtelnaab und damit über die Donau zum Schwarzen Meer. Vom Quellbereich bis zur Mündung legt sie etwa 11 km zurück, wobei sie die bayerischen Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz durchfließt sowie die Landkreise Bayreuth, Wunsiedel und Tirschenreuth.

Bachname[Bearbeiten]

In der Bevölkerung heißt der Bachname „Gregnitz“, mundartlich „Grangerz“ gesprochen. Eine eindeutige Worterklärung von Sprachforschern liegt bisher nicht vor. Der erste urkundliche Hinweis auf den Bachlauf steht in der Grenzbeschreibung des herrschaftlichen Waldes der Burggrafen von Nürnberg aus dem Jahr 1393 im Abschnitt KösseineFichtelsee. Hier taucht der Name „Crebenitz“ bzw. „Krebenitz“ auf. In der Grenzbeschreibung von 1536 der damaligen politischen Territorien Pfalz-Bayern und Markgraftum Brandenburg-Bayreuth wird beim Grenzverlauf die Überschreitung der „Krednitz“ genannt.

In den Karten des Bayerischen Landesvermessungsamtes wird der Bach „Krögnitz“ genannt, was falsch ist und bei Neuauflage der Karten in „Gregnitz“ geändert werden soll. Unterschiedliche Schreibweisen findet man auch in der älteren Fichtelgebirgsliteratur, jetzt wird der einheitliche Name „Gregnitz“ verwendet.

Der Bachname ist sehr alt und soll slawischen Ursprungs sein, mehr ist derzeit nicht zu erfahren. Alle bisherigen Namensdeutungen sind sehr unbestimmt und man vermisst dabei die urkundliche Erstnennung. Vermuten könnte man, dass sich in dem Wortstamm Gregnitz die Bezeichnung für „Grenze“ enthalten ist, da der Bachlauf frühzeitig auch ein Grenzverlauf war und für die Grenzziehung herangezogen wurde.

Geographie[Bearbeiten]

Quellbereich der Gregnitz[Bearbeiten]

Eine Quellfassung für den Ursprung der Gregnitz gibt es nicht. Bekannt ist, wo sich früher der Ursprung des Bachlaufs befand: am oberen Südwestabfall des Sattel zwischen dem Seehügel und der Platte auf etwa 825 m ü. NN. Der Grenzbeschreibung von 1536 entnehmen wir: „...dodanenn die loe hindurch uber das pechlein, die Krednitz genantt, das auss dem Ursprung fleust...“. Heute ist der genannte „Ursprung“ nicht mehr der Quellbereich der Gregnitz, denn der Bach wurde bereits 1608 in seinem Oberlauf durch einen künstlichen Graben abgeleitet. Die Hammerwerke in Fichtelberg benötigten für ihre Anlagen viel Wasser, die Werksbesitzer ließen den Fichtelseeweiher anlegen und leiteten verschiedene Wasserläufe dorthin ab. Von diesen Bachumleitungen war auch der Gregnitzursprung betroffen; auf der topografischen Karte kann man die Veränderung der Fließrichtung erkennen. Das zum Fichtelsee abgeleitete Gewässer wird als Lochbach bezeichnet. Die Gregnitz selbst entsteht heute nur etwa 650 m östlich des Fichtelseeufers auf etwa 763 m ü. NN.

Gewässerverlauf[Bearbeiten]

Östlich des Fichtelsees, im Naturschutzgebiet See- und Hüttenlohe nahe der Fichtelgebirgsstraße (B 303/E 48), sammeln sich mehrere Wasseradern und bilden einen kleinen Wasserlauf, der dann in etwa südöstlicher Richtung unter der Staatsstraße 2981 hindurchfließt, eine Richtung, die das Gewässer auf seinem gesamten Lauf ungefähr beibehält. Der Bach umfließt östlich den nach ihm benannten Gregnitzhügel und setzt sich durch den Hochwald am Neuweiher vorbei fort, bis der Bach in nun etwa ostsüdöstlichem Lauf bei Lochbühl in die Flur übertritt.

