Harland D. Sanders

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Harland D. Sanders (1974)
Sanders’ Statue in seinem ehemaligen Büro

Harland David Sanders (* 9. September 1890 in Henryville, Clark County, Indiana; † 16. Dezember 1980 in Louisville, Kentucky), besser bekannt als Colonel Sanders, war der Gründer des Systemgastronomie-Unternehmens Kentucky Fried Chicken (KFC).

Leben[Bearbeiten]

Sanders stammte aus Henryville in Indiana. Er war das älteste von drei Kindern von Wilbur David und Margaret Ann Sanders.[1] Sein Vater starb, als er sechs Jahre alt war. Weil die Mutter arbeiten musste, war er in der Familie verantwortlich für das Kochen. Während der nächsten zehn Jahre arbeitete Sanders in vielen Jobs, unter anderem als Heizer bei der Eisenbahn, in einer Fährgesellschaft, als Versicherungsagent und als Freiwilliger in der Armee in Kuba.

Sanders heiratete im Jahre 1908 Josephine King.[2]

1930, im Alter von 40 Jahren, bereitete Sanders Hühnchen für Kunden zu, die seine Tankstelle in Corbin, Kentucky aufsuchten. Er hatte zu jener Zeit kein Restaurant, sondern servierte die Hühnchen in seiner angrenzenden Privatwohnung. Hierdurch wuchs seine örtliche Bekanntheit und er erweiterte seine Tankstelle zu einem Motel-Restaurant mit 142 Sitzplätzen. In den nächsten neun Jahren experimentierte er mit der Zubereitung von Hühnchen und perfektionierte die Würzung, welche zum Schluss die gleichen elf Kräuter und Gewürze beinhaltete, die angeblich auch heute noch die Grundlage der Produkte von KFC sind. Er verwendete auch einen Dampfdrucktopf, der die Zubereitung im Vergleich zur Pfannenzubereitung wesentlich verkürzte.

Sanders (rechts) in seiner Küche in Corbin, Kentucky (ca. 1930)

Im Jahre 1935 wurde ihm vom Gouverneur von Kentucky der Ehrentitel “Colonel of Kentucky” zugesprochen. Ungleich vielen anderen, die diesen Titel erhielten, benutzte Sanders ihn nun als Rufnamen und kleidete sich in typischer Südstaaten-Gentleman-Manier in weißes Leinen als Charakteristikum seiner Selbstvermarktung. Um Platz für eine Straßenerweiterung zu schaffen, war Sanders gezwungen, sein Grundstück zu verkaufen. Er baute jedoch nicht an anderer Stelle neu, sondern verließ sich ganz auf seine Fähigkeiten als Koch. Von der Qualität seiner Brathähnchen überzeugt, widmete er sich ab 1952 dem Franchise-Geschäft. Sanders reiste im ganzen Land umher und briet Hühner für Restaurantbesitzer und ihre Mitarbeiter. Wenn die Reaktion zufriedenstellend war, ging er einen Handschlag-Vertrag ein, der ihm eine Zahlung von 10 Cent für jedes nach seinen Rezepten zubereitete Brathuhn zusprach. Das erste Restaurant wurde in Salt Lake City gegründet. Das Konzept war ein Erfolg und brachte eine der größten Fast-Food-Restaurantketten der Welt hervor. Sanders selbst wurde zu einem in den gesamten USA bekannten Mann.

1947 ließ sich Sanders von seiner Frau Josephine scheiden und heiratete 1949 seine Sekretärin Claudia.[3] 1959 verlegte Sanders die Zentrale seines Unternehmens an einen neuen Standort nahe Shelbyville in Kentucky. Er verkaufte es 1964 an eine Investorengruppe, die vom späteren Gouverneur von Kentucky John Y. Brown junior angeführt wurde.

Im Alter von 65 Jahren hatte er seine erste Million verdient.

