Rheinland

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rheinland (Begriffsklärung) aufgeführt.
Preußische Rheinprovinz grün (anno 1830)

Mit Rheinland bezeichnet man nicht genauer definierte Gebiete am deutschen Mittel- und Niederrhein.[1][2]

Begriff Rheinland[Bearbeiten]

Mit Rheinland als einer umfassenden Bezeichnung für die Gebiete am Mittel- und Niederrhein mit einer einheitlichen politischen und gesellschaftlichen Struktur kann erst ab 1797 mit der staatlichen Integration des linken Rheinufers in das revolutionäre Frankreich gesprochen werden. Die zuerst vorübergehend als Cisrhenanische Republik geplante Vereinigung aller von den Franzosen besetzten linksrheinischen Länder von der Kurpfalz bis Kleve wurde nicht durchgeführt. Statt dessen wurde das gesamte linke Gebiet ab der Kurpfalz von Frankreich annektiert. Die dabei gebildeten vier neuen französischen Départements waren Roer, Rhein-Mosel, Saar und Donnersberg.

Davor war dieses Gebiet im Wesentlichen aufgeteilt auf diverse Herzogtümer und den katholischen „Territorialgebieten“ der drei Erzbistümern Köln, Mainz und Trier, in denen die Erzbischöfe auch die weltliche Macht als Fürstbischöfe inne hatten. Daneben gab es in diesem gesamten Bereich noch diverse Grafschaften, kleinere Enklaven, Herrschaften, Abteien und die beiden großen und alten Reichsstädte Aachen und Köln. Statt Rheinländer waren deshalb vor 1797 über viele Jahrhunderte die Bewohner der vielen Herzogtümer, Grafschaften, Erzbistümer und freien Reichsstädte Berger, Geldener, Jülicher, Klever, Kölner und Kurkölner und so weiter. Alle diese Territorien hatten ihre eigene Obrigkeit mit den unterschiedlichsten Gesetzen und Vorschriften und einer rechtlich bevorzugten Oberschicht, den Angehörigen des Adels. Selbst der geographische Begriff „Rheinland“ wurde bis Ende des 18. Jahrhunderts nicht angewendet und entsprechend konnten die Bewohner dieser Gebiete auch keine „Rheinländer“ sein.[3]

Nach dem Wiener Kongress wurden diese auf dem linken Rheinufer liegenden Gebiete auf Preußen, Hessen und Bayern verteilt. Bayern nannte sein linksrheinisches Gebiet, weitgehend die ehemalige Kurpfalz mit den Gebieten der pfälzischen Nebenlinien der Wittelsbacher, zunächst Rheinkreis, später Rheinpfalz, während das Großherzogtum Hessen seine linksrheinische Provinz als Rheinhessen bezeichnete.

Die preußischen Gebiete umfassten den größten Teil des vormals französisch annektierten linksrheinischen Gebiets und rechtsrheinisch ergänzt im Wesentlichen um das Gebiet des von Napoleon Bonaparte hinterlassenen Großherzogtums Berg. Die von Frankreich eingeführte moderne Rechts- und Kommunalordnung wurde in diesen Gebieten weitgehend übernommen. Der napoleonische Code civil als bürgerliche Rechtsordnung blieb bis zum Inkrafttreten des BGB am 1. Januar 1900 in allen linksrheinischen Territorien weiterhin erhalten.

Die gesamten preußischen Gebiete wurden zuerst zu den zwei Provinzen Großherzogtum Niederrhein und Provinz Jülich-Kleve-Berg zusammengefasst und ab 1822 vereinigt und Rheinprovinz genannt.[Anm. 1] Die Provinz bestand aus den Regierungsbezirken Aachen, Düsseldorf, Köln, Koblenz und Trier.[2][4] Speziell für diese Provinz bürgerte sich der Name Rheinland ein, auch in seiner latinisierten Form Rhenania. Da vor dem 19. Jahrhundert bis zur Vereinigung zur Rheinprovinz nur die nördlichen Gebiete bis etwa in Höhe der Ruhrmündung zu Preußen gehört hatten, und zudem diese neuen Gebiete überwiegend katholisch waren, bestanden gegen die Integration in die neue Herrschaft unter den protestantischen Preußen auch Widerstände. Es bildeten sich separatistische Gegenbewegungen, die man auch durch den historisierenden Begriff Rheinlande mit der Bildung von Forschungseinrichtungen zur regionalhistorischen gemeinsamen Geschichte des Rheinlandes unterlaufen wollte. Diese seperatistischen Tendenzen, die noch 1923 zum Versuch der Bildung einer Rheinischen Republik führten, konnten sich am Ende nicht durchsetzten.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfuhr der Begriff Rheinland zeitweilig eine neue Bedeutungsebene durch die Alliierte Rheinlandbesetzung. Wenn vom besetzten Rheinland gesprochen wurde, so meinte man nicht nur das gesamte linksrheinische Deutschland, sondern auch die rechtsrheinisch besetzten „Brückenköpfe“ (30-km-Zone) um Köln, Koblenz und Mainz.[1]

