Hasmonäer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Herrschaftsgebiet unter dem Hasmonäer Jonatan
  • Situation im Jahr 160 v. Chr.
  • Erobertes Gebiet
Ungefähre Ausdehnung des Herrschaftsgebietes der Hasmonäer in Palästina zwischen 141 und 63 v. Chr.

Hasmonäer (hebräisch: Haschmonaim) ist der Name eines Herrschergeschlechts im zweiten und ersten Jahrhundert v. Chr. in Judäa, auch Makkabäer genannt, das nach dem Aufstand im Jahre 167 v. Chr. einen selbständigen jüdischen Staat in der Region Palästina begründete. Der patriotisch gesinnte Priester (Kohen) Matitjahu gilt als Ahnherr dieser Dynastie. Sein Sohn Jehuda wurde später Makkabi, „der Hammer“, genannt. Er verkörpert die Revolte gegen die Zwangshellenisierung des jüdischen Landes. In Kunst und Literatur ist er als „Judas Makkabäus“ bekannt. Die hasmonäischen Könige waren gleichzeitig Herrscher und Hohepriester. Sie begründeten ein streng religiös orientiertes System des Priesterkönigtums. Die Makkabäer bescherten den Juden in Israel eine mehr als ein Jahrhundert währende Zeit weitgehender Eigenständigkeit, während der auch die jüdische Religionslehre weiterentwickelt wurde.

Im Jahre 63 v. Chr. verlor das Reich nach der Eroberung durch Pompeius seine Unabhängigkeit. Es existierte dann jedoch als römischer Klientelstaat fort. Aufgrund der Neuordnung Palästinas durch Pompeius verblieb den Hasmonäern nur noch das religiöse Amt des Hohepriesters.

Die Hasmonäerdynastie verlor im Jahre 37 v. Chr. endgültig ihre Macht und Herodes der Große wurde König.

Im Jahre 6 n. Chr. wurde das Königreich durch Kaiser Augustus in die römische Provinz Judäa umgewandelt und verlor damit seine Eigenstaatlichkeit.

Die hasmonäischen Herrscher:

Hohepriester ab 63 v. Chr.:

Weitere Mitglieder der Familie:

  • Alexander, Sohn von Aristobulos II., († 49 v. Chr.)
  • Alexandra, Ehefrau des Alexandros, Mutter der Mariamne, († 28 v. Chr.)
  • Mariamne, Ehefrau Herodes des Großen, († 29 v. Chr.)

Geschlecht der Hasmonäer[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
Mattatias
† 166[1] in Modeïn
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johannes Gaddi
† 160 (ermordet bei den Nabatäern)
 
Simon Thassi
Ethnarch & Hoherpriester
143 - † 135 (ermordet bei Jericho)
 
Judas Makkabäus
† 160 (gefallen bei Elasa)
 
Eleasar Awaran
† 162 (gefallen in der Schlacht um Jerusalem)
 
Jonatan Apphus
Hoherpriester 160 - † 143
(ermordet in Ptolemais)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Judah
† 135 (ermordet bei Jericho)
 
Mattathias
† 135 (ermordet bei Jericho)
 
Johannes Hyrkanos I.
Ethnarch & Hoherpriester 135 - † 104
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Antigonos
† 107 (ermordet)
 
Aristobulos I.
König & Hoherpriester 104 - † 103
 
Salome Alexandra
* 140(?); Königin von Judäa 76 - † 67
 
Alexander Jannäus
* um 126; König & Hoherpriester 103 - † 76 (Festung Ragaba)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johannes Hyrkanos II.
Hoherpriester 76–40; Ethnarch 63–40; † 30 (hingerichtet)
 
Aristobulos II.
um * 100; König & Hoherpriester 67–63
† 49 (vergiftet in Rom)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alexandra
Prinzessin † 29 (hingerichtet)
 
Alexander
um * 80 Jerusalem - † 49 (hingerichtet in Antiochia)
 
Antigonos Mattathias
Herrscher 40 - † 37 (hingerichtet Antiochia)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mariamne
um * 54; Prinzessin & Gemahlin von König Herodes; † 29 (hingerichtet)
 
Aristobulos III.
um * 53; Hoherpriester ein Jahr vor seinem Tod; † 36/35 (ermordet in Jericho)
 


Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die hier wiedergegebenen Jahreszahlen fußen auf Berechnungen, so wie sie in der Vergangenheit in der Literatur üblich waren. Diese Berechnungen basieren auf der Zählung nach der Seleukidischen Epoche (SE). Die auf der Seleukidischen Epoche beruhenden Jahreszahlen sind mit einer Toleranz versehen, wenn diese Daten in moderne Kalenderdaten umgerechnet werden. Auf eine exakte Genauigkeit kommt es auch nicht unbedingt bei der Betrachtung historischer Geschehnisse an, solange der historische Ablauf in Relation zueinander erhalten bleibt.

Weblinks[Bearbeiten]