Landkreis Neuwied

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Neuwied Deutschlandkarte, Position des Landkreises Neuwied hervorgehoben50.567.47Koordinaten: 50° 34′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Neuwied
Fläche: 626,79 km²
Einwohner: 179.454 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 286 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NR
Kreisschlüssel: 07 1 38
Kreisgliederung: 62 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wilhelm-Leuschner-Straße 9
56564 Neuwied
Webpräsenz: www.kreis-neuwied.de
Landrat: Rainer Kaul (SPD)
Lage des Landkreises Neuwied in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Neuwied ist ein Landkreis im Norden des Landes Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis Neuwied erstreckt sich entlang des Rheins in Richtung Nordosten. Der Rhein ist über 40 km die südwestliche Grenze. Der Landkreis hat überwiegend Anteil am Westerwald (Naturpark Rhein-Westerwald). Größter Fluss neben dem Rhein ist die Wied, die das Kreisgebiet von Nord nach Süd durchquert.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Rhein-Sieg-Kreis (in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Ahrweiler (alle in Rheinland-Pfalz).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Landkreises Neuwied war vor 1803 überwiegend Teil der Kurfürstentümer von Trier und Köln sowie der Grafschaft Wied. 1806 gehörte das gesamte heutige Kreisgebiet zum Herzogtum Nassau. Nach dem Wiener Kongress kam das Gebiet 1815 zum Königreich Preußen. 1816 wurde der Landkreis Neuwied innerhalb der Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz) gebildet und gehörte zum Regierungsbezirk Koblenz.

Unter der preußischen Verwaltung wurde der Kreis in Bürgermeistereien eingeteilt. 1817 umfasste der Kreis Neuwied die Bürgermeistereien Altenwied, Anhausen, Asbach, Dierdorf, Heddesdorf, Neuerburg, Neustadt, Neuwied, Niederwambach und Puderbach. Der ebenfalls 1816 gebildete Kreis Linz wurde 1822 aufgelöst und die Bürgermeistereien Leutesdorf, Linz und Unkel in den Kreis Neuwied eingegliedert. Gleichzeitig wurde die Bürgermeisterei Engers aus dem Kreis Koblenz dem Kreis Neuwied zugeordnet. Die Bürgermeisterei Altenwied wurde 1823 aufgelöst und die Gemeinden auf die Bürgermeistereien Asbach und Neustadt aufgeteilt. Die Bürgermeistereien wurden 1927 in Ämter umbenannt und bestanden bis 1968. Aus ihnen entstanden die Verbandsgemeinden.

Die Bezeichnung „Kreis Neuwied“ wurde 1935 in „Rhein-Wied-Kreis“ und 1938 in „Landkreis Neuwied“ geändert. 1946 wurde der Landkreis Neuwied Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz, umgangssprachlich ist auch heute noch die Bezeichnung „Kreis Neuwied“ häufig im Gebrauch. Am 7. November 1970 erhielt der Landkreis die Gemeinde Marienhausen vom Unterwesterwaldkreis und den Ortsteil Heckenhahn der Gemeinde Rott vom Landkreis Altenkirchen (Westerwald).[2]

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Gewichtetes Ergebnis
 %
50
40
30
20
10
0
41,8 %
30,9 %
3,5 %
6,5 %
8,2 %
3,0 %
n. k.
6,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,2 %p
-3,0 %p
-5,5 %p
-0,9 %p
+2,1 %p
-0,3 %p
-0,7 %p
+6,1 %p
Sitzverteilung im Kreistag
2
15
4
3
2
21
3
15 21 
Von 50 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Neuwied besteht aus 50 gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden. Die Kreistagswahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:[3]

Jahr SPD CDU FDP Grüne Linke FWG AfD Gesamt
2014 15 21 2 4 2 3 3 50 Sitze
2009 17 20 4 3 2 4 50 Sitze
2004 15 25 3 3 4 50 Sitze
1999 19 24 2 2 3 50 Sitze

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Graphik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[4]

Landrat[Bearbeiten]

  • Landrat ist seit 1993 Rainer Kaul (SPD), bei der letzten Wahl am 7. Juni 2009 erhielt er 62,17 % der abgegebenen Stimmen.
  • Die Beigeordneten sind Achim Hallerbach (CDU), und ehrenamtlich Werner Wittlich(CDU) und Fredi Winter (SPD).

Landtag und Bundestag[Bearbeiten]

Kommunalpartnerschaft[Bearbeiten]

Der Landkreis Neuwied unterhält mit dem Landkreis Namysłów in der Woiwodschaft Oppeln seit dem Jahr 2000 eine Kommunalpartnerschaft.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber eine eingeschweifte goldene Spitze, darin ein rechtshin schreitender blauer Pfau mit gesenktem Schweif; oben vorn ein durchgehendes schwarzes, hinten ein durchgehendes rotes Kreuz“.

