Holmenkollbakken

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Holmenkollbakken
Holmenkollbakken

Der Holmenkollbakken beim Testspringen 2010

Holmenkollbakken (Oslo)
Red pog.svg
Standort
Stadt Oslo
Land NorwegenNorwegen Norwegen
Verein Skiforeningen Oslo
Zuschauerplätze 50.000
Baujahr 1892
Umgebaut 18 mal, haupts. 1952 und 2010[1]
Schanzenrekord 141,0 m
OsterreichÖsterreich Andreas Kofler 5. März 2011
Daten
Anlauf
Turmhöhe 60 m
Aufsprung
Hillsize HS 134
Konstruktionspunkt 120 m

59.96388888888910.667777777778Koordinaten: 59° 57′ 50″ N, 10° 40′ 4″ O

Der Holmenkollbakken ist eine Skisprungschanze im Stadtgebiet von Oslo, der Hauptstadt Norwegens. Die Schanze steht auf einem Hang des Berges Holmenkollen und gilt als älteste Sprungschanze der Welt.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Verbreitet wird berichtet, dass der Holmenkollen nach dem Arzt Ingebrigt Holm benannt sei, der seit 1889 auf dem Berg zunächst ein Hotel, später auch ein Sanatorium unterhielt. Diese Herleitung des Namens taucht aber nicht in norwegischsprachigen Quellen auf. Tatsächlich ist das Gebiet bereits auf einer Karte aus dem Jahr 1800 als „Holmen“ eingezeichnet.[2]

Wintersportanlagen[Bearbeiten]

An den Hängen des Holmenkollen befinden sich Wintersport-Anlagen, zu der vor allem die Skisprungschanze und ein Biathlon-Areal mit Stadion gehören. Sie gelten als das Mekka des nordischen Skisports. Der Schanzenturm, an dessen Fuß sich das Skimuseum am Holmenkollen befindet, ist 60 Meter hoch. Der Auslauf war früher im Sommer mit Wasser gefüllt und bot auf einer über dem Wasser platzierten Bühne Platz für Veranstaltungen. Das Wasserbecken wurde beim letzten Umbau der Anlage etwas abseits neu eingerichtet, weil es als Reservoir für die Beschneiungsanlage dient.[1]

Die Holmenkollen-Schanze ist die älteste Skisprungschanze der Welt. Der erste Skisprungwettkampf fand am 31. Januar 1892 statt, der erste Schanzenrekord wurde mit 21,5 Meter durch Arne Ustvedt aufgestellt. 1952 wurden auf dem Holmenkollen die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Die hier stattfindenden Weltcupwettbewerbe in den Sportarten Skispringen, Skilanglauf, Nordische Kombination und Biathlon[3] ziehen jährlich zehntausende Besucher an. Im März 2013 fand erstmals ein Skisprung-Weltcup der Damen statt.[4] Es war der erste Großschanzen-Weltcup in der Geschichte des Damen-Skispringens.[5]

Im Herbst 2008 wurde damit begonnen, die bis dahin bereits 17mal umgebaute Holmenkollen-Schanze[1] aus Stahlbeton abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Umsetzung des länger geplanten Vorhabens war zum Teil abhängig vom Ausgang der Vergabe der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011, wofür sich Oslo-Holmenkollen, Zakopane (Polen) und Val di Fiemme (Italien) beworben hatten. Diese Entscheidung ist am 25. Mai 2006 zugunsten der Stadt Oslo gefallen. Im September 2008 wurde mit dem Abriss der Tribünen begonnen, die Schanze wurde am 16. Oktober demontiert. Der spektakuläre stählerne Neubau in freitragender Konstruktion wurde im Frühjahr 2009 begonnen. Wegen des Umbaus konnte in der Saison 2008/09 kein Springen am Holmenkollen stattfinden. Das Profil des Aufsprunghangs wurde beim Umbau nur leicht verändert, sodass der K-Punkt der neuen Schanze bei 120 Metern liegt.[6]

Internationale Wettbewerbe am Holmenkollbakken[Bearbeiten]

Holmenkollen Ski Festival[Bearbeiten]

