Mahler Chamber Orchestra

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Das Mahler Chamber Orchestra wurde 1997 von Claudio Abbado und früheren Mitgliedern des Gustav Mahler Jugendorchesters gegründet. Das Orchester hat 45 Mitglieder aus 20 verschiedenen Ländern und gibt etwa 60–70 Konzerte im Jahr. Das Mahler Chamber Orchestra ist als eingetragener Verein in Berlin registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Orchester wurde 1997 gegründet, als einige Musiker des Gustav Mahler Jugendorchester die Altersgrenze dieses Orchesters erreichten. Da sie weiterhin gemeinsam Musik spielen wollten, beschlossen sie, ein neues Kammerorchester zu gründen. Dabei war ihnen Claudio Abbado, der Musikdirektor des Gustav Mahler Jugendorchester, behilflich, der bereits 1981 in einer ähnlichen Situation die Gründung des Chamber Orchestra of Europe unterstützt hatte. Beim Festival International d’Art Lyrique d’Aix-en-Provence 1998 hatte das neu gegründete Orchester seinen ersten großen Erfolg, als es Mozarts Oper Don Giovanni aufführte.

Daniel Harding nimmt seit 1998 eine zentrale Stellung ein. Er fungierte bereits als 22-jähriger als Erster Gastdirigent, wurde 2003 zum Musikdirektor, 2008 zum Principal Conductor gewählt und schließlich 2011 zum Conductor Laureate ernannt. Musikalisch hat er mit dem MCO Schlüsselwerke der Klassik (unter anderem die großen Mozartopern sowie einen Beethovenzyklus), der Romantik und der Moderne erarbeitet. Seit einiger Zeit liegt der gemeinsame musikalische Schwerpunkt auf dem romantischen Repertoire.

Das MCO ist nicht nur in seiner Besetzung, sondern auch in seiner Ausrichtung international. Schwerpunkte innerhalb seines Aktionsradius’ liegen in Europa, daneben führen weltweite Gastspiele das Orchester in regelmäßigen Abständen nach Asien und Südamerika. 2007 debütierte das MCO an der Carnegie Hall in New York. In Europa ist das Orchester bei den renommiertesten Veranstaltern und Festivals zwischen Süditalien und Nord-Norwegen zu Gast. Enge Verbindungen bestehen unter anderem zum Turiner Konzertveranstalter Lingotto Musica, zum Teatro Regio in Parma, zur Alten Oper Frankfurt, zum Musikfest Bremen, zum Théâtre des Champs-Élysées in Paris, zur Mozartwoche Salzburg und zum Musik-Festival Grafenegg, zum Harstad Festival in Nordnorwegen, zum Aldeburgh Festival in Snape sowie zum Festspielhaus Baden-Baden, zum Festival Prague Spring und zum Radialsystem V in Berlin.

Zentren der ausgedehnten Tourneetätigkeit bilden die Residenzen des Orchesters, an denen das MCO regelmäßig längere Proben- und Konzertphasen zubringt. Bereits seit 1998 ist das MCO orchestra in residence bei Ferrara Musica. Im Rahmen der Residenz wurden in den letzten fünfzehn Jahren rund 100 Konzertprogramme und Opern aufgeführt. Einen Teil der Konzerte dirigieren Claudio Abbado sowie Daniel Harding, mit dem das MCO sich hier neue Repertoirefelder erschließt. Dazu finden spannende Erstbegegnungen mit jungen, hoffnungsreichen Dirigenten und Solisten statt. Das MCO ist in Ferrara auch außerhalb des Teatro Comunale aktiv, hat eine eigene Kammermusik-Konzertreihe im Jazzclub Ferrara und arbeitet eng mit dem Conservatorio von Ferrara zusammen.

Seit Mai 2009 ist das MCO Residenzorchester in Nordrhein-Westfalen. Spielstätten sind die Konzerthäuser in Dortmund, Essen und Köln. Die Kunststiftung NRW und das Land Nordrhein-Westfalen begleiten als Partner und Förderer. Gemeinsam mit den Konzerthäusern und dem Orchesterzentrum|NRW in Dortmund finden künstlerisch hochkarätige Opern- und Konzertaufführungen statt. Ein wichtiger Bestandteil der Residenz ist die MCO Academy zur Aus- und Weiterbildung des Orchesternachwuchses.

Das MCO hat bei Virgin Classics, Deutsche Grammophon und DECCA 26 zum Teil preisgekrönte CDs eingespielt, darunter Opernaufnahmen mit Claudio Abbado und Daniel Harding, die mit einem Grammy ausgezeichnete Live-Aufnahme von Beethovens Klavierkonzerten Nr. 2 und 3 mit Martha Argerich und eine Einspielung italienischer Arien mit Anna Netrebko. 2003 erhielt Symphonie fantastique mit Marc Minkowski den Deutschen Schallplattenpreis. 2008 erschien Tschaikowskys Violinkonzert mit Janine Jansen, im Frühjahr 2009 folgte eine Einspielung romantischer Arien mit Jonas Kaufmann, im Frühjahr 2011 das 2. Klavierkonzert und die Paganini-Rhapsodie von Rachmaninov mit Wang Yujia.

Weblinks[Bearbeiten]