Die drei Wappenfiguren beziehen sich auf die drei bis 1803 bzw. 1806 im Kreisgebiet bestehenden Territorialherrschaften: der Pfau steht für die Grafschaft Wied, das schwarze Kreuz für Kurköln und das rote Kreuz für Kurtrier.

Der Pfau ist in der Heraldik ein eher seltenes Symbol. Das Wappen wurde 1925 von dem Neuwieder Maler und Graphiker Gustav Bernhard Rüschhoff entworfen und vom zuständigen preußischen Staatsministerium am 14. Juli 1927 genehmigt. Es zählt somit zu den ältesten Kreiswappen Deutschlands. Die preußischen Landkreise galten - wie auch die Landbürgermeistereien (seit 1927 Ämter) und Landgemeinden - bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg nicht als „wappenfähig“. Erst in der Weimarer Republik regelten verschiedene Erlasse des preußischen Ministers des Inneren 1927–1932 die Grundlagen des Wappenwesens der Landkreise.

Verkehr[Bearbeiten]

Am rechten Rheinufer entlang zieht sich seit 1869 die Strecke Köln–Neuwied–Vallendar–Koblenz der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft. Die direkte Linie Neuwied–Koblenz wurde durch die Preußische Staatsbahn erst 1918 in Betrieb genommen. Im folgenden Jahr wurde auch die Rheinüberquerung bei Remagen vollendet. In den Westerwald hinauf führten Nebenbahnen seit 1884 von Engers über Siershahn–Dierdorf nach Altenkirchen sowie seit 1912 von Linz über Neustadt (Wied) nach Flammersfeld. Die Nordspitze des Kreises um Asbach und Buchholz erhielt 1892 durch die Brölthaler Eisenbahn AG eine schmalspurige Verbindung nach Hennef. Außerdem gab es reine Güterbahnen in Neuwied und Bad Hönningen.

Der Personenverkehr wurde auf Strecken von 59 km Länge eingestellt. Es verblieb nur die rechtsrheinische Hauptbahn mit einer Verzweigung (45 km). Dem Nahverkehr in der Kreisstadt Neuwied und ihren Vororten diente ab 1901 ein 20 km langes elektrisches Straßenbahnnetz, das der Kreis in eigener Regie betrieb. Es wurde 1949/1950 auf Obusverkehr, später auf Omnibuslinien umgestellt.

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 3 (FrankfurtKöln). Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen, Land- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 42 (Koblenz–Bonn), die B 256 und die B 413.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[5])

Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisVerbandsgemeinden in NR.svg
Über dieses Bild

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

  1. Asbach * (7125)
  2. Buchholz (Westerwald) (4411)
  3. Neustadt (Wied) (6195)
  4. Windhagen (4237)
  1. Bad Hönningen, Stadt * (5659)
  2. Hammerstein (328)
  3. Leutesdorf (1832)
  4. Rheinbrohl (3881)
  1. Dierdorf, Stadt * (5650)
  2. Großmaischeid (2302)
  3. Isenburg (619)
  4. Kleinmaischeid (1366)
  5. Marienhausen (503)
  6. Stebach (307)
  1. Dattenberg (1510)
  2. Kasbach-Ohlenberg (1338)
  3. Leubsdorf (1597)
  4. Linz am Rhein, Stadt * (5828)
  5. Ockenfels (1029)
  6. Sankt Katharinen (3373)
  7. Vettelschoß (3440)
  1. Dernbach (1007)
  2. Döttesfeld (586)
  3. Dürrholz (1212)
  4. Hanroth (616)
  5. Harschbach (414)
  6. Linkenbach (462)
  7. Niederhofen (403)
  8. Niederwambach (449)
  9. Oberdreis (859)
  10. Puderbach * (2383)
  11. Ratzert (229)
  12. Raubach (1965)
  13. Rodenbach bei Puderbach (649)
  14. Steimel (1265)
  15. Urbach (1515)
  16. Woldert (599)
  1. Anhausen (1363)
  2. Bonefeld (969)
  3. Ehlscheid (1307)
  4. Hardert (808)
  5. Hümmerich (771)
  6. Kurtscheid (938)
  7. Meinborn (507)
  8. Melsbach (2015)
  9. Oberhonnefeld-Gierend (1046)
  10. Oberraden (608)
  11. Rengsdorf * (2610)
  12. Rüscheid (759)
  13. Straßenhaus (1886)
  14. Thalhausen (707)
  1. Bruchhausen (924)
  2. Erpel (2509)
  3. Rheinbreitbach (4514)
  4. Unkel, Stadt * (5120)
  1. Breitscheid (2096)
  2. Datzeroth (236)
  3. Hausen (Wied) (1867)
  4. Niederbreitbach (1548)
  5. Roßbach (1461)
  6. Waldbreitbach * (1859)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen NW zugewiesen. Diese Kennung wurde bereits am 1. August 1956 in NR geändert, um das alte Unterscheidungszeichen auf die kreisfreie Stadt und den Landkreis Neustadt an der Weinstraße übertragen zu können. Das NR wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Neuwied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 164 (PDF)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  4. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  5. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)