Das seit 1892 jährlich stattfindende Holmenkollen Ski Festival ist der älteste am Holmenkollen ausgetragene Skiwettbewerb (aktuelle Disziplinen: Skispringen, Nordische Kombination, Biathlon, Langlauf). In den Jahren 1898, 1941 bis 1945 (2. Weltkrieg), 2009 (Umbau der Schanze) und 2011 (Nordische Skiweltmeisterschaft 2011) gab es kein Holmenkollen Ski Festival. In den Jahren, in denen es während des FIS-Skisprung-Weltcups ein Springen auf dem Holmenkollen gibt, übernimmt dieses die Funktion des Holmenkollen Ski Festivals.

1939 konnte mit dem Schweden Sven Selånger erstmals ein Nichtnorweger den traditionellen Wettbewerb gewinnen, wofür er im selben Jahr – ebenfalls als erster Nichtnorweger – die Holmenkollen-Medaille bekam. Die meisten Erfolge beim Skispringen des Holmenkollen Ski Festivals konnte der Pole Adam Małysz mit insgesamt 5 Siegen verbuchen (1996, 2001, 2003, 2006, 2007). Die erfolgreichsten Deutschen sind Helmut Recknagel (1957, 1960) und Jens Weißflog (1989, 1990) mit jeweils zwei Siegen.

Olympische Spiele und Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Bisher wurden folgende große Wettbewerbe auf dem Holmenkollen durchgeführt:

Medaillengewinner aller von der FIS organisierten Holmenkollen-Sprungwettbewerbe[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht enthält alle von der FIS organisierten Sprungwettbewerbe.[7]