Das Rheinland in diesem Sinne verteilt sich in der deutschen Nachkriegsordnung als Folge der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten eingerichteten Besatzungszonen auf Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Durch neue Gebietsaufteilungen wurde das Rheinland praktisch weitgehend in den nordrhein-westfälische Niederrhein mit einem kleinen Bereich des nördlichen Mittelrheins und dem rheinland-pfälzische Mittelrhein aufgeteilt.[Anm. 2] Zu Rheinland-Pfalz gehören der größere Teil der Gebiete am Mittelrhein einschließlich der rechtsrheinischen Gebiete unterhalb der Höhe von Bonn bis zum Rheingau-Taunus-Kreis sowie Rheinhessen und die ehemalige bayrische Rheinpfalz, während Hessen kein linksrheinisches Gebiet mehr hat. Einen Sonderstatus, wie bereits zeitweise nach dem Ersten Weltkrieg, hatte kurzzeitig bis zum 1. Januar 1957 das aktuelle Bundesland Saarland.

Im engeren Sinne meint man inzwischen oft auch nur noch den nordrhein-westfälischen Teil, wenn vom Rheinland gesprochen wird. Namentlich gilt das für den Landschaftsverband Rheinland. Für die Evangelische Kirche im Rheinland hat sich über alle geschichtlichen Umwälzungen hinweg nichts an der ursprünglichen Ausdehnung der Kirchenprovinz geändert, die mit dem Gebietsstand der preußischen Rheinprovinz deckungsgleich war.[5]

Entwicklung zur Region Rheinland[Bearbeiten]

Unstreitige Nordgrenze der Rheinlande: Kleve (historische Aufnahme um 1895)
Das Deutsche Eck in Koblenz. Nach enger preußischer Auslegung südöstlichste Ecke der Rheinlande
Weit westlich des Rheins und doch Rheinlande: Die Eifel (hier: Monschau an der Rur)
Noch Rheinlande? Ein Grenzfall: Mainz am Rhein, um 1900

Die Integration der Preußischen Rheinprovinz in den Staat Preußen gestaltete sich schwierig. Um sich von Preußen abzugrenzen, wurden in den linksrheinische Kernregion der Rheinprovinz verstärkt die historischen Wurzeln als Basis für die gemeinsame Entwicklung untersucht. Forschungseinrichtungen und regionalhistorische Vereinigungen wurden in der Rheinprovinz gegründet, die den historisierenden Begriff Rheinlande für ihre gemeinschaftliche Tradition verwendeten. Beispiele hierfür sind die Gründungen des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen 1829 in Düsseldorf, des Naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalens 1833 in Koblenz und der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 1881 in Köln.[Anm. 3]

Das 1920 von Hermann Aubin gegründete „Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande“ an der Universität Bonn, das ab 1925 von der preußischen Rheinprovinz mitfinanziert wurde, hatte ursprünglich den politischen Hintergrund, zur Abwehr französischer Ansprüche landesgeschichtliche, kirchengeschichtliche, alltagsgeschichtliche, soziale und linguistische Gemeinschaftsstrukturen dieser übergreifenden Gebiete am Rhein zu erforschen. Das ehemalige Institut wird aktuell als „Abteilung der Rheinischen Landesgeschichte“ des Instituts für Geschichtswissenschaft an der Universität Bonn weitergeführt und arbeitet eng mit dem 1925 gegründeten „Verein für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande“ zusammen.[6]

Die Forschungsthemen auf diesem Gebiet haben sich bis heute wenig geändert, konzentrieren sich jedoch heute frei von diesen ideologischen Zwängen auf eine Kernregion des Rheins von Koblenz bis Düsseldorf unter Einbeziehung der Eifel. Verschiedene heimatkundliche Vereine, die ebenfalls in der Zeit der Weimarer Republik gegründet wurden, wirken eng mit diesem Institut auf dieser Verständnisbasis der Kernregion zusammen.

Eine gängige aktuelle Auslegung des „Rheinischen“ vom siedlungs- und kunsthistorischen Standpunkt bezieht sich für ein Kerngebiet, dass zwischen Maas als Westgrenze, Mosel als Südgrenze und Rhein als Ostgrenze liegt. Lediglich eingeschränkt wird dieses Kerngebiet auch um die Areale südlich der Nahe bis zum Pfälzer Wald und dem schmalen rechtsrheinischen Streifen zwischen Emmerich und Rheingau erweitert.

Der „Geschichtsforschungen Rheinlande Verlag“ gibt Einzelpublikationen zu speziellen Kulturdenkmälern des Gebiets heraus.

Es existierte insbesondere im Zuge der nationalen Begeisterung nach dem von Frankreich erklärten Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, der mit der Wiedereroberung linksrheinischer Oberrhein-Gebiete (Elsass und Lothringen) endete, auch die eine Tendenz, den Rheinlande-Begriff weiter auszulegen als es nach der altfränkisch-karolingische Tradition sinnvoll wäre.

