Hartmut Boockmann
Hartmut Boockmann (* 22. August 1934 in Marienburg (Westpreußen); † 15. Juni 1998 in Göttingen) war ein deutscher Historiker, dessen Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte ihm internationales Ansehen einbrachten.
Hartmut Boockmann promovierte 1965 bei Hermann Heimpel mit der Arbeit Laurentius Blumenau und habilitierte sich 1975 mit dem Beitrag Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische Politik. Boockmann lehrte als Professor für Mittlere und Neuere Geschichte in Kiel (1975–1982), ab 1982 bis zu seinem Tod in Göttingen und zwischen 1992 und 1995 an der Humboldt-Universität Berlin. Boockmann befasste sich vor allem mit dem deutschen Spätmittelalter, das er auch in populären Werken einem breiten Publikum nahezubringen versuchte. Seine mediengeschichtlichen Arbeiten, die unter anderem Bilder als faszinierende Quellen entdeckten, hatten in der deutschen Mittelalterforschung Pioniercharakter. Als Meisterwerk gilt in dieser Hinsicht der Band Die Stadt im späten Mittelalter.
Schriften [Bearbeiten]
- Laurentius Blumenau. Fürstlicher Rat, Jurist, Humanist. (ca. 1415–1484) (= Göttinger Bausteine zur Geschichtswissenschaft. Bd. 37, ZDB-ID 504693-2). Musterschmidt, Göttingen u. a. 1965 (Zugleich: Göttingen, Universität, Dissertation, 1961).
- Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische Politik. Untersuchungen zur politischen Theorie des späteren Mittelalters. Mit einem Anhang: Die Satira des Johannes Falkenberg (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 45). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1975, ISBN 3-525-35354-5 (Zugleich: Göttingen, Universität, Habilitations-Schrift, 1974).
- Einführung in die Geschichte des Mittelalters. Beck, München 1978, ISBN 3-406-05996-1 (8. Auflage. ebenda 2007, ISBN 978-3-406-36677-2).
- Der Deutsche Orden. 12 Kapitel aus seiner Geschichte. Beck, München 1981, ISBN 3-406-08415-X (In polnischer Sprache: Zakon krzyżacki. Dwanaście rozdziałów jego historii (= Klio w Niemczech. Bd. 3). Volumen, Warschau 1998, ISBN 83-7233-048-4; in russischer Sprache: Немецкий орден. Двенадцать глав из его истории. Ладомир, Москва 2004, ISBN 5-86218-450-3; in litauischer Sprache: Vokiečių ordinas. Dvylika jo istorijos skyrių. Aidai, Vilnius 2003, ISBN 9955-445-63-7).
- Die Marienburg im 19. Jahrhundert. Propyläen Verlag, Frankfurt am Main u. a. 1982, ISBN 3-549-06661-9.
- Die Stadt im späten Mittelalter. Beck, München 1986, ISBN 3-406-31565-8.
- Stauferzeit und spätes Mittelalter. Deutschland 1125–1517 (= Das Reich und die Deutschen. Bd. 7). Siedler, Berlin 1987, ISBN 3-88680-158-6.
- Ostpreußen und Westpreußen (= Deutsche Geschichte im Osten Europas). Siedler, Berlin 1992, ISBN 3-88680-212-4.
- Fürsten, Bürger, Edelleute. Lebensbilder aus dem späten Mittelalter. Beck, München 1994, ISBN 3-406-38534-6.
- Wissen und Widerstand. Geschichte der deutschen Universität. Siedler, Berlin 1999, ISBN 3-88680-617-0.
- Wege ins Mittelalter. Historische Aufsätze. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46241-3.
Literatur [Bearbeiten]
- Arnold Esch: Nekrolog Hartmut Boockmann 1934–1998. In: Historische Zeitschrift. Bd. 268, 1999, S. 272–275.
- Peter Moraw: Nachruf Hartmut Boockmann. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Bd. 54, 1998, S. 911–912.
Weblinks [Bearbeiten]
Texte von Boockmann im Internet
- Spätmittelalterliche deutsche Stadt-Tyrannen
- Bürgerkirchen im späteren Mittelalter - PDF (100 kB)
- Lebensgefühl und Repräsentationsstil der Oberschicht in den deutschen Städten um 1500
- Die Ritter und ihre Harnische
Biographisches
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boockmann, Hartmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 22. August 1934 |
| GEBURTSORT | Marienburg |
| STERBEDATUM | 15. Juni 1998 |
| STERBEORT | Göttingen |