Heimbach-Weis

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50.4504557.53871195Koordinaten: 50° 27′ 2″ N, 7° 32′ 19″ O

Heimbach-Weis
Stadt Neuwied
Höhe: 95 m ü. NN
Einwohner: 7170 (30. Jun. 2012)[1]
Eingemeindung: 7. November 1970
Postleitzahl: 56566
Vorwahl: 02622
Heimbach-Weis (Rheinland-Pfalz)
Heimbach-Weis

Lage von Heimbach-Weis in Rheinland-Pfalz

Dreifaltigkeitskapelle

Heimbach-Weis ist ein Stadtteil und ein Ortsbezirk von Neuwied in Rheinland-Pfalz. Bis 1960 Heimbach und Weis waren eigenständige Gemeinden im Landkreis Neuwied.

Lage[Bearbeiten]

Die beiden heute baulich zusammengewachsenen Dörfer Heimbach und Weis liegen am nordöstlichen Rand des Neuwieder Beckens. Das ehemalige Gemeindegebiet erreicht mit dem Heimbacher Wald bereits die ersten Höhen des Westerwalds. Die Innenstadt von Neuwied liegt südwestlich, der Stadtteil Engers im Süden von Heimbach-Weis. Mit über 7.000 Einwohnern ist Heimbach-Weis seit 1970 nicht nur der bevölkerungsreichste, sondern auch der flächengrößte Stadtteil der Stadt Neuwied.

Geschichte[Bearbeiten]

Weis wurde im Jahr 1059 als „Wissa“ erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1204 lautete der Ortsname „Wise“.[2]

Die Ersterwähnung von Heimbach in der Schreibweise „Hembach“ datiert aus dem Jahr 1093.[2]

Durch seit dem Mittelalter bis weit in die Neuzeit andauernde Rechtsstreitigkeiten um die Hoheit über das Kirchspiel Heimbach, zu dem auch Weis und Gladbach gehörten, kamen dem Ort Rechte zugute, welche sonst nur freien Reichsstädten wie Frankfurt vorbehalten waren. So hätte man aufgrund dieser besonderen historisch-politischen Verhältnisse Heimbach-Weis einen „Bauernfreistaat“, oder wie an anderem Ort formuliert, eine „Freie Reichsstadt im Landformat“ nennen können.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Ehemaliges Gemeindewappen Heimbach-Weis
Ehemaliges Gemeindewappen Weis

Der Stadtteil ist ein Doppelort, am 1. September 1960 zusammengefügt aus dem größeren Ort Heimbach und dem kleineren Weis. Am 7. November 1970 wurde er in die „neue Stadt Neuwied“ eingegliedert.[3] Mit Beschluss des Stadtrats Neuwied vom 22. Januar 1971 wurde Heimbach-Weis ein Stadtteil, der durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten wird. Vorher gehörten Heimbach und Weis, ebenso wie Gladbach, zur Verbandsgemeinde Engers.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist die ehemalige Prämonstratenserabtei Rommersdorf auf dem Heimbach-Weiser Areal zu einem der wichtigsten Kulturgüter der Stadt Neuwied geworden. Die Kreuzgang-Konzerte der Abtei Rommersdorf gehören zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt Neuwied.

Sehenswert ist das schmuckvoll verzierte Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert in der Hauptstraße 111.

Im Stadtteil Heimbach-Weis befindet sich der Zoo Neuwied. Er hält rund 1200 Tiere aus 155 Arten. Die Gesamtfläche beträgt rund 13,5 Hektar.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Vielen ist Heimbach-Weis durch seinen traditionellen Karnevalsumzug bekannt. Die Tradition des Karnevals wird seit 1827 mit der Gründung der ersten Karnevalsgesellschaften in Vereinen gepflegt. Damit ist der Heimbach-Weiser Karneval der viertälteste im gesamten Rheinland, nach Köln (1823), Koblenz (1824) und Bonn (1826), vor Aachen (1829) und Mainz (1837). Die Vielzahl der Vereine im Ort sind reger Ausdruck für Geselligkeit und Frohsinn und für die Pflege heimischen Kulturguts und Brauchtums. Dies passt zur Charakterisierung des Heimbach-Weiser Menschenschlags seitens eines preußischen Amtsinspektors aus dem Jahre 1829: „Die Einwohner sind von raschem, leicht reizbarem, lebhaftem Charakter.“

Die vier im Karneval aktiven Vereine (2 Karnevalsgesellschaften und 2 Möhnenvereine) und die vielen lose organisierten Karnevalsgruppen bestimmen nicht unmaßgeblich das Geschehen im Ort. Zum 175-jährigen Bestehen der beiden Karnevalsgesellschaften Heimbach und Weis fand am 11. November 2001 in der Karnevalshochburg die größte Clownsparade der Welt statt, die zu einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde führte.

Zu den berühmtesten Söhnen von Heimbach-Weis zählt Franz Xaver Wagner, der 1880 mit Erfindung des Wagner-Getriebes die Schreibmaschinen-Technologie revolutionierte.

Der in Heimbach aufgewachsene Helmut Dieser ist Weihbischof des Bistums Trier.

Sportvereine[Bearbeiten]

  • SSV Heimbach-Weis
  • DSV Nordic aktiv Walkingzentrum SRC Heimbach-Weis 2000 e.V. - bundesweiter Ausbildungsstandort

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heimbach-Weis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unsere Stadt in Zahlen auf www.neuwied.de
  2. a b Paul Vogt: Die Ortsnamen im Engersgau, Neuwied : Strüder, 1890, S. 6, 22 (dilibri.de)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 189 (PDF; 2,6 MB)