Der erste Reiseführer über die „Rheinlande“ von Karl Baedeker hatte in seiner Erstausgabe von 1854 den Oberrhein beiderseits bis Basel mit einbezogen. In dieser gesamtrheinischen Tradition, die den Begriff auf den Fluss von der Quelle bis zur Mündung bezieht und das Elsass sowie Lothringen integriert, verstand sich auch die von Wilhelm Schäfer von 1901 bis 1923 herausgegebene Zeitschrift Die Rheinlande. „Das Rheinische“ war für Schäfer schlichtweg „Das Deutsche“. Nach 1918, als das Elsass und Lothringen wieder an Frankreich zurückfielen, wurden aus dem Ressentiment über den Versailler Vertrag heraus von großdeutsch denkenden Geografen wie Friedrich Metz die Oberrheinlande (Gebiete beiderseits des Oberrheins) als einheitlicher deutscher Kulturraum postuliert. Kritiker haben in diesem Verständnis eine Vorstufe zum nationalsozialistischen Ansatz gesehen, der mit dem „Rheinischen Deutschland“ bzw. der „Rheinischen Zone“ den ganzen Rhein als deutschen Kulturraum zwischen der Schweiz und den Niederlanden meinte (z. B. Gustav Braun, 1936). Diese Kritik ist aber wohl schon deshalb überzogen, weil sich im Elsass bis heute der spezifische, deutsche Dialekt erhalten hat und die über Jahrhunderte entwickelte Kultur mit Straßburg als eine der glänzendsten Reichsstädte ihre Wurzeln im alten deutschen Reich hat. Badenser und Elsässer sind geografische, alemannische Nachbarn und Verwandte, insofern gibt es mehr ursprüngliche, gemeinsame kulturelle Verflechtungen und Identitäten als zu den französischen Kernlanden. Ähnliches trifft für das Gebiet des ehemaligen fürstbischoflichen Basel zu.

Nach 1945 spielen von Deutschland ausgehende völkische Konzepte keine Rolle mehr. Allerdings hat Frankreich nach dem Krieg erneut versucht, die seit dem 17. Jh. stets und nachhaltig verfolgte "natürliche" Ostgrenze am Rhein "endlich" zu etablieren (so die Forderung General de Gaulles im Herbst 1945 vor Offizieren, ähnlich wiederholt 1959). Massive Forderungen mit Kriegsdrohungen 1840 führten in den deutschen Staaten zu Abwehr- und Verteidigungshaltungen, verkörpert in dem Lied Die Wacht am Rhein. Territoriale Erweiterungen nach Westen waren von Deutschland nie beabsichtigt. Ausgeklammert bleibt der Sonderfall des im 17. Jh. von Frankreich militärisch aus dem Reichsverband herausgebrochene Elsass-Lothringen. Vom kunst- und kulturhistorischen Standpunkt hat sich jedoch, auch wenn der Oberrhein außen vor bleibt, eine großzügige Auslegung des Rheinlande-Konzepts gehalten. Der „Geschichtliche Atlas der Rheinlande“, dessen Vorläufer „Geschichtlicher Atlas der Rheinprovinz“ unter Wilhelm Fabricius 1897 bereits die Preußischen Rheinlande zum räumlichen Inhalt hatte, unterstützte in den von 1981 bis 2008 herausgegebenen Kartenblättern einen erweiterten Kulturraum beiderseits des Rheins zwischen der niederländischen Grenze und Mainz südlich bis in die Rheinpfalz hinein. Untersucht wurden die verschiedensten kulturhistorischen Aspekte.

Auch RECLAMs Kunstführer „Rheinlande - Westfalen“ (Ausgabe von 1959) ist – unter Einbeziehung Rheinhessens – um eine ganzheitliche Erfassung der Baudenkmäler beiderseits des Rheins bis Mainz bemüht. Auch einige zeitgenössische Kunstreiseführer stellen auf den Raum Mainz als Grenze zwischen zwei architekturgeschichtlich und ikonographisch unterschiedlichen Kunstregionen am Rhein ab.

Geographie[Bearbeiten]

Mündung der Mosel in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz
Petersberg mit Bundesgästehaus im Siebengebirge (Königswinter bei Bonn)
Burg Eltz über dem Elzbach in der Osteifel (Maifeld)
Aachener Dom, die Grabstätte Karls des Großen mit vorromanischem Oktogon (Mitte). Bis 1531 wurden hier 30 römische bzw. römisch-deutsche Könige gekrönt.
Für Büros und Freizeit neu genutzte ehemalige Speicherzeile im Duisburger Innenhafen
Stadttor Porta Nigra in Trier, dem einstigen römischen Augusta Treverorum
Benrather Schloss im Süden Düsseldorfs
Kölner Rheinpanorama mit dem Dom (links) und der Hohenzollernbrücke
Emil Krupa-Krupinski: Loreley (1899)
Heinrich Heine, geboren in Düsseldorf

