Heinrich Brody

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Heinrich (Chaim, Hayim) Brody, Pseudonym: H. Salomonsohn (* 21. Mai 1868 in Ungvár, Komitat Ung; † 7. Mai 1942 in Jerusalem) war ein Rabbiner, Literaturwissenschaftler und Herausgeber.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Brody, ein Abkömmling des böhmischen Rabbiners Abraham Broda (1640–1717), studierte nach dem Schulbesuch in seiner Heimatstadt zunächst in Preßburg an der Jeschiwa, um sich Studien der Tora und des Talmuds zu widmen, später in Berlin am Rabbinerseminar für das Orthodoxe Judenthum und an der Berliner Universität.

Während seiner späteren Rabbinerzeit im böhmischen Náchod öffnete er sich dem Zionismus und leitete die religiöse zionistische Misrachi-Organisation. 1905 ging Brody nach Prag, wo er 1912 Oberrabbiner wurde. Um die Leitung des von Salman Schocken begründeten Instituts für die Erforschung der hebräischen Poesie zu übernehmen, ging er 1930 nach Berlin. Aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde das Institut nach Jerusalem verlegt, wohin auch Brody emigrierte.

Brodys wissenschaftliches Arbeitsgebiet waren die mittelalterliche hebräische Poesie und die sephardischen liturgischen Poeme (Pijjutim), die während der jüdischen Gottesdienste vorgetragen wurden. Im Ergebnis seiner Studien veröffentlichte Brody Ausgaben bedeutender mittelalterlicher hebräischer Dichter (z.B. Solomon Ibn Gabirol, Shmuel ha-Nagid oder Moshe Ibn Ezra). In der von Stefan Zweig betreuten fremdsprachigen Buchreihe des Insel Verlags Bibliotheca mundi edierte er 1922 eine hebräischsprachige Anthologie mit mittelalterlichen geistlichen Versen der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden. Zusammen mit Aron Freimann gab er die von ihm 1896 gegründete Zeitschrift für Hebräische Bibliographie heraus. Für einige Zeit war er auch Sekretär der 1864 im ostpreußischen Lyck gegründeten literarischen Gesellschaft Mekize Nirdamim, die sich der Veröffentlichung älterer hebräischer Bücher und Manuskripte widmet.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Diwan des Abu-el-Hasan Jehuda ha Levi. Berlin, H. Itzkowski 1930
  • Hrsg. mit Meir Wiener: Anthologia Hebraica. Poemata selecta a libris divinis confectis usque ad iudaeorum ex Hispania expulsionem (A. MCCCCXCII). Leipzig, Insel Verlag 1922

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Heinrich Brody – Quellen und Volltexte