Habiba Ghribi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Medaillenspiegel
Habiba Ghribi bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu
Habiba Ghribi bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu
Hindernislauf, Mittelstreckenlauf
TunesienTunesien Tunesien
Olympische Sommerspiele
Silber 2012 London 3000 mH
Weltmeisterschaften
Silber 2011 Daegu 3000 mH
Afrikameisterschaften
Silber 2006 Bambous 3000 mH
Mittelmeerspiele
Bronze 2009 Pescara 1500 m

Habiba Ghribi (arabisch ‏حبيبة الغريبي‎, DMG Ḥabība al-Ġarībī; * 9. April 1984 in Qairawān) ist eine tunesische Mittel- und Langstreckenläuferin. Ihre größten Erfolge erzielte sie im Hindernislauf.

Karriere[Bearbeiten]

Erste internationale Erfahrungen sammelte Ghribi im Crosslauf. Bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften 2000 in Vilamoura belegte sie den 46. Platz im Juniorinnenrennen. In den folgenden Jahren nahm sie mehrfach an weiteren Crosslauf-Weltmeisterschaften teil, blieb aber weiter ohne herausragende Resultate.

Bei den Leichtathletik-Afrikameisterschaften 2002 in Radès wurde Ghribi Elfte im 5000-Meter-Lauf. Danach begann sie sich auf den Hindernislauf zu konzentrieren. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki wurde diese Disziplin erstmals auch für Frauen angeboten. Ghribi konnte sich als Achte ihres Vorlaufs jedoch nicht für das Finale qualifizieren. Bei den Leichtathletik-Afrikameisterschaften 2006 in Bambous gelang ihr der Gewinn der Silbermedaille hinter der Weltmeisterschaftsdritten Jeruto Kiptum aus Kenia.

Als olympische Disziplin wurde der Hinidernislauf der Frauen erstmals 2008 in Peking ausgetragen. Ghribi belegte im Finale den 13. Platz. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin steigerte sie ihre persönliche Bestleistung und den tunesischen Rekord deutlich auf 9:12,52 Minuten und wurde Sechste. Zuvor hatte sie bei den Mittelmeerspielen in Pescara eine Bronzemedaille im 1500-Meter-Lauf errungen.

Ihren bis dahin bedeutendsten Erfolg feierte Ghribi bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu. Mit persönlicher Bestleistung von 9:11,97 Minuten gewann sie die Silbermedaille im Hindernislauf hinter der Russin Julija Saripowa und vor der eigentlichen Favoritin Milcah Chemos Cheywa aus Kenia. Im folgenden Jahr sicherte sie sich auch bei den Olympischen Spielen in London die Silbermedaille und musste sich erneut nur Saripowa geschlagen geben. Gleichzeitig steigerte sie ihre Bestleistung und den tunesischen Rekord auf 9:08,37 Minuten.

Ihre Medaille war die erste Olympia-Medaille überhaupt für eine Frau aus Tunesien. Radikal-islamistische Gruppierungen ihres Heimatlandes forderten die Regierung auf, der Athletin die Staatsbürgerschaft zu entziehen, weil sie bei ihrem Olympialauf zu freizügig gekleidet gewesen sein. Ghribi war im üblichen Nationaldress der Leichtathleten gestartet.

Bestleistungen[Bearbeiten]

  • 1500 m: 4:12,37 min, 3. Juli 2009, Pescara
  • 3000 m: 8:56,22 min, 8. Mai 2011, Franconville
  • 5000 m: 16:12,9 min, 22. Juni 2003, Radès
  • 3000 m Hindernis: 9:08,37 min (NR), 6. August 2012, London

Weblinks[Bearbeiten]