Das Rheinland in Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Westen an die Niederlande sowie im Südwesten an Belgien und im Osten an Westfalen. Der rheinland-pfälzische Teil grenzt im Westen an Belgien und Luxemburg, im Südwesten an das (früher ebenfalls zum Rheinland gezählte) Saarland und im Süden an das Nordpfälzer Bergland und die Rheinhessische Schweiz. Östlich stößt er an Hessen, nordöstlich an Westfalen. Die höchste Erhebung des nordrhein-westfälischen Landesteils ist der in der Eifel gelegene Berg Weißer Stein mit 689 m. Der Erbeskopf im Hunsrück ist mit 816 m die höchste Erhebung des rheinland-pfälzischen Landesteils und damit des Rheinlandes insgesamt und auch der höchste deutsche Berg links des Rheins, der das Land von Südosten nach Nordwesten durchfließt. Zwischen Bingen und Bonn zerschneidet jener das Rheinische Schiefergebirge. Die die Norddeutsche Tiefebene begrenzende Mittelgebirgsschwelle verläuft östlich des Rheins am Unterlauf der Ruhr entlang, dann in südlicher Richtung ungefähr auf der Linie Mülheim an der Ruhr–Solingen–Bergisch Gladbach–Bonn, dann westlich bis nordwestlich in einem Bogen über Düren nach Aachen.

Landschaften[Bearbeiten]

Bevölkerung und Gemeinwesen[Bearbeiten]

Bei der Bevölkerung des Rheinlandes handelte es sich ursprünglich um Franken, und zwar am Niederrhein um Niederfranken (Salfranken) und weiter südlich um Rheinfranken, die auch als Ripuarische Franken bezeichnet werden. Auf diese gehen auch die Moselfranken als Splittergruppe zurück. In Ortsnamen und Familiennamen wird die fränkische Herkunft noch deutlich. Linksrheinische Städte haben indes häufig lateinische Namen und verfügen über reichhaltige Funde aus der Römerzeit. Auf diese Epoche geht z. B. der Weinbau an Rhein, Mosel und diversen Nebenflüssen zurück. Ferner hinterließen die niedersächsischen Westfalen, die sich ebenso wie die Romanen mit den Franken vermischten, vor allem im Norden merkliche Spuren. Während der Katholizismus traditionell meistenteils überwiegt, leben im Bergischen Land, am nördlichen Niederrhein und im Südosten ebenfalls viele (mitunter auch mehrheitlich) Protestanten. In den Ballungsräumen gibt es zudem einen erhöhten Anteil von Muslimen.

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen: Aachen**, Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Essen*, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen*, Remscheid, Solingen, Wuppertal*

Rheinland-Pfalz: Koblenz, Mainz, Trier

Kreise/Landkreise[Bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen: Kleve, Wesel*, Viersen, Heinsberg, Rhein-Kreis Neuss, Mettmann*, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Euskirchen, Düren, Städteregion Aachen; der Kreis Borken zählt zu Westfalen, die kreisangehörige Stadt Isselburg lag indes bis zur Auflösung des Kreises Rees 1975 im Gebiet des LVR.

Rheinland-Pfalz: Altenkirchen (Westerwald), Neuwied, Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Rhein-Hunsrück-Kreis, Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Birkenfeld, Bad Kreuznach, Rhein-Lahn-Kreis, Mainz-Bingen

* Die Kommunen sind zwar Mitglieder des LVR, jedoch gehören Teile ihrer Gebiete – wie beispielsweise Essen-Burgaltendorf, Oberhausen-Osterfeld, Wuppertal-Langerfeld, Dingden oder die rechts des Deilbachs liegenden Ortsteile von Velbert-Langenberg – historisch zu Westfalen.
** Die Stadt Aachen gehört zwar seit 2009 zur Städteregion Aachen, bleibt aber basierend auf dem Aachen-Gesetz kreisfreie Stadt.

Kultur[Bearbeiten]

Ein Zentrum der Rheinlande, von den Rheinfranken bis heute: Köln (Panorama, von der Deutzer Brücke aus gesehen)

So ungebräuchlich der Begriff „Rheinlande“ für die historischen Gebiete im 21. Jahrhundert geworden ist, um so mehr besteht dennoch unverändert ein großes Interesse an der historischen und aktuellen Region Rheinland. Neben der Erforschung der historischen Fakten werden auch die Zusammenhänge für die Veränderungen bis zu den aktuellen Verhältnisse in Politik, Kultur, Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaft untersucht. In einer von Gunter E. Grimm und Bernd Kortländer 2005 herausgegebenen Aufsatzsammlung „Rheinisch. Zum Selbstverständnis einer Region“ werden dazu – abgesehen von den bekannten geografischen, historischen und politischen Zusammenhängen – aus unterschiedlichen Blickwinkeln auch noch die im Folgenden beschriebenen Themenkreise ausführlicher untersucht.

Rheinische Sprache[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz werden kleverländische, südniederfränkische, ripuarische, moselfränkische und rheinfränkische Dialekte gesprochen, die sich so sehr voneinander unterscheiden, dass von einem homogenen rheinischen Dialektraum keine Rede sein kann. Sprachliche Übergänge markiert der Rheinische Fächer, wobei zu beachten ist, dass die Grenzen der einzelnen Dialekte ineinander übergehen und keine starren Begrenzungslinien vorhanden sind.

