Großer Arbersee

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Großer Arbersee
Blick zum Arberseehaus
Blick zum Arberseehaus
Geographische Lage Bayerischer Wald
Zuflüsse Geigenbach
Abfluss Seebach → Großer Regen
Orte am Ufer Arberseehaus (Gasthaus)
Daten
Koordinaten 49° 5′ 55″ N, 13° 9′ 18″ O49.09861111111113.155935Koordinaten: 49° 5′ 55″ N, 13° 9′ 18″ O
Großer Arbersee (Bayern)
Großer Arbersee
Höhe über Meeresspiegel 935 m ü. NN
Fläche 7,7 haf5
Länge 550 mf6
Breite 260 mf7
Volumen 450.000 m³f8
Maximale Tiefe 16 mf10
Mittlere Tiefe 5,8 mf11
pH-Wert 5,91
Einzugsgebiet 2,58 km²f4
Besonderheiten

Schwingrasen,
meistbesuchter See des Bayer. Waldes

Der Große Arbersee ist einer von drei Seen des Bayerischen Waldes. Er gehört zur Gemeinde Bayerisch Eisenstein. Der Große Arbersee liegt an der Flanke des Großen Arbers.

Ebenso wie weitere sieben Seen in der Region (s. unten) ist der Große Arbersee ein Relikt der Eiszeit (Karseen) und von einem dichten Urwald und Hochwald umschlossen. Der Große Arbersee ist der meistbesuchte See des Bayerischen Waldes. Er ist in einem tiefen und wildromantischen Bergkessel gebettet und wird vom 1.456 Meter hohen Großen Arber um 500 m überragt.

Der Große Arbersee von der Terrasse des Arberseehauses aus gesehen

Durch Filzbildung verlor der See zwischen 1803 und 1897 etwa 1,5 ha von seiner Fläche. Um das Zuwachsen des Sees zu verhindern, wurde 1899 ein großer Teil der Schwingrasen abgesprengt und an Land gezogen, wodurch sich die Seefläche wieder erheblich vergrößerte. Heute gibt es noch zwei größere Flächen Schwingrasen im westlichen Teil des Sees, eine mit 1,4 Hektar im Südwesten und eine mit 0,8 Hektar im Nordwesten. Im Gegensatz zu den schwimmenden Inseln im Kleinen Arbersee sind die Schwingrasen am Großen Arbersee mit dem Ufer verbunden, doch auch sie haben keine feste Verbindung zum Seegrund.

Im Westen des Sees steigt die fast 400 m hohe steile Arberseewand empor. Der Aufstieg über die Seewand auf den Arbergipfel wurde wegen einer Zunahme des Borkenkäferbefalls sowie nach mehreren Abstürzen und dramatischen Rettungsaktionen geschlossen.

Der Große Arbersee ist unmittelbar neben einer vielbefahrenen Straße zu finden, die Besucherzahl liegt bei rund einer halben Million pro Jahr. Der See kann dabei auf zum Teil steinigen und häufig nassen Wanderwegen und im Moorbereich auf Stegen umwandert werden. An seinem Ufer steht mit dem Arberseehaus eine Gaststätte. Das erste Arberseehaus wurde 1905 erbaut.

Blick zum See (2012)

Das Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Großer Arbersee und Arberseewand wurde durch Verordnung des Regierungspräsidenten in Regensburg am 15. August 1939 ausgewiesen und durch Bekanntmachung im Bayerischen Regierungsanzeiger vom 22. August 1939 in Kraft gesetzt. Es war bereits seit 1914 Pflanzenschonbezirk. Es ist 157 ha groß und umfasst die Umgebung des Sees einschließlich der Seewand. 1972 wurde ein ca. 130 ha großer Teilbereich zum Naturwaldreservat Geige und Seewand erklärt. Im gesamten Schutzgebiet besteht ein Wegegebot, Radfahrverbot, für Hunde Leinenzwang, ein Bade- und Sonnenbadeverbot und das Verbot, den See unbefugt zu befahren. Besonders betreut wird das Naturschutzgebiet - ebenso wie das gesamte niederbayerische Arbergebiet von der „Gebietsbetreuerin Arberregion“ des Naturparks Bayerischer Wald.[1]

Die Seewand bildet den Abschluss des Sees und den Kernbereich des Naturwaldreservats. Forstwirtschaft war wegen der Unzugänglichkeit und der Steilheit des Geländes hier nie möglich. Hier stehen bis zu 400 Jahre alte Bäume, der natürliche ökologische Kreislauf wurde nie unterbrochen. Viele Tierarten sind auf ökologische Nischen in diesem artenreichen Mischwald angewiesen, in dem Totholz nicht sofort abtransportiert wird, sondern als Lebensgrundlage für Käfer und andere Insekten zurückbleibt.

Die Insekten stellen die Hauptnahrungsquelle der über 45 Vogelarten dar, die im Naturwaldreservat nisten, darunter der seltene Weißrückenspecht, der in Deutschland nur in den Alpen und hier im Bayerischen Wald vorkommt. Verlassene Spechthöhlen bieten anderen Tieren Unterschlupf, z. B. dem Baummarder. Durch den Wasserreichtum ist das Reservat auch für die ökologischen Ansprüche des Fischotters geeignet, der hier eines der letzten Zufluchtsgebiete in Mitteleuropa gefunden hat.

Märchenwald[Bearbeiten]

Direkt neben dem Arbersee liegt ein 1970 gegründeter Märchenpark, der in den Sommermonaten geöffnet ist. Der rund einstündigen Rundgang führt an verschiedenen Häuschen vorbei und die Besucher können sich per Knopfdruck Märchen von Band erzählen lassen.[2]

Andere Seen in der Region[Bearbeiten]

Auf der tschechischen Seite dieses ausgedehnten Waldgebietes befinden sich im Böhmerwald weitere fünf Gletscherseen, alle im Biosphärenreservat Šumava.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großer Arbersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Naturpark Bayerischer Wald -> Gebietsbetreuung -> Arber
  2. Homepage des Märchenwaldes, abgerufen am 1. September 2012