Weiter abwärts erreicht er bald den Gemeindesitz Nagel. Bei der Gregnitzbrücke dort mit einer Nepomuk-Figur nimmt der Bach den Abfluss des Mühlweihers Nagler See auf, den der Steinlohbach speist, und läuft dann in ungefähr südsüdöstlicher Richtung weiter. Zunächst fließt der Bach dort weiter wie schon ab Lochbühl durch offene Landschaft, bevor er den Hochwald wieder erreicht, versperren Bäume den Wasserlauf; hier hat sich eine kleine Seenlandschaft gebildet hat. Gefällte Bäume und abgenagte Baumstümpfe sind deutliche Anzeichen für die Tätigkeit des Bibers. Östlich des Biberstausees stehen mächtige Felswände, dort wurde früher Granit abgebaut. Der helle Kerngranit wurde bekannt wegen seiner besonderen technischen Eigenschaften und der außerordentlichen Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse. Nun wird das Tal enger, es beginnt dort der wohl schönste und interessanteste Teil des Gregnitztales. Wollsackartig geformte Blockansammlungen oder Felsschwellen liegen unregelmäßig auf- oder nebeneinander im Bachbett. Sie werden tosend vom Wasser umspült oder das Wasser fällt kaskadenartig über sie herab. Je nach Jahreszeit führt die Gregnitz mehr oder weniger Wasser, entsprechend bietet ihr Bachbett einen unterschiedlichen wildromantischen Anblick. Bei der Grünlasmühle (Gemeinde Brand), die erstmals urkundlich 1630 in den Steuerbüchern genannt wurde, präsentiert sich die Gregnitz bei Hochwasser als rauschender Wasserfall. Dort trieb sie bis 1914 zwei große oberschlächtige hölzerne Mühlräder in einer Radstube und bis 1940 die Gatter einer Schneidsäge an.

Beim ehemaligen Schlossgut Selingau in der Gemeinde Ebnath mündet die Gregnitz von links und auf 531 m ü. NN in die Fichtelnaab. Der Bachlauf von Nagel nach Ebnath wird durch einen markierten Wanderweg begleitet, der Teilstrecke des Main-Donau-Weitwanderweges ist.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Die Gregnitz entwässert ein Gebiet von 21,1 km² südöstlich zur Fichtelnaab. Im Norden ist es durch die Anlage des über den Fichtelsee und seinen Abfluss zur Fichtelnaab entwässernden Lochbachs ungefähr um 1,0 km² amputiert, die am Südhang des Seehügels (953 m ü. NN) liegen, die Wasserscheide läuft deshalb heute von einer niedrigen Schwelle zwischen Fichtelsee und der Quelle den unteren Hang des Seehügels entlang nach Osten bis auf den Gipfel der Platte (885 m ü. NN), heute der zweithöchste Punkt des Einzugsgebietes, und ab der jenseits das Entwässerungsgebiet der Röslau angrenzt. Von hier an zieht die Wasserscheide auf diesem Abschnitt deutlichster Ausprägung etwa südöstlich über den Prinzenfels (751 m ü. NN) und den Vorderen Ringberg (771 m ü. NN) zur Hohen Matze (813 m ü. NN), dann steil hinab auf eine nur wenig über 650 m ü. NN liegende Schwelle und anschließend nach Osten wieder steil aufwärts auf den Gipfel der Kösseine (939 m ü. NN), den höchsten Punkt an der Nordostspitze.