Im nördlichen Rheinland, am Niederrhein bzw. partiell im Bergischen, nördlich der Benrather Linie (Maken/Machen-Isoglosse), herrschen die auf deutscher Seite relativ niederdeutsch geprägten, vom Standarddeutschen beeinflussten, aber gleichwohl als „Niederländisch“ und Rheinmaasländisch klassifizierten Dialekte des Niederfränkischen vor: Kleverländisch/Ostbergisch unterhalb und Limburgisch (Südniederfränkisch) oberhalb der den Niederrhein teilenden Uerdinger Linie (Ick/Ich-Isoglosse). Südniederfränkisch kann als Übergangsmundart zwischen nieder- und hochdeutschem Sprachgebiet betrachtet werden.

Die Gebiete südlich davon liegen im westmitteldeutschen Teil des hochdeutschen Sprachgebiets: Bis in etwa der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, genauer gesagt bis zur Vinxtbach-Linie (Dorp/Dorf-Isoglosse) wird der nördliche mittelfränkische Dialekt des Ripuarischen, auch als „kölsche Mundart“ bekannt, gesprochen, während es sich südlich dieser Linie um ebenfalls mittelfränkisches Moselfränkisch handelt. Östlich bzw. südlich der Sankt Goarer Linie (Dat/Das-Isoglosse) beginnen die rheinfränkischen Mundarten, zu denen auch Rheinhessisch zählt.

Im aktuellen Kreis Kleve und Teile des Kreises Wesel lässt sich streiten, ob der ursprüngliche Dialekt ein deutscher mit starkem niederländischen Einfluss oder ein niederländischer mit starkem deutschen Einfluss war. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war hier neben der Nordfränkischen Mundart, auch Kleverländisch genannt, sowohl Holländisch wie auch Deutsch Umgangssprache. Erst die Preußen führten im 19. Jahrhundert als alleinige Schulsprache Deutsch ein wodurch der Gebrauch des Holländischen immer stärker verdrängt wurde.

Übergreifende Untersuchungen phonetischer Besonderheiten der gesprochenen Hochsprache sowie regionaler Einfärbungen der historischen Schriftsprache beispielsweise in Gerichtsurkunden haben jedoch ergeben, dass, unter Berücksichtigung mehrerer sprachhistorischer Überlagerungsschübe, durchaus gemeinsame Merkmale der rheinischen Regiolekte auf einem großflächigen Terrain zwischen Nieder- und Mittelrhein vorliegen.

Dokumentiert werden die Dialekte der Rheinlande im Rheinischen Wörterbuch.

Rheinische Küche[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Rheinische Küche

Eine einheitliche Rheinische Küche, die alle Gebiete zwischen Nahe im Süden und Niederlande im Norden abdeckt, gibt es nicht. In ländlichen Gebieten insbesondere am Niederrhein, in der Eifel und im Großraum Mosel bis zur Nahe waren viele Menschen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Selbstversorger. Kartoffeln, Kohl, Möhren, Lauch, Sellerie, Spinat, Salat, Gurken und Äpfel waren die autark erzeugten Grundnahrungsmittel, die im Sommer reichlich vorhanden waren und für den Winter konserviert wurden. Als Alltagsküche dienten vornehmlich Suppen und Eintöpfe, Speisen wurden gelegentlich mit deftigen Wurstresten angereichert (z. B. Himmel und Erde). Katholischer Tradition entspringend gab es Fleisch meist nur sonntags, häufig aus eigener Schlachtung. Der Freitag war besonders in den Gebieten, die im Bereich von Gewässern lagen, ein Fisch-Tag. Dieser wurde sowohl von Fischer gefangen und auf Märkten angeboten wie auch selbst geangelt: Aal, Forelle, Barsch, Lachs, zur Saison auch Muscheln rheinische Art. Traditionelle Festtagsgerichte im Gegensatz zur einfachen Alltagsküche (z. B. Rheinischer Sauerbraten, Martins- und Weihnachtsgans, Karpfen blau zu Silvester) wurden im gesamten Rheinland bewusst gepflegt.[7]

Ab ca. 1970 gingen wie überall in Deutschland die regionalen Traditionen zunächst in den urbanen Zentren, später aber auch im „Vüürjebersch“ zu Gunsten internationaler Einflüsse zurück. Auch kleine Orte hatten alsbald ihren eigenen „Italiener“ bzw. „Griechen“. Im 21. Jahrhundert bemühen sich einige Gastronomen, die überlieferten ländlichen Rezepturen verfeinert wieder auf den Tisch zu bringen. Im Vergleich zu anderen deutschen Regionalküchen hat eine „rheinische Küche“ jedoch noch keine außerhalb der Rheinlande wahrgenommene Beachtung erfahren.

Die Weinkultur an Mittelrhein, Ahr und Mosel-Saar-Ruwer ist von dieser regionalen Einschränkung nicht betroffen.

