Heinz Steyer

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Heinz Steyer auf einer Briefmarke der Deutschen Post der DDR, 1963

Heinz Steyer (* 20. Dezember 1909 in Dresden; † 12. Juli 1944 in Ai Giannis bei Amaliada, Peloponnes) war ein deutscher Kommunist, Arbeitersportler und Widerstandskämpfer.

Leben[Bearbeiten]

Steyer, Presser von Beruf, schloss sich mit 18 Jahren dem KJVD und kurze Zeit später der KPD an. Später war er Funktionär der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit. Er war ein guter Fußballer und in der Mannschaft von Rot-Weiß-Rotsport aktiv.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten verbreitete Steyer mit anderen Jungkommunisten und Sportkameraden in Dresden die illegalen Zeitungen Depesche und Der Rote Stern, die die Bevölkerung über den Terror des NS-Regime und den Widerstandskampf der illegalen KPD informierten. Im August 1933 wurde Steyer verhaftet und war zwei Jahre und neun Monate in den Zuchthäusern Waldheim und Zwickau inhaftiert. Nach seiner Entlassung setzte er seinen Widerstand fort. Von 1937 bis 1939 wurde er wiederholt, manchmal monatelang, in Konzentrationslagern festgehalten.

Symbolische Grabstätte Steyers im Ehrenhain des Heidefriedhofs

Obwohl er von den NS-Behörden für „wehrunwürdig“ erklärt worden war, zog man ihn im Februar 1943 zur Strafdivision 999 ein. Steyer wurde mit dem Bataillon IV nach Griechenland transportiert und als Schreiber der Militärkommandantur in Lechena auf dem Peloponnes eingesetzt. Hier war er, zusammen mit seinem Freund Werner Illmer, einer der Organisatoren der Widerstandsorganisation unter Soldaten. In ihrem Auftrag nutzte er seine Tätigkeit in der Schreibstube und warnte griechische Partisanen über geplante „Befriedungsaktionen“. Er beschaffte illegal lebenden griechischen Patrioten zudem deutsche Ausweise, um ihnen ihre Widerstandsarbeit zu erleichtern, und versorgte sie zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern mit Medikamenten, Munition und Waffen.

Steyer wurde am 3. Juli 1944 verhaftet, am 9. Juli von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 12. Juli im Dorf Ai Giannis erschossen. Sein symbolisches Grab befindet sich im Ehrenhain des Heidefriedhofs in Dresden

Ehrungen[Bearbeiten]

Das Dresdner Heinz-Steyer-Stadion trägt seinen Namen. Vor dem Stadion befindet sich ein Gedenkstein. Die 55. Mittelschule Dresden war bis Januar 2010 Steyer gewidmet[1], auch die Schule in Rabenau trug seinen Namen. Ferner sind in Dresden und Riesa Straßen, in Dessau ein Ring nach Steyer benannt.

Die Deutsche Post der DDR gab 1963 eine Sondermarke zu Ehren Steyers heraus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Luise Kraushaar (Hrsg.): Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biographien und Briefe. Band 2. Dietz, Berlin 1970, S. 312–314.
  • Hans Burkhardt, Günter Erxleben, Kurt Nettball: Die mit dem blauen Schein: über den antifaschistischen Widerstand in den 999er Formationen der faschistischen deutschen Wehrmacht (1942 bis 1945). Militärverlag der DDR, Berlin 1982, passim.
  • Andreas Peschel: Wegen Hochverrat erschossen. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom 15. Februar 2010, S. 16.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Radio Dresden, 29. Januar 2010