Herbert Lichtenfeld

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Herbert Lichtenfeld (* 16. Juni 1927 in Leipzig; † 11. Dezember 2001 in Hamburg) war einer der erfolgreichsten Fernsehautoren in Deutschland. Er schrieb nach eigenen Angaben insgesamt 300 Drehbücher. Viele seiner von ihm verfassten Serien, Episoden und Spielfilme wurden große Erfolge.

Leben[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Nach dem Abitur und einem begonnenen Musikstudium in Leipzig siedelte Lichtenfeld, der als Sohn eines Arbeiters aufgewachsen war,[1] 1950 in die Bundesrepublik über. Dort war er als Reporter für mehrere Tageszeitungen tätig. Nach Stationen u. a. beim Badischen Tageblatt im Murgtal und der Neuen Rhein Zeitung in Köln wurde er in den sechziger Jahren Leiter des Ressorts Fernsehen bei der Zeitschrift Hörzu. Lichtenfeld begann zu dieser Zeit Bücher, vor allem Hörspiele, zu schreiben. Seit 1968 arbeitete er hauptberuflich als Drehbuchautor. Gleich sein erster Fernsehfilm Deutschlandreise (1970, NDR) wurde mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet.

Autor für Krimiserien[Bearbeiten]

Wenig später begann die Zusammenarbeit mit dem damals noch unbekannten Regisseur Wolfgang Petersen. Zusammen entwickelten sie für die ARD-Fernsehreihe Tatort den Kieler Kommissar Finke (gespielt von Klaus Schwarzkopf). Die bedächtigen wie ebenso raffinierten Episoden der Finke-Tatorte hatten beim Zuschauer großen Erfolg, die Einschaltquoten lagen zum Teil bei über siebzig Prozent. Höhepunkt war die Folge Reifezeugnis (1977) mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg, über eine Liebesbeziehung zwischen einem Lehrer und einer Schülerin.

Während Wolfgang Petersen zum Kino wechselte (Das Boot) und heute erfolgreich in Hollywood arbeitet, blieb Herbert Lichtenfeld seinem Genre treu. Er schrieb weiterhin vor allem Drehbücher für den Tatort, aber auch für andere Krimireihen wie Der Alte.

Auch außerhalb des Krimigenres verfasste er zahlreiche Bücher für Hörspiele, Fernsehfilme und Fernsehserien. Lichtenfelds Drehbücher waren immer sehr spannend und detailreich, die Sprache bis zu den Dialogen hin sehr genau, oftmals nicht ohne einen Schuss Ironie – so wie er selber sich aus Überzeugung nicht als Literat oder gar als Weltverbesserer verstanden wissen wollte, sondern die Bezeichnung „Gebrauchsautor“ mit dem Satz akzeptierte: „Wie schön für einen Autor, wenn er gebraucht wird!“.

Erfolgreiche ZDF-Serien[Bearbeiten]

Lichtenfeld wird oftmals als Erfinder der Schwarzwaldklinik bezeichnet. Doch die Idee, eine Serie über ein Krankenhaus im Schwarzwald zu drehen war im ZDF schon geboren, als 1985 Produzent Wolfgang Rademann Lichtenfeld beauftragte, die Drehbücher zu schreiben. Die oftmals als kitschig kritisierte Mutter aller Krankenhausserien wurde zum größten Serienerfolg des ZDF. Bis zu 25 Millionen Zuschauer schalteten ein, als Professor Brinkmann (Klausjürgen Wussow) seinen weißen Kittel überzog.

Bis zum Ende der Schwarzwaldklinik 1988 schrieb Lichtenfeld sämtliche Drehbücher, obwohl er am Anfang nur die der ersten Folgen hätten schreiben sollen.[1] 1987 erfand Lichtenfeld ebenfalls für das ZDF seine eigene Arztserie „Der Landarzt“. Die Geschichten um den Arzt Dr. Matthiesen (Christian Quadflieg) im fiktiven Städtchen Deekelsen (Schleswig-Holstein) war ebenfalls erfolgreich und wurde bis Mai 2013 (von 1991 bis 2009 mit Walter Plathe als Dr. Teschner, von 2009 bis 2013 mit Wayne Carpendale als Dr. Bergmann) fortgesetzt. Bis 1997 schrieb Lichtenfeld für die Serie die Drehbücher.

Herbert Lichtenfeld wurde somit Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger, vor allem durch den Erfolg mit der Schwarzwaldklinik zu einem der meistbeschäftigten Drehbuchautoren im deutschen Fernsehen, vor allem für Serien im ZDF. Er schrieb u. a. für „Das Traumschiff“, „Hotel Paradies“ (1990), „Unsere Hagenbecks“ (1991). Auch mehrere erfolgreiche Fernsehfilme stammen aus Lichtenfelds Feder, wie „Vater wider Willen“ (1995/Das Erste). Lichtenfelds letzter Film („Jugendsünde“ mit Harald Juhnke) lief 2000 im Ersten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Herbert Lichtenfeld, Internationales Biographisches Archiv 21/2002, 13. Mai 2002, abgerufen am 25. November 2012

Weblinks[Bearbeiten]