Heraion von Argos

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Der neue Hera-Tempel im Heraion
Blick über das Gelände nach Norden

Das Heraion von Argos war im Altertum eines der wichtigsten Heiligtümer der Hera. Es lag bei Argos (Peloponnes, Griechenland).

Mit dem Heiligtum verbunden ist die Geschichte der beiden Brüder Kleobis und Biton, die sich wie Ochsen vor den Wagen ihrer Mutter spannten, um sie rechtzeitig zum Hera-Fest zu bringen, worauf sie nach getaner Arbeit einschliefen und nicht mehr aufwachten, weil ein Tod am Zenit des Lebens der größte Lohn für den Menschen sei.

Das Heiligtum liegt nordöstlich der Stadt Argos, etwa zwei Kilometer nördlich des heutigen Dorfes Neo Ireo (vormals Chonikas), auf einer weithin sichtbaren Terrasse und geht auf das 8. Jahrhundert v. Chr. zurück. Wichtigster Kultbau ist der Tempel der Hera. Vom ältesten Tempel ist praktisch nichts mehr erhalten, doch weiß man, dass er einer der ersten Tempel mit einem Peristyl war. Er wurde 423 v.Chr. durch Feuer zerstört. Der neue Tempel wurde ca. 420–410 v. Chr. etwas unterhalb des alten vom Architekten Eupolemos erbaut. Er hatte ein Peristyl von 12 × 6 dorischen Säulen, in der Cella stand eine Statue der Hera aus Gold und Elfenbein, geschaffen von Polyklet, der Boden wies eine Kurvatur auf. Die meisten übrigen Gebäude stammen aus dem 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr.

Noch die Kaiser Nero und Hadrian beehrten das Heraion mit Geschenken.

Der Geschichtsschreiber Hellanikos von Lesbos benutzte zur Datierung eine Liste der Priesterinnen des Heraion, die von mythischer Zeit bis in seine Gegenwart (Nikiasfrieden 421 v. Chr.) reichte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Waldstein: The Argive Heraeum. 2 Bände. Boston 1902-1905.
  • Christopher Mee, Antony Spawforth: Greece. An Oxford Archaeological Guide. Oxford University Press, Oxford 2001, S. 195–197.
  • Christopher A. Pfaff: The architecture of the classical temple of Hera. (= The Argive Heraion. Results of excavations conducted by the American School of Classical Studies at Athens 1) American School of Classical Studies at Athens, Princeton 2003, ISBN 0-87661-801-8
  • R. S. Mason: Argive Heraion, Argolid, Greece. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heraion von Argos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

37.69194444444422.774722222222Koordinaten: 37° 41′ 31″ N, 22° 46′ 29″ O