Heidelberger Frühling

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Das Internationale Musikfestival Heidelberger Frühling ist ein seit 1997 jährlich im März und April in Heidelberg stattfindendes Musikfestival mit 31.000 Besuchern (2010)[1]. Zu den Schwerpunkten gehören klassische Konzerte von Weltstars und jungen Künstlern, das Heidelberger Atelier (Neue Musik), das Streichquartettfest und eine Lied-Meisterklasse mit dem Bariton Thomas Hampson. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bietet Konzerteinführungen, Filmvorführungen, Jazzabende und Diskussionsforen. Geschäftsführender Intendant ist Thorsten Schmidt.[2] Der Heidelberger Frühling gehört zur Festivalregion Rhein-Neckar.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee zu einem Musikfestival entstand während des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Heidelberg 1996. Ein Jahr später startete der erste „Heidelberger Frühling“ als Konzertreihe. Nach den ersten beiden Jahren beim Philharmonischen Orchester wurde das Musikfestival eigenständig. Im März 2006 wurde die Heidelberger Frühling gGmbH gegründet. 2010 wurde die Stiftung Heidelberger Frühling ins Leben gerufen und 2011 feierte der Freundeskreis des Heidelberger Frühling sein 10 Jähriges Bestehen.

Heidelberger Atelier[Bearbeiten]

Das Heidelberger Atelier ist eine Veranstaltungsreihe des Heidelberger Frühling für Neue Musik. Neben der Förderung junger Komponisten steht hier die Musikvermittlung mit offenen Proben, Lecture Recitals und Konzerteinführungen im Mittelpunkt. Der Schwerpunkt der Werkauswahl liegt dabei auf der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, kontrastiert und kombiniert mit Werken der Klassik und Romantik. Wesentlich zum Heidelberger Atelier tragen die Komponisten Matthias Pintscher, Wolfgang Rihm, Michael Jarrell, Jörg Widmann bei. Inhaltlich begleitete von 2004 bis 2006 Jörg Widmann, von 2007 bis 2008 Matthias Pintscher das Heidelberger Atelier.

Streichquartettfest[Bearbeiten]

Ensembles aus verschiedenen Ländern treffen sich im Festivalforum der Alten Pädagogischen Hochschule Heidelberg, um gemeinsam zu proben und zu musizieren, und um in Dialog mit dem Publikum zu treten. Hierbei wird das klassische Konzertformat teilweise auch erweitert und ausgebaut. In Zusammenarbeit mit dem Impresariat Simmenauer waren zu Gast die Ensembles Klenke Quartett, Zemlinksy Quartett, Quatuor Ebène, Cuarteto Casals, Atrium Quartett oder Kuss Quartett.

Liedschwerpunkt[Bearbeiten]

Seit der „Wunderhorn-Woche“ 2006 mit dem Bariton Thomas Hampson ist dieser eng mit dem Festival verbunden. Unter seiner Leitung finden Interpretationskurse und Symposien mit jungen Gesangsstudentinnen und -studenten statt Der Heidelberger Frühling veranstaltet außerdem Liederabende mit Annette Dasch, Jonas Kaufmann, Christine Schäfer.

Forum junger Künstler[Bearbeiten]

Auf Wettbewerben suchen die Festivalmacher nach Talenten. In der Vergangenheit waren Künstler wie die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker, die Geigerin Julia Fischer, der Pianist Francesco Piemontesi, die Pianistin Olga Scheps und das französische Quatuor Ebène zu Gast beim Forum junger Künstler.

Literatur und Musik[Bearbeiten]

Die 2007 konzipierte Veranstaltungsreihe Literatur und Musik bildet den jüngsten Schwerpunkt des Heidelberger Frühling. Maßgeblich gestaltet durch den Heidelberger Literaturprofessor Dieter Borchmeyer, werden hier literarische und musikalische Werke in Beziehung gesetzt und neu ausgelotet. Zu Gast waren die Schauspieler Mario Adorf, Sunnyi Melles, Dominique Horwitz sowie die Professoren Jan Assmann (Ägyptologie) und Siegfried Mauser (Musik).

