Heinrich Casimir II. (Nassau-Dietz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich Casimir II.

Reichsfürst Heinrich Casimir von Nassau-Dietz (* 18. Januar 1657 in Den Haag; † 25. März 1696 in Leeuwarden) war ein deutscher Reichsfürst und Statthalter in den Niederlanden.

Leben[Bearbeiten]

Das Haus Nassau ist ein Adelsgeschlecht von europäischer Bedeutung, dessen Anfänge bis ins 10. Jahrhundert reichen und das zunächst als Grafen von Laurenburg an der Lahn auftritt. Die Linie Nassau-Diez beginnt mit Johanns VI. Sohn Ernst Casimir (1606–1632), der seit 1620 Statthalter von Friesland, seit 1625 auch von Groningen und Drenthe ist. Er hält sich fast ausschließlich in den Niederlanden auf, wie auch seine Nachfolger: Heinrich Casimir I. (1632–1640), Wilhelm Friedrich (1640–1664), der 1655 in den Reichsfürstenstand erhoben wird, danach folgt Heinrich Casimir II. (1664–1696) und dann Johann Wilhelm Friso (1696–1711). Letzterer wird 1702 von Wilhelm III. von England zum Generalerben der oranischen Linie eingesetzt; seine Nachkommen tragen seit 1713 den Titel „Fürsten von Oranien“, sie sind seit 1747 Erbstatthalter der Vereinigten Provinzen und seit 1815 Könige der Niederlande.

Der einzige Sohn von Graf Wilhelm Friedrich von Nassau-Diez und Prinzessin Albertine, der zweiten Tochter Fürst Friedrich Heinrichs von Oranien-Nassau, folgte dem 1664 verunglückten Vater als Statthalter von Friesland, Groningen und Drenthe unter der Vormundschaft seiner Mutter. Sein Verhältnis zu dem um sechs Jahre älteren Fürsten Wilhelm III., den ihm seine Mutter als Vorbild hinstellte, war in der Jugend getrübt. Nach einem Sturz vom Pferd 1677 schied er aus Wilhelms Militärdienst. Es kam nach seiner Hochzeit zu einer Verständigung mit Wilhelm III., der 1687 Taufpate seines Sohnes Johann Wilhelm Friso wurde. 1688 nahm Heinrich Casimir an Wilhelms englischem Feldzug teil, wurde 1689 Feldmarschall, zog sich aber bald zurück. Erkrankt, starb er zwei Monate vor seiner zu Besuch weilenden Mutter.

Der Schriftsteller Eberhard Werner Happel erwähnt Heinrich Casimir 1681 in seinem `Christlichen Potentaten Kriegs-Roman´ (4. Buch, 6. Kapitel).

Prinzessin Henriette Amalia von Anhalt-Dessau

Nachkommen[Bearbeiten]

Heinrich Casimir heiratete am 26. November 1683 in Dessau Henriette Amalia Prinzessin von Anhalt-Dessau (1666–1726), Tochter von Johann Georg II. von Anhalt-Dessau. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  • Willem Georg Friso (1685–1686), Erbprinz von Nassau-Dietz
  • Henriette Albertine (1686–1754), Prinzessin von Nassau-Dietz
  • Johann Wilhelm Friso (1687–1711), Statthalter in Friesland und Groningen
  • Maria Amalia (1689–1771) Prinzessin von Nassau-Dietz
  • Sofia Hedwig (1690–1734) ∞ 1708 Herzog Karl Leopold von Mecklenburg (1678–1747), Sohn von Friedrich zu Mecklenburg
  • Isabelle Charlotte (1692–1757) ∞ 1725 Christian von Nassau-Dillenburg (1688–1739), Sohn von Heinrich von Nassau-Dillenburg
  • Johanna Agnes (1693–1765), Prinzessin von Nassau-Dietz
  • Louise Leopoldina (1695–1758), Prinzessin von Nassau-Dietz
  • Henriette Casimira (1696–1738), Prinzessin von Nassau-Dietz

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Joachim: Heinrich Casimir, Fürst von Nassau-Diez. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 553.
  • Uwe Schögl (Red.): Oranien. 500 Jahre Bildnisse einer Dynastie aus der Porträtsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien und der Niederländischen Königlichen Sammlung Den Haag. (Ausstellung vom 1. Februar bis 19. März 2002, Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien). Österreichische Nationalbibliothek u. a., Wien 2002, ISBN 3-01-000028-6, S. 89–91.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm Friedrich Fürst von Nassau-Dietz
1664–1696
Johann Wilhelm Friso