Rheinische Literatur[Bearbeiten]

Inbegriff der Rheinromantik: Die Loreley (Aufnahme um 1900)

Der Rhein als mythologische Landschaft wurde durch die deutsche Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt. Unter der Sammelbezeichnung Rheinromantik fand das künstlerische Schaffen vor allem in der Landschafts-, Genre- und Historienmalerei, etwa in den Werken der Düsseldorfer Malerschule, und in der Literatur seinen Ausdruck. Malerei und Literatur spielten sich die rheinischen Sujets wechselseitig zu. Die beteiligten Autoren stammten aber nur teilweise vom Rhein, so Clemens Brentano (Koblenz-Ehrenbreitstein) und Heinrich Heine (Düsseldorf), aber z. B. nicht Friedrich Schlegel (Hannover) und Ernst Moritz Arndt (Rügen), von dem der Ausspruch vom Rhein als „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze“ stammt. Unter der unmittelbaren Erfahrung der französischen Okkupation wurde der Rhein als deutscher Kulturraum zu einem zentralen Thema. Die rheinischen Sagen und Mythen beziehen sich schwerpunktmäßig auf einen Abschnitt von kaum 50 km, das zwischen steilen Schieferfelsen verengte Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen mit kleinen Orten und mittelalterlichen Burgen. Die bekannteste Sage ist die der Lorelei, bedichtet von Heinrich Heine (Ich weiß nicht, was soll es bedeuten). Zum Entstehungszeitpunkt war der Wiener Kongress gerade mal 9 Jahre her, die Rheinlande als geografischer Siedlungs- und Kulturraum noch nicht aufgearbeitet und ein rheinisches Regionalbewusstsein noch nicht ausgebildet.

Das ändert sich mit Wilhelm Schäfer und der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Die Rheinlande.[8] Er propagiert das „Volkstümliche“ als Dreh- und Angelpunkt literarischer Kunst, interessiert sich vor diesem Hintergrund für die rheinischen Stoffe (Anekdoten, Sagen, Märchen) und gibt auch eigene Texte heraus („Die unterbrochene Rheinfahrt“, 1913). Schäfer bezeichnet sich selbst als erster „Rheinischer Dichter“.

Zum Bund rheinischer Dichter schlossen sich 1926 in Koblenz über 100 Autoren zusammen, die den Rhein in ihren Werken thematisierten. Dabei ist die gesamte deutschsprachige Rheinlandschaft gemeint. Zur Kerntruppe gehörten z. B. Adolf von Hatzfeld, Jakob Kneip, Alfons Paquet, Dettmar Heinrich Sarnetzki, Josef Winckler, Herbert Eulenberg, Kasimir Edschmid, Reinhard Goering, Josef Ponten, René Schickele, Walter Kordt, Heinrich Lersch, Alfred Mombert, Rudolf G. Binding, Leo Sternberg und Willi Schäferdiek. Sie trafen sich regelmäßig zu Arbeitstagungen und gaben Manifeste heraus. Das „rheinische“ Selbstverständnis, das diese Autoren verband, wurzelt in den literarischen Stoffen, die ihre Kreativität inspirierten, und ist konkret nur sehr schwer zu fassen. Im Nationalsozialismus musste der Bund seine Aktivitäten einstellen.[9]

Als zeitgenössische Ausprägung rheinischer Literatur hat Helge Drafz die seit ca. 1980 aufgekommenen Regional-Krimis aus den Rheinlanden beschrieben. Bekannt sind die Eifel-Krimis von Jacques Berndorf, die Niederrhein-Krimis von Artur Leenders, Michael Bay und Hiltrud Leenders (auch Trio Criminale genannt), sowie die Köln-Krimis von Christoph Gottwald. Auch die im Rheinland angesiedelten Tatort-Folgen werden als Beispiele für Lokalkolorit in diesem Zusammenhang genannt.

Rheinische Musik[Bearbeiten]

Ludwig van Beethoven: Mit 22 Jahren verließ er das Rheinland. Trotzdem Schöpfer einer „rheinischen Musik“?
Kölner Karneval = Rheinische Musik = Rheinische Mentalität? (Folkloristischer Definitionsansatz)

An Versuchen, das Konzept einer „rheinischen Musik“ zu entwerfen, hat es in der Weimarer Republik nicht gefehlt. Die Musikhistoriker Willi Kahl und Ludwig Schiedermair postulierten in Ludwig van Beethovens Musik den Inbegriff des Rheinischen als pars pro toto für das genuin Deutsche: das Temperamentvolle, Lebensbejahende, Volkstümliche und Melodische dieser Musik wird herauskristallisiert, bleibt aber ein vages Konstrukt.

Rheinische Musik bedeutet nach dem Verständnis der Musikhistoriker nicht die schiere Beschäftigung mit rheinischen Stoffen. So kommt niemand auf die Idee, Richard Wagner mit seiner im Siebengebirge angesiedelten Sage des Ring des Nibelungen damit zu assoziieren. Ebenso wenig spielt Robert Schumanns Rheinische Sinfonie (1850) für ein rheinländisches musikalisches Selbstverständnis eine Rolle, denn diesen Beinamen erhielt das Werk lediglich von seinem Düsseldorfer Konzertmeister; der Zwickauer Komponist kam erst im Alter von 40 Jahren an den Rhein, in dem er sich drei Jahre später umzubringen versuchte.