Datum Kategorie K-Punkt, ab 2005 HS 1. Platz 2. Platz 3. Platz
27. März 1930 Weltmeisterschaft 0K90 NorwegenNorwegen Gunnar Andersen NorwegenNorwegen Reidar Andersen NorwegenNorwegen Sigmund Ruud
14. Februar 1952 Olympische Winterspiele 0K90 NorwegenNorwegen Arnfinn Bergmann NorwegenNorwegen Torbjørn Falkanger SchwedenSchweden Karl Holmström
17. Februar 1966 Weltmeisterschaft 0K90 NorwegenNorwegen Bjørn Wirkola JapanJapan Takashi Fujisawa SchwedenSchweden Kjell Sjöberg
16. März 1980 Weltcup K105 OsterreichÖsterreich Armin Kogler FinnlandFinnland Jari Puikkonen OsterreichÖsterreich Hubert Neuper
15. März 1981 Weltcup K105 NorwegenNorwegen Roger Ruud KanadaKanada Horst Bulau NorwegenNorwegen Johan Sætre
26. Februar 1982 Weltmeisterschaft K105 NorwegenNorwegen Norwegen
Johan Sætre
Per Bergerud
Ole Bremseth
Olav Hansson
OsterreichÖsterreich Österreich
Hans Wallner
Hubert Neuper
Armin Kogler
Andreas Felder
FinnlandFinnland Finnland
Keijo Korhonen
Jari Puikkonen
Pentti Kokkonen
Matti Nykänen
28. Februar 1982 Weltmeisterschaft K105 FinnlandFinnland Matti Nykänen NorwegenNorwegen Olav Hansson OsterreichÖsterreich Armin Kogler
13. März 1983 Weltcup K105 NorwegenNorwegen Steinar Bråten KanadaKanada Horst Bulau OsterreichÖsterreich Armin Kogler
11. März 1984 Weltcup K105 TschechoslowakeiTschechoslowakei Vladimír Podzimek TschechoslowakeiTschechoslowakei Pavel Ploc NorwegenNorwegen Ole Christian Eidhammer
10. März 1985 Weltcup K105 FinnlandFinnland Matti Nykänen NorwegenNorwegen Franz Wiegele SchweizSchweiz Gérard Balanche
16. März 1986 Weltcup K105 OsterreichÖsterreich Ernst Vettori FinnlandFinnland Matti Nykänen OsterreichÖsterreich Andreas Felder
21. März 1987 Weltcup K105 OsterreichÖsterreich Andreas Felder FinnlandFinnland Ari-Pekka Nikkola Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miran Tepeš
20. März 1988 Weltcup K105 NorwegenNorwegen Erik Johnsen NorwegenNorwegen Ole Gunnar Fidjestøl OsterreichÖsterreich Günther Stranner
5. März 1989 Weltcup K105 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Jens Weißflog NorwegenNorwegen Jon Inge Kjørum NorwegenNorwegen Kent Johanssen
17. März 1991 Weltcup K105 OsterreichÖsterreich Ernst Vettori OsterreichÖsterreich Stefan Horngacher SchwedenSchweden Staffan Tällberg
15. März 1992 Weltcup K105 FinnlandFinnland Toni Nieminen TschechoslowakeiTschechoslowakei Jiří Parma OsterreichÖsterreich Martin Höllwarth
14. März 1993 Weltcup K120 NorwegenNorwegen Espen Bredesen FrankreichFrankreich Didier Mollard TschechienTschechien Jaroslav Sakala
12. Februar 1995 Weltcup K110 OsterreichÖsterreich Andreas Goldberger JapanJapan Takanobu Okabe DeutschlandDeutschland Jens Weißflog
15. März 1996 Weltcup K110 OsterreichÖsterreich Österreich
Martin Höllwarth
Andreas Widhölzl
Reinhard Schwarzenberger
Andreas Goldberger
NorwegenNorwegen Norwegen
Sturle Holseter
Roar Ljøkelsøy
Espen Bredesen
Pål Hansen
DeutschlandDeutschland Deutschland
Gerd Siegmund
Christof Duffner
Michael Uhrmann
Jens Weißflog
17. März 1996 Weltcup K110 PolenPolen Adam Małysz FinnlandFinnland Janne Ahonen JapanJapan Masahiko Harada
16. März 1997 Weltcup K112 JapanJapan Kazuyoshi Funaki JapanJapan Hiroya Saitō SchweizSchweiz Bruno Reuteler
15. März 1998 Weltcup K112 SlowenienSlowenien Primož Peterka SchweizSchweiz Bruno Reuteler JapanJapan Masahiko Harada
14. März 1999 Weltcup K115 JapanJapan Noriaki Kasai DeutschlandDeutschland Martin Schmitt JapanJapan Kazuyoshi Funaki
12. März 2000 Weltcup K115 DeutschlandDeutschland Sven Hannawald FinnlandFinnland Ville Kantee FinnlandFinnland Janne Ahonen
11. März 2001 Weltcup K115 PolenPolen Adam Małysz OsterreichÖsterreich Stefan Horngacher DeutschlandDeutschland Martin Schmitt
17. März 2002 Weltcup K115 SchweizSchweiz Simon Ammann DeutschlandDeutschland Sven Hannawald PolenPolen Adam Małysz
8. März 2003 Weltcup K115 OsterreichÖsterreich Österreich
Thomas Morgenstern
Christian Nagiller
Florian Liegl
Andreas Widhölzl
FinnlandFinnland Finnland
Veli-Matti Lindström
Tami Kiuru
Arttu Lappi
Matti Hautamäki
DeutschlandDeutschland Deutschland
Georg Späth
Michael Uhrmann
Martin Schmitt
Sven Hannawald
9. März 2003 Weltcup K115 PolenPolen Adam Małysz OsterreichÖsterreich Florian Liegl NorwegenNorwegen Roar Ljøkelsøy
29. Februar 2004 FIS-Rennen K115 NorwegenNorwegen Anette Sagen OsterreichÖsterreich Daniela Iraschko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lindsey Van
14. März 2004 Weltcup K115 NorwegenNorwegen Roar Ljøkelsøy SchweizSchweiz Simon Ammann NorwegenNorwegen Bjørn Einar Romøren
12. März 2005 Continentalcup HS128 NorwegenNorwegen Anette Sagen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lindsey Van Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jessica Jerome
13. März 2005 Weltcup HS128 FinnlandFinnland Matti Hautamäki NorwegenNorwegen Bjørn Einar Romøren DeutschlandDeