Gregnitz

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Gregnitz
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BW

Daten
Gewässerkennzahl DE: 141214
Lage Oberfranken, Oberpfalz; Bayern; Deutschland
Flusssystem Donau
Abfluss über Fichtelnaab → Waldnaab → Naab → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Nahe dem Fichtelsee, zwischen Platte und Seehügel
50° 1′ 13″ N, 11° 52′ 42″ O50.02013888888911.878333333333825
Quellhöhe ca. 825 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Beim ehemaligen Schlossgut Selingau (Gem. Ebnath) in die Fichtelnaab49.95527777777811.933055555556531Koordinaten: 49° 57′ 19″ N, 11° 55′ 59″ O
49° 57′ 19″ N, 11° 55′ 59″ O49.95527777777811.933055555556531
Mündungshöhe 531 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 294 m
Länge 11 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen

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Die Gregnitz (bisweilen findet man auch die Schreibweisen Kregnitz oder Krögnitz) gehört zu den Fließgewässern des Fichtelgebirges in Nordostbayern und bringt ihr Wasser zur Fichtelnaab und damit über die Donau zum Schwarzen Meer. Vom Quellbereich bis zur Mündung legt sie etwa 11 km zurück, wobei sie die bayerischen Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz durchfließt sowie die Landkreise Bayreuth, Wunsiedel und Tirschenreuth.

Bachname[Bearbeiten]

In der Bevölkerung heißt der Bachname „Gregnitz“, mundartlich „Grangerz“ gesprochen. Eine eindeutige Worterklärung von Sprachforschern liegt bisher nicht vor. Der erste urkundliche Hinweis auf den Bachlauf steht in der Grenzbeschreibung des herrschaftlichen Waldes der Burggrafen von Nürnberg aus dem Jahr 1393 im Abschnitt KösseineFichtelsee. Hier taucht der Name „Crebenitz“ bzw. „Krebenitz“ auf. In der Grenzbeschreibung von 1536 , die die damaligen politischen Territorien Pfalz-Bayern und die des Markgrafentums Brandenburg-Bayreuth betraf, wird beim Grenzverlauf die Überschreitung der „Krednitz“ genannt.

In den Karten des Bayerischen Landesvermessungsamtes wird unser Bach „Krögnitz“ genannt, was falsch ist und bei Neuauflage der Karten in „Gregnitz“ geändert werden soll. Unterschiedliche Schreibweisen findet man auch in der älteren Fichtelgebirgsliteratur, jetzt wird der einheitliche Name „Gregnitz“ verwendet.

Der Bachname ist sehr alt und soll slawischen Ursprungs sein, mehr ist derzeit nicht zu erfahren. Alle bisherigen Namensdeutungen sind sehr unbestimmt und man vermisst dabei die urkundliche Erstnennung. Vermuten könnte man, dass sich in dem Wortstamm Gregnitz die Bezeichnung „Grenze“ enthalten ist. Ist der Bachlauf doch frühzeitig auch ein Grenzverlauf gewesen bzw. wurde für die Grenzziehung herange-zogen.

Quellbereich der Gregnitz[Bearbeiten]

Eine Quellfassung für den Ursprung der Gregnitz gibt es nicht. Wir wissen aber, wo sich der Ursprung des Bachlaufs befindet: zwischen der Platte und dem Seehügel in etwa 825 m über NN. Der Grenzbeschreibung von 1536 entnehmen wir: „...dodanenn die loe hindurch uber das pechlein, die Krednitz genantt, das auss dem Ursprung fleust...“. Heute ist der genannte „Ursprung“ nicht mehr der Quellbereich der Gregnitz, denn der Bach wurde bereits 1608 in seinem Oberlauf durch einen künstlichen Gra-ben abgeleitet. Die Hammerwerke in Fichtelberg benötigten für ihre Anlagen viel Wasser, die Werksbesitzer ließen den Fichtelseeweiher anlegen und leiteten verschiedene Wasserläufe dorthin ab. Von diesen Bachumleitungen war auch der Gregnitzursprung betroffen und in der topografischen Karte kann man die Veränderung der Fließrichtung erkennen. Das zum Fichtelsee abgeleitete Gewässer wird als Lochbach bezeichnet.