"Ohren auf!"[Bearbeiten]

Kooperationen mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ergaben Projekte für Schüler der Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien aus der Metropolregion Rhein-Neckar.

Rahmenprogramm[Bearbeiten]

Vorträge und Konzerteinführungen bieten dem Publikum eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Konzertprogramm. Im Rahmen des „Heidelberger Atelier“ und des Streichquartettfestes ermöglichen öffentliche Leseproben, Gesprächskonzerte, Lecture Recitals und Lesungen einen Zugang zu den aufgeführten Werken.

Unter dem Motto „Der Heidelberger Frühling unterwegs“ erweitert der Heidelberger Frühling seinen Festivalradius auf die Metropolregion. So sollen Kontakte zwischen Festivalbesuchern und Studierenden der Musikhochschulen in der Region geknüpft werden. Das klassizistische Schloss Neckarhausen und die Alte Synagoge in Hirschberg-Leutershausen sind dabei Veranstaltungsorte für die Konzerte der jungen Künstler.

Motti[Bearbeiten]

  • 1997 Brahms-Fest
  • 1998 Text und Takt
  • 1999 Wendezeichen I
  • 2000 Wendezeichen II
  • 2001 Vom Eise befreit
  • 2002 Zwischen Zeit und Ewigkeit
  • 2003 Schein und Spiel
  • 2004 Aus der Neuen Welt
  • 2005 Dialoge
  • 2006 Die Gedanken sind frei
  • 2007 Das Eigene und das Fremde
  • 2008 Zwischentöne
  • 2009 Identität
  • 2010 Ach Europa
  • 2011 Zeitenwechsel
  • 2012 Metamorphosen
  • 2013 Perspektiven

Spielstätten[Bearbeiten]

Der Heidelberger Frühling spielt an fast 50 Orten in Heidelberg und in der Metropolregion Rhein-Neckar. Darunter sind die Aula der Alten Universität Heidelberg, die Aula der Alten PH Heidelberg, das Kongresshaus Stadthalle Heidelberg, die Heiliggeistkirche, die Peterskirche und die der Musik- und Singschule Heidelberg. Die Spielstätten sind während des Festivals durch die grünen Fahnen zu erkennen. Als ungewöhnliche Konzertorte dienen das Atrium des Forschungs- und Entwicklungszentrums der Heidelberger Druckmaschinen AG, das Operon Auditorium Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie, das Studio Villa Bosch, das Restaurant Stadtgarten, das Gesellschaftshaus der BASF SE Ludwigshafen, die Backstube der Bäckerei Mantei.

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Stadt Heidelberg ist Trägerin des Festivals und stellt Personal-, Miet- und Sachkosten bereit, was etwa 30 % der Ausgaben ausmacht. Der Programmbereich und die Werbung werden durch eigene Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten, Medienrechten und Anzeigen in den Druckerzeugnissen, Programmheft- und Catering-Verkäufe, sowie zu 70 % durch Sponsoring und Spenden finanziert.

Zu den Sponsoren des Heidelberger Frühling gehört HeidelbergCement AG als Hauptsponsor.

Wesentliches Element des Fundraising ist der Freundeskreis des Heidelberger Frühling e.V., der seit 2001 besteht und in dem sich Unternehmen und Privatpersonen zusammengeschlossen haben, um das Festival von Seiten der Heidelberger Wirtschaft und Bürgerschaft zu unterstützen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heidelberger Frühling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karsten Füllhaase: Internationales Musikfestival „Heidelberger Frühling“ 2011. 19. März bis 17. April 2011. Pressemappe. Heidelberg, Internationales Musikfestival Heidelberger Frühling gGmbH. Stand: 5. November 2010. Seite 11 (PDF; 0,5 MB).
  2. Stipendiaten für “Heidelberger Frühling” 2012 ausgewählt, musik-heute.de (abgerufen am 10. Dezember 2011)