Jene Musikhistoriker, die Beethoven als Quintessenz des Rheinischen favorisierten, sahen in der Volksmusik des rheinischen Karnevals eine „artfremde“ Degeneration des „Berliner Schlagers“ (Willi Kahl). Landläufig werden jedoch heute die Wein, Weib und Gesang thematisierenden Lieder aus dem Karneval häufig als charakteristische „rheinische Musik“ verstanden und auch mit einer dementsprechenden „rheinischen Mentalität“ (Frohnatur, kontaktfreudig, feinsinnig-humorvoll) assoziiert. Ein Original der Mainzer Fastnacht insoweit war Ernst Neger, der singende Dachdeckermeister.

Im 21. Jahrhundert ist Köln erneut ein Zentrum zeitgenössischer Musikkultur. Die Provenienz von Bläck Fööss, Höhner, Brings ist im Karneval angesiedelt, die Performance jedoch schon lange nicht mehr auf diesen beschränkt.

Insgesamt ist alles das, was „Rheinische Musik“ genannt werden könnte, so vielschichtig, dass ein solcher Begriff per definitionem problematisch wäre. Es handelt sich deshalb auch nicht um einen wissenschaftlich etablierten Begriff. Mit dem rheinischen Volkslied hat sich der Musikwissenschaftler Professor Ernst Klusen, zeitweise Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte, in zahlreichen Arbeiten beschäftigt.

Brauchtum[Bearbeiten]

Besonders bekannt ist im Rheinland der Karneval. Besonders der Karneval in Köln, Mainz und Düsseldorf ist auch überregional bekannt, ebenso wie die traditionelle Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf, die sich unter anderem in ihren verschiedenen Karnevalsrufen („Alaaf“ für Köln, „Helau“ für Düsseldorf) sowie in Meinungsverschiedenheiten über den Geschmack der jeweiligen regionalen Biersorten (Alt in Düsseldorf, Kölsch in Köln) ausdrückt. In kleineren Städten und auf dem Lande wird der Karneval auch gefeiert, hier ist oft die ganze Bevölkerung an den traditionellen Umzügen beteiligt. (Siehe Aachener Karneval, Düsseldorfer Karneval, Eschweiler Karneval, Kölner Karneval, Koblenzer Karneval, Neusser Karneval.)

Ebenfalls traditionelles Brauchtum stellen die Schützenfeste am Niederrhein und darüber hinaus dar. Besonders das Neusser Bürger-Schützenfest ist aufgrund seiner hohen Teilnehmerzahl (über 6000 Aktive) bekannt. Die alljährlich für die Dauer von neun Tagen stattfindende Annakirmes in Düren gilt mit rund einer Million Besucher als eines der größten Volksfeste im Rheinland.

UNESCO-Welterbe[Bearbeiten]

Bislang wurden eine Reihe von Sehenswürdigkeiten bzw. Ensembles aus dem Rheinland in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen:

Bekannte Rheinländer[Bearbeiten]

Rheinhandel[Bearbeiten]

Der bereits von den Römern betriebene Fernhandel auf dem Rhein mit Schiffen wurde sowohl während des Mittelalters wie auch in der Neuzeit fortgeführt. Ab dem Mittelalter war der Zoll, der für den Transport der Güter auf dem Rhein erhoben wurde, eine wichtige Geldquelle sowohl für die „rheinischen Kurfürsten“ (Kurtrier, Kurköln, Kurmainz und Kurpfalz) wie auch die anderen Herrscher am Rhein. Das Zollprivileg war begehrt und es wurde häufig darum gestritten. Durch die Einnahmen konnte das umlaufende Gold, Silber oder auch Kupfer aufgekauft und ausgemünzt werden, wenn dazu auch das Münzrecht erteilt worden war. Dieses Münzrecht ließen sich 1356 die Kurfürsten in der Goldenen Bulle verbriefen.[10] In Gestalt des so entstandenen Rheinischen Münzvereins und seiner gemeinsamen Währung, des Rheinischen Guldens, schuf dieser Interessenverbund einen Währungsraum, der den Handel erleichterte und das Raumbewusstsein mitprägte. Die Treffen, die die Kurfürsten von Trier, Köln, Mainz und der Pfalz seit dem Spätmittelalter abhielten, wurden „rheinische Kurfürstentage“ genannt. Erst 1831 wurden die Rheinzölle im Bereich des deutschen Rheins abgeschafft und 1868 mit der „Revidierten Rheinschifffahrtsakte“ die letzten Behinderungen des Handels für den gesamten Rhein aufgehoben.[11]