Nach seinem Rückzug als Koch arbeitete Sanders als angestellter Sprecher der Unternehmensgruppe weiter. Er erschien in den meisten Werbesendungen der Gesellschaft in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren mit dem Slogan „Finger-lickin’ good“ (engl. für „So gut, dass man sich die Finger danach leckt.“) und vertrat eloquent und mit lebendigem Vokabular seine Überzeugungen von der Qualität der Produkte, auch im Negativen, wenn er in einem Restaurant seiner Kette unzufrieden war. 1975 verklagte ihn KFC sogar, bestimmte negative Äußerungen zu unterlassen, unterlag jedoch vor Gericht. Sanders verbreitete auch danach weiter seine Auffassungen zur Qualität des Hühnchenbratens.

Sanders gehörte der Christian Church an. Im September 1970 ließ er sich mit seiner Frau im Jordan taufen. Er war gut mit den Baptistenpastoren Billy Graham und Jerry Falwell befreundet.[4] Harland Sanders war ein Mitglied im Bund der Freimaurer und engagierte sich bei den Shrinern für die kostenlose medizinische Versorgung von Kindern.[5][6]

Grabmal von Sanders auf dem Cave Hill Cemetery in Louisville, Kentucky

Er kaufte privat den Stammsitz des Unternehmens zurück und eröffnete in ihm ein Restaurant. Die neuen Eigentümer von KFC betrachteten den Namen “Colonel Sanders” als Markenzeichen des Unternehmens, und so entschloss sich Sanders, das neue Restaurant nach seiner Frau “Claudia Sanders’ Dinner House” zu nennen. Das Restaurant ist (Stand 2012) nach wie vor geöffnet und beherbergt Andenken und Devotionalien an die Sanders-Familie.[7] Ein zweites “Claudia Sanders’ Dinner House” wurde in einem historischen Gebäude in Bowling Green (Kentucky) eröffnet, schloss aber im Jahre 1980.

Sanders starb im Alter von 90 Jahren an Leukämie. Er wurde in seinem charakteristischen weißen Anzug mit der schwarzen Krawatte in Louisville begraben, nachdem er in der Rotunde der Hauptverwaltung aufgebahrt gewesen war. Später erschien in der Werbung eine Cartoon-Version von Sanders, gespielt von dem Schauspieler Randy Quaid, was zu erheblicher Bestürzung seitens der Sanders-Familie führte.

Er hinterließ drei Kinder:

  • Harland David Sanders, Jr.
  • Margaret Sanders
  • Mildred Sanders Ruggles

Nachwirkung[Bearbeiten]

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Sein Bildnis erscheint auf den Pappbechern von KFC, und eine stilisierte Grafik seines Gesichts ist ein Handelszeichen der Gesellschaft; seine Rolle wurde in der amerikanischen TV-Werbung von Jack Lemaire gespielt.

Rezepturen[Bearbeiten]

Ähnlich der genauen Rezeptur von Coca Cola wird das exakte Sanders-Rezept der elf Kräuter und Gewürze für die KFC-Produkte als eines der bestgehüteten Geschäftsgeheimnisse dargestellt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harland Sanders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Human Tradition in the New South By James C. Klotter 130
  2. Edith Evans Asbury (17. Dezember 1980). "Col. Harland Sanders, Founder of Kentucky Fried Chicken, Dies: [Obituary]". The New York Times. S. A33
  3. The Human Tradition in the New South By James C. Klotter 142
  4. The Human Tradition in the New South By James C. Klotter 153
  5. Harald D. Sanders: Life As I Have Known It Has Been Finger Lickin' Good (Autobiografie); Carol Stream, Illinois : Creation House, 1974. S. 29
  6. Sanders Shriner, Auf der Homepage der Aloha Shriners (Honolulu) (Abgerufen am 9. Juni 2013)
  7. Claudia Sanders' Dinner House. Abgerufen am 15. April 2013 (Restaurant von Sanders nach dem Verkauf an KFC).