Henryk Szeryng

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Henryk Szeryng (1964)

Henryk Szeryng [ˈʃɛrɨŋk] (* 22. September 1918 in Żelazowa Wola; † 3. März 1988 in Kassel) war ein Geiger polnisch-jüdischer Herkunft, der seit 1946 in Mexiko lebte.

Leben[Bearbeiten]

Seine Mutter erteilte ihm ersten Klavierunterricht, doch das Kind bevorzugte bald die Geige. Bronislaw Huberman hörte ihn und empfahl, ihn zur Ausbildung zu Carl Flesch nach Berlin zu schicken (1928–32). Henryk Szeryng debütierte im Jahre 1933. 1935 spielte der 17-jährige Geiger in Warschau unter der Leitung von Bruno Walter das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven. Anschließend setzte er bis 1939 sein Studium bei Nadia Boulanger in Paris fort.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meldete er sich als Freiwilliger bei der polnischen Armee auf französischem Boden und wurde Verbindungsoffizier. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse (Szeryng sprach acht Sprachen) arbeitete er auch als Dolmetscher für die polnische Exilregierung. Häufig konzertierte er vor alliierten Soldaten und gab Wohltätigkeitskonzerte.

Während eines Aufenthaltes in Mexiko-Stadt bekam er das Angebot, dort die Streicherabteilung an der Universität Mexiko zu übernehmen. Er tat dies und wurde 1946 mexikanischer Staatsbürger. Erst 1954 nahm er seine Konzertkarriere auf, die er bis zu seinem Tode fortführte. Er starb 1988 während einer Konzerttournee mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken in Kassel.

Der Geiger war ein Interpret mit einem umfangreichen Repertoire und erlangte weltweite Anerkennung. Er nahm eine große Anzahl von Platten auf, einschließlich der Violinkonzerte von Mozart, Beethoven, Brahms, Schumann, Tschaikowski, Sibelius, Mendelssohn und Paganini, der vollständigen Violinsonaten von Beethoven und Mozart mit Ingrid Haebler, ausgewählter Violinsonaten von Beethoven und Mozart mit Arthur Rubinstein, und zwei Aufnahmen der gesamten Solosonaten und Partiten von Bach. Für seine Zusammenarbeit mit Pierre Fournier und Arthur Rubinstein erhielt er 1975 und 1976 je einen Grammy. Für seine Aufnahme des Brahms-Konzertes im Jahre 1959 mit Pierre Monteux erhielt er den Grand Prix du Disque. Seine Einspielungen der Bachschen Solosonaten und Partiten werden bis heute als maßstabsetzend angesehen. So hat in dem Video The Art Of Violin die bedeutende junge Geigerin Hilary Hahn dargestellt, dass Szeryngs Bach-Einspielungen für ihre eigene Bach-Interpretation richtungsweisend sind.

Ehrungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inschrift Deutschordenshof, Durchgang: Henryk Szeryng 1971 (abgerufen am 7. Juni 2014)

Weblinks[Bearbeiten]