Hans Grodotzki
| Medaillenspiegel | ||
|---|---|---|
| 5000 m, 10.000 m, | ||
| Olympische Spiele | ||
| Silber | 1960 Rom | 5000 m |
| Silber | 1960 Rom | 10.000 m |
Hans Grodotzki (* 4. April 1936 in Preußisch Holland, Ostpreußen) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner aus der DDR. Innerhalb der gemeinsamen Mannschaft beider deutscher Staaten gewann er bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom zwei Silbermedaillen, im 5000- und im 10.000-Meter-Lauf.
Hans Grodotzki musste 1945 mit Eltern und 2 Geschwistern seine Heimatstadt verlassen; die Familie gelangte nach Menteroda (Landkreis Sondershausen, Thüringen).[1][2] Nach der Schule arbeitete er als Bergmann im Kalibergbau und spielte in der Freizeit Fußball und Tischtennis. Er begann mit dem Leichtathletiktraining 1954, nachdem er bei einer zufälligen Laufteilnahme aufgefallen war. Im Alter von 20 Jahren, während seines Militärdienstes, wurde er 1958 nach Potsdam an die damalige Außenstelle des ASK Vorwärts Berlin kommandiert, wo er intensiv zu trainieren begann und war bereits nach anderthalb Jahren Mitglied der DDR-Nationalmannschaft.
Am 2. September 1960 gewann er in 13:44,6 min die Silbermedaille im 5000-Meter-Lauf hinter dem Neuseeländer Murray Halberg (13:43,4 min). Eine weitere Silbermedaille gewann er am 9. September 1960 in einer Zeit von 28:37,0 min hinter Pjotr Bolotnikow (UdSSR, 28:32,2 min). Er ist der einzige deutsche Läufer, der bei Olympischen Spielen eine Medaille im 10.000-Meter-Lauf gewann: Von allen deutschen Mittel- und Langstreckenläufern gelang außer ihm nur noch Gunhild Hoffmeister der Gewinn zweier Medaillen bei ein und denselben Olympischen Spielen.
Hans Grodotzki gehört dem ASK Vorwärts Potsdam an und trainierte bei Curt Eins. In seiner aktiven Zeit war er 1,75 m groß und 65 kg schwer. 1962 wurde seine Sportlerkarriere durch einen Achillessehnen-Riss unterbrochen, 1964 beendete er sie endgültig. Er studierte bis 1969 an der Pädagogischen Hochschule "Karl Liebknecht" in Potsdam und wurde Trainer. Er war danach bis 1981 Sportoffizier beim ASK Vorwärts Potsdam, später Zivilangestellter in der Nationalen Volksarmee. Nach dem Ende der DDR war er beim LAC Halensee Berlin angestellt.
Hans Grodotzki wohnt in Potsdam und hat eine Tochter.
1991 erhielt Hans Grodotzki den Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis. Er wurde vom DLV damit stellvertretend für alle Athleten aus der DDR geehrt, die ja bis 1990 nicht dem DLV angehörten.
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Deutsche Rekorde [Bearbeiten]
3000 Meter:
- 7:58,4 min am 14. Juni 1959 in Warschau
- 7:54,6 min am 30. Juli 1960 in Potsdam
10.000 Meter:
- 29:08,8 min am 17. Juli 1959 in Oslo
- 28:57,8 min am 17. Juli 1960 in Schweinfurt
- 28:37,0 min am 8. September 1960 in Rom
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ http://archiv.preussische-allgemeine.de/1961/1961_06_17_24.pdf
- ↑ http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11883323/62449/Vor-Jahren-gewann-der-Potsdamer-Langstreckenlaeufer-Hans-Grodotzki.html
Literatur [Bearbeiten]
- Kurzbiografie zu: Grodotzki, Hans. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Weblinks [Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grodotzki, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1936 |
| GEBURTSORT | Preußisch Holland, Ostpreußen |