Grindelia squarrosa

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Grindelia squarrosa
Curlycup Gumweed.jpg

Grindelia squarrosa

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Grindelia
Art: Grindelia squarrosa
Wissenschaftlicher Name
Grindelia squarrosa
(Pursh) Dunal

Grindelia squarrosa ist eine Pflanzenart aus der Gattung Grindelia in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Art gehört zum typischen Bewuchs der Steppen der Great Plains. Sie ist vor allem wegen ihres Harzes bekannt, das von den amerikanischen Ureinwohnern als Heilmittel verwendet wurde und heute in der Homöopathie eingesetzt wird.

Beschreibung[Bearbeiten]

Grindelia squarrosa variiert in der Form von einer zweijährigen bis ausdauernden, krautigen Pflanze bis hin zu einem Halbstrauch. Als Halbstrauch blüht sie allerdings für gewöhnlich nur im ersten Jahr und ist kurzlebig. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 40 und 100 Zentimeter, selten sind sehr kleine Exemplare um 10 Zentimeter. Die Chromosomenzahl ist 2n = 12.

Die unbehaarte Sprossachse steht aufrecht und ist weißlich oder streifig, selten rötlich oder gräulich.

Blätter[Bearbeiten]

Die wechselständigen Laubblätter sind verdickt mit ovalen, eiförmigen, umgekehrt eiförmigen oder länglichen bis spatelförmigen, lanzettlichen oder linealischen Spreiten, die 15 bis 70 Millimeter lang werden. Sie sind zwei- bis fünfmal so lang wie breit. Die Basis ist mehr oder weniger stängelumfassend. Der Blattrand ist gekerbt bis gesägt, mit drei bis sechs, abgerundeten bis stumpfen, harzigen Zähnen pro Zentimeter. Seltener sind ganzrandige Spreiten. Die Blattspitze ist stumpf oder angeschärft. Beide Seiten der Spreite sind kahl und stark mit Drüsen gepunktet.

Blüten[Bearbeiten]

Die endständigen Blütenstände stehen in offenen oder gedrängten Schirmtrauben, nur selten allein. Das Involucrum ist breit flaschenförmig, halbkugelähnlich oder kugelförmig. Es misst 6–11 × 8–20 Millimeter. Unter dem Involucrum finden sich Tragblätter, die Phyllarien genannt werden. Sie stehen in fünf oder sechs Reihen und sind zurückgebogen bis abstehend oder angedrückt. Ihre Form ist fadenförmig oder linealisch bis lanzettlich mit abgeflachtem oder stark zugespitztem Querschnitt. Die Spitze ist geschleift bis hakenartig, seltener zurückgebogen oder fast gerade. Die Phyllarien sind moderat bis stark harzig.

Der Blütenstand enthält zwischen 24 und 36 Zungenblüten, zuweilen fehlen Zungenblüten ganz. Die Zungen sind 8 bis 14 Millimeter lang. Die Blütezeit dauert von Juli bis September.

Früchte[Bearbeiten]

Nach der Blüte bilden sich weiße, streifige, braune beziehungsweise graue Achänenfrüchte, die 1,5 bis 4,5 Millimeter lang sind. Die Spitzen sind glatt, kronenartig oder knaufartig. Die Seiten sind glatt, streifig oder gefurcht. Jede Frucht hat zwischen zwei und acht Pappi zur Verbreitung. Diese sind gerade, gewunden oder verwickelt. Die Oberfläche ist glatt oder feinbärtig, mit ahlenförmigen Schuppen oder mit borstigen Grannen. Die Pappi sind zwischen 2,5 und 5,5 Millimeter lang und kürzer als die Röhrenblüten.

Verbreitung[Bearbeiten]

Grindelia squarrosa gedeiht auf Ödländereien und an Wegrändern auf bevorzugt trockenen Böden, aber auch auf feuchterem Untergrund. Auf übergrasten Arealen ist die Art oft bestandsbildend.

Ursprünglich war die Art wohl in den Great Plains und an den Rocky Mountains verbreitet. Von dort aus hat sie sich stark ausgebreitet und ist heute in den gesamten Vereinigten Staaten mit Ausnahme des Südostens, im Süden Kanadas und im Norden Mexikos verbreitet. Neophytische Vorkommen wurden auch aus der Ukraine und aus Mitteldeutschland[1] gemeldet.

Systematik[Bearbeiten]

Neben dem nominotypischen Taxon wurde noch eine Varietät

beschrieben. Umstritten ist, ob es sich bei den Pflanzen ganz ohne Zungenblüten um eine eigene Art G. nuda Wood. handelt.

Grindelia squarrosa bildet natürliche Hybriden mit Grindelia hirsutula und Grindelia arizonica.

Verwendung[Bearbeiten]

Grindelia squarrosa wurde von vielen nordamerikanischen Ureinwohnern als Medizinpflanze verwendet. Die Blackfoot verwendeten Wurzelextrakte bei Leberbeschwerden. Die Cheyenne setzten das Blütenharz bei Hautkrankheiten ein. Andere Völker verwendeten Extrakte aus dem Harz der Pflanzen bei Erkältungen, bei Bauchweh oder als Verhütungsmittel.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  John L. Strother, Mark A. Wetter: Grindelia squarrosa. In: Flora of North America. 20, Oxford University Press, Oxford 2006, ISBN 978-0-19-530564-7, S. 429 (online, abgerufen am 16. Januar 2010).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grindelia squarrosa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Peter Gutte: Flora von Leipzig einschließlich Markkleeberg. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3936055505.
  2.  Daniel E. Moerman: Native American Medicinal Plants: An Ethnobotanical Dictionary. Timber Press, Portland 2009, ISBN 978-0-88192-987-4, S. 222 (Volltext in der Google-Buchsuche, abgerufen am 16. Januar 2010).