Gewässerverlauf[Bearbeiten]

Östlich des Fichtelsees, im Naturschutzgebiet See- und Hüttenlohe nahe der Fichtelgebirgsstraße (B 303/E 48) sammeln sich mehrere Wasseradern, bilden einen kleinen Wasserlauf, der die Staatsstraße 2981 unterfließt. Der Bachlauf umfließt östlich den nach ihm benannten Gregnitzhügel, durch den Hochwald am Neuweiher vorbei nach Lochbühl (Gem. Nagel) und Nagel.[1] Bei der Gregnitzbrücke mit Nepomuk-Figur nimmt der Bach den Abfluss vom Nagler See (Mühlweiher) auf und verlässt den Ort in südlicher Richtung. Zunächst fließt der Bach durch offene Landschaft und bevor es zum Hochwald kommt, versperren Bäume den Wasserlauf, wobei sich eine kleine Seenlandschaft gebildet hat. Gefällte Bäume und abgenagte Baumstümpfe sind deutliche Anzeichen für die Tätigkeit des Bibers. Östlich des Biberstausees stehen mächtige Felswände, dort wurde früher Granit abgebaut. Der helle Kerngranit wurde bekannt wegen seiner besonderen technischen Eigenschaften und der außerordentlichen Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse. Nun wird das Tal enger, es beginnt hier der wohl schönste und interessanteste Teil des Gregnitztales. Wollsackartig geformte Blockansammlungen oder Felsschwellen liegen unregelmäßig auf- oder nebeneinander im Bachbett. Sie werden tosend vom Wasser umspült oder das Wasser fällt kaskadenartig talwärts. Je nach Jahreszeit führt die Gregnitz mehr oder weniger Wasser, entsprechend bietet ihr Bachbett einen unterschiedlichen wildromantischen Anblick. Bei der Grünlasmühle (Gemeinde Brand (Oberpfalz)), die erstmals urkundlich 1630 in den Steuerbüchern genannt wird, präsentiert sich die Gregnitz bei Hochwasser als rauschender Wasserfall. Hier trieb sie bis 1914 zwei oberschlächtige, große hölzerne Mühlräder in einer Radstube und bis 1940 die Gatter einer Schneidsäge. Beim ehemaligen Schlossgut Selingau (Gemeinde Ebnath) fällt die Gregnitz in die Fichtelnaab. Der Bachlauf von Nagel nach Ebnath wird durch den markierten Wanderweg begleitet, der zugleich eine Teilstrecke des Main-Donau-Weitwanderweges ist.

Sage[Bearbeiten]

Der Wanderweg durch das Gregnitztal führt an einem Felsblock vorbei, der im Bachbett liegt und zwei unterschiedliche, kreisförmig große Vertiefungen hat. Es handelt sich um die sagenumwobenen Venediger-schüsseln! Die Venetianer haben hier ihr Gold gewaschen. Die die größere Vertiefung wurden die goldhaltigen Steine gelegt und zerstampft. Sand und Sandkörner wurden dann mit Gregnitzwasser herausgespült, das Gold blieb in der Granitmulde liegen. Es ist eine durch die Erosion verursachte Hohlformen im Granit, wie die Wissenschaft festgestellt hat, wobei es sich um ein Scheinstrudelloch handelt, dass durch das erodierende Fließgewässer geschaffen wurde.

Zuflüsse[Bearbeiten]

  • Steinlohbach (links)
  • Grünlasbach (links)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Herrmann: Lexikon Fichtelgebirge. Gregnitz, Hof 2000
  • Dietmar Herrmann: Im Tal der Gregnitz. In: Der Siebenstern. 2009, S. 138
  • Georg Regler: Im Grenitztal. In: Der Siebenstern. 1927, S. 105
  • M. Z.: Gregnitztal. In: Der Siebenstern. 1925, S. 18
  • Erich Pöllmann: Im Gregnitztal. In: Der Siebenstern. 1962, S.4
  • Monumenta Zollerana. Band VIII, Nr. 403
  • Friedrich Wilhelm Singer: Das Landbuch der Sechsämter von 1499. Wunsiedel 1987, S. 211
  • Ernst Schwarz: Sprache und Siedlung in Nordostbayern. Nürnberg 1960, S. 322
  • Hch. Schuberth: Ein Beitrag zur Besiedelungsgeschichte des nördlichen Oberfranken. Selbstverlag, Hof 1953, S. 14
  • Ludwig Vogt: Die Gewässernamen des Fichtelgebirges. In: Der Siebenstern. 1960, S. 5
  • Dirk Götschmann: Oberpfälzer Eisen. Theuern 1985, S. 191
  • Heinrich Vollrath: Die Veränderungen des Gewässernetzes durch Bachumleitungen im Hohen Fichtelgebirge. In: Der Siebenstern. 1976, S. 112–116
  • Heinrich Vollrath: Erosionsformen des Granits in Nordostbayern. 31. Bericht des Nord-oberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde. Hof 1984, S. 64

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. www.frankenpost.de (21. März 2009): Nagel wird zum geteilten Ort, hier online; zuletzt eingesehen am 23. April 2009