Bedeutendes Zentrum für den Rheinhandel war seit der Römerzeit die Stadt Köln. Durch verbriefte Rechte wie das Stapel- und das Umschlagsrecht beherrschten die Kölner Händler weitgehend den Handel über den Rhein bis zum 19. Jahrhundert. Basis des Handels war der Transport der Güter mit kleinen Schiffen. Dies war rheinabwärts mit der Strömung einfach, während rheinaufwärts über Jahrhunderte nur mit Wind über Schiffssegel oder durch Treideln von Menschen oder Zugvieh (Pferde oder Ochsen) mit einem Seil die Schiffsbewegung möglich war. Mit der Entwicklung der Dampfmaschinen wurden ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts durch dampfbetriebene Schiffe der Transport besonders rheinaufwärts deutlich einfacher und das Volumen des Handels wuchs stark an. Der besonders auf Elbe und Main von etwa 1850 bis Mitte der 1880er Jahre durchgeführte Transport mittels Tauerei wurde auf dem Rhein dagegen nicht angewandt.[12]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Soziale Marktwirtschaft, die unter Bundeskanzler Konrad Adenauer und seinem Wirtschaftsminister Ludwig Erhard entwickelt wurde, wird auch Rheinischer Kapitalismus genannt – als mildere Form des Kapitalismus in Abgrenzung zum Manchesterkapitalismus.

IHK-Initiative Rheinland[Bearbeiten]

Seit 2010 wird von den IHK-Kammerbezirken Aachen, Mittlerer Niederrhein, Düsseldorf, Köln und Bonn/Rhein-Sieg die Idee einer Metropolregion Rheinland, die sich über die Kammerbezirke erstreckt, pressewirksam kommuniziert. Die seit Oktober 2010 auf der Expo Real in München kommunizierte Gründung einer Metropolregion Rheinland[13] ist aber eher als Marketingoffensive zu verstehen, denn als tatsächlich strukturpolitisch tätige Metropolregion, wie sie durch die Ministerkonferenz für Raumordnung definiert wurde. Die IHK-Initiative ist ein erster Schritt, die Region Rheinland auf sich selber aufmerksam zu machen, muss sich aber eher über Themen als über räumliche Zuschnitte (Kammerbezirkszuschnitt) finden. Eine Metropolregion Rheinland braucht neben dem rein wirtschaftlichen Motor der IHK auch die gesellschaftliche und soziale Entwicklung des Verdichtungsraumes.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Rheinland – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rheinland in: Microsoft Encarta
  2. a b Meyers großes Taschenlexikon – Band 18. Bibliographisches Institut, Mannheim 1992
  3. Joseph Hansen, in: Rheinland und Rheinländer, 1925, Koblenz, S. 9. Onlinefassung, [1]
  4. Das Rheinland in NRW, Wissensarchiv WDR
  5. Gerhard Muller: Theologische Realenzyklopädie: Religionspsychologie, Samaritaner, Band 29. de Gruyter, 1998, ISBN 3-11-016127-3, S. 167–176 (Kapitel Rheinland), eingeschränkte Online-Version auf Google Books
  6. http://www.landesgeschichte.uni-bonn.de/verein/index.htm/ Internetauftritt des Vereins „.....Rheinlande“.
  7. Rheinische Küche, Online.[2]
  8. Sabine Brenner: „Das Rheinland aus dem Dornröschenschlaf wecken!“ Zum Profil der Kulturzeitschrift Die Rheinlande (1900–1922). Grupello Verlag, Düsseldorf 2004, 238 S.
  9. Gertrude Cepl-Kaufmann, in: Bund rheinischer Dichter, 2003, Paderborn/München. Onlinefassung über „Digi20“
  10. Meinrad Schaab: Siedlung, Gesellschaft, Wirtschaft von der Stauferzeit bis zur Französischen Revolution. In: Meinrad Schaab (Hrsg.), Hansmartin Schwarzmeier (Hrsg.), zusammen mit Gerhard Taddey: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 1: Allgemeine Geschichte. Teil 2: Vom Spätmittelalter bis zum Ende des Alten Reichs, Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-91948-1, S. 578
  11. Clemens von Looz-Corswaren. in: Zur Entwicklung der Rhein-Schiffahrt vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert, von 1996, S. 30.
  12. J.H.: Tauerei. Kette oder Seil, In: Eduard Wiss: Vierteljahrschrift für Volkswirtschaft, Jahrgang 19, Band 4, Fa. Herbig, Berlin 1882, S. 89–96
  13. „Rheinland soll Metropolregion werden“ aus Rheinische Post vom 6. Oktober 2010
  14. Sieger war Volkstumspolitiker und Geograph, Erfinder des Begriffs „Donauschwaben“

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Obwohl Großherzogtum Niederrhein genannt, gehörten auch die Gebiete des Mittelrheins ab nördlich der Nahe zu dieser Provinz.
  2. Der erweiterte Niederrhein endet in einem Bereich in Höhe von Düsseldorf. Die Gebiete südlich davon gehören bereits zum Mittelrhein. Während die Mundart des Düsseldorfer Platts zur limburgischen und damit zur niederfränkischen Sprache gezählt wird, ist das Kölsche Platt eine ripuarische und damit mittelfränkische Variante.
  3. Mit derzeit etwa 4000 Mitgliedern gehört aktuell der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen zu den größten derartigen Vereinen in Deutschland.