Hans Lutz Merkle

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Hans Lutz Merkle (* 1. Januar 1913 in Pforzheim; † 22. September 2000 in Stuttgart) war ein deutscher Manager. Er war Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

Leben[Bearbeiten]

Bis 1958 war Merkle Mitglied des Vorstandes der Ulrich Gminder AG in Reutlingen. Als Nachfolger von Hans Walz war er ab 1963 Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Danach war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der GmbH und wurde später Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG . Sein Nachfolger als Bosch-Geschäftsführer wurde 1984 Marcus Bierich.

Merkle galt als öffentlichkeitsscheu, war aber einer der letzten Industriemanager, die nahezu uneingeschränkt und allein Entscheidungen trafen. 1976 wurde er Ehrenmitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Jahre 1994 wurde er mit der Ehrenbürgerwürde der Universität Stuttgart ausgezeichnet. Dies galt seinerzeit als eine ganz besondere Ehre, da die Universität zuvor 30 Jahre lang diese Würde nicht verliehen hatte.

Erst nach seinem Tode wurde der Öffentlichkeit bekannt, dass Merkle Zeit seines Lebens ein nahezu besessener Bücherfreund gewesen war. Seine Bibliothek umfasste 17.000 Bände, darunter bibliophile Raritäten wie ein Exemplar der Erstausgabe von Goethes Das Römische Carneval .

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Stabilität in der Wirtschaftspolitik - Dynamik in der Wirtschaft. Vortrag. Stuttgart, 1966, 36 S.
  • Hermann J. Abs mit einer Einführung und einem Beitrag von Hans L. Merkle: Lebensfragen der Wirtschaft. Econ, München, 1976, ISBN 3-430-11011-4
  • Bruchzonen der Gegenwart. Gedanken über Politik und Wirtschaft. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1984, 321 (3) S.
  • Kultur der Wirtschaft. Betrachtungen am Rande der Politik. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1988, 304 Seiten, ISBN 3-421-06483-0
  • Hans L. Merkle, Hans Ullrich Gallwas: Zum Thema Stiftung. Der Einzelne und das Gemeinwesen. Verfassungsrechtliche Anmerkungen zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Hrsg. Robert Bosch Stiftung. Stuttgart; 1991, 35 S.
  • Der steinige Weg. Erfahrungen eines Unternehmers. Manesse Verlag GmbH München, 1993, ISBN 3-7175-8199-6, 2. Auflage. Manesse Verlag, Zürich 1994, 135 S.
  • Ein deutsches Unternehmen in Frankreich. Die Bosch-Gruppe und der Neubeginn in den deutsch-französischen Beziehungen ab 1945. Bonn: Bouvier 1995, 56 S.
  • Dienen und Führen - Erkenntnisse eines Unternehmers. Vorwort in englischer Sprache von Henry A. Kissinger und H. Scholl. Stuttgart; Leipzig: Hohenheim-Verlag, 2001, 351 S., ISBN 3-89850-058-6 (Auswahl seiner Vorträge und Aufsätze)

Literatur[Bearbeiten]

  • Heide Ziegler (Hrsg.): Hans L. Merkle. Reden bei der Festveranstaltung aus Anlass der Ernennung von Prof. Dr. h.c. Hans L. Merkle zum Ehrenbürger der Universität Stuttgart, 4. Februar 1994. Anhang: Verzeichnis der Ehrenbürger der Technischen Hochschule bzw. der Universität Stuttgart. [Ulrich Sieber]. [Universität Stuttgart]. Stuttgart: Universität, 1994, 48 S., ISBN 3-926269-13-8 (Reden und Aufsätze / Universität Stuttgart; 47)
  • Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Medaille in Gold an Professor Dr. phil. h.c. Hans L. Merkle, Stuttgart am 23. Oktober 1973, Hamburg: Stiftung F.V.S. 1973, 32 Seiten

Weblinks[Bearbeiten]