In ziemlich stetigem Gefälle zieht die Grenze dann anfangs südwest-, dann südwärts bis zu einer 659 m ü. NN hohen Kuppe im Scheibenschlag, an dem sie westsüdwestlich abknickt und bis zur Mündung auf 531 m ü. NN absteigt. Die anschließende rechte Wasserscheide zum unmittelbaren Einzugsgebiet der Fichtelnaab selbst verläuft nordwestlich erreicht nur geringere Höhen, entfernt sich wenig vom Lauf und erreicht erst im langsamen Anstieg zum Gregnitzhügel (756 m ü. NN) dauerhaft Höhen über 650 m ü. NN; die maximale Höhe liegt auf dieser Seite des Gewässers zuletzt zwischen dem Ursprung und dem nahen Südende des Fichtelsees auf dem 804 m ü. NN aufragenden Hüttenberg.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Ohne Zuflüsse im geschlossenen Waldgebiet vor Nagel-Lochbühl.

  • Steinlohbach, von links und aus dem Nordwesten in Nagel, 3,5 km und 4,3 km².[3] Durchfließt im Unterlauf im Dorf den ca. 4,1 ha[4] großen Nageler See.
  • Grünlasbach, von links und aus dem Nordosten vor der Grünlasmühle, 4,1 km und 6,9 km².[3]
  • Mordbach, von rechts und aus dem Nordwesten zu Füßen des von ihm zuvor durchflossenen Fuhrmannsreuth, ca. 1,1 km[5] und ca. 1,5 km².[6]

Sage[Bearbeiten]

Der Wanderweg durch das Gregnitztal führt an einem Felsblock im Bachbett mit zwei verschieden großen kreisförmigen Vertiefungen vorbei; es sind die sagenumwobenen Venedigerschüsseln. Die Venediger hätten dort Gold gewaschen. In die größere Vertiefung seien die goldhaltigen Steine gelegt und dort zerstampft und die Sandkörner dann mit Gregnitzwasser herausgespült worden. Das Gold sei in der Granitmulde liegen geblieben. In Wirklichkeit sind die Vertiefungen von der Erosion erzeugte Hohlformen im Granit, wie die Wissenschaft festgestellt hat. Es sind Scheinstrudellöcher, die durch das erodierende Fließgewässer geschaffen wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Herrmann: Lexikon Fichtelgebirge. Gregnitz, Hof 2000
  • Dietmar Herrmann: Im Tal der Gregnitz. In: Der Siebenstern. 2009, S. 138
  • Georg Regler: Im Grenitztal. In: Der Siebenstern. 1927, S. 105
  • M. Z.: Gregnitztal. In: Der Siebenstern. 1925, S. 18
  • Erich Pöllmann: Im Gregnitztal. In: Der Siebenstern. 1962, S.4
  • Monumenta Zollerana. Band VIII, Nr. 403
  • Friedrich Wilhelm Singer: Das Landbuch der Sechsämter von 1499. Wunsiedel 1987, S. 211
  • Ernst Schwarz: Sprache und Siedlung in Nordostbayern. Nürnberg 1960, S. 322
  • Hch. Schuberth: Ein Beitrag zur Besiedelungsgeschichte des nördlichen Oberfranken. Selbstverlag, Hof 1953, S. 14
  • Ludwig Vogt: Die Gewässernamen des Fichtelgebirges. In: Der Siebenstern. 1960, S. 5
  • Dirk Götschmann: Oberpfälzer Eisen. Theuern 1985, S. 191
  • Heinrich Vollrath: Die Veränderungen des Gewässernetzes durch Bachumleitungen im Hohen Fichtelgebirge. In: Der Siebenstern. 1976, S. 112–116
  • Heinrich Vollrath: Erosionsformen des Granits in Nordostbayern. 31. Bericht des Nord-oberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde. Hof 1984, S. 64

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem BayernAtlas. Siehe bei den → Weblinks.
  2. Höhe in Blau eingetragen auf dem BayernAtlas.
  3. a b c d Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Naab, Seite 8 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 4,0 MB)
  4. Seefläche abgemessen auf dem BayernAtlas.
  5. Länge abgemessen auf dem BayernAtlas.
  6. Einzugsgebiet abgemessen auf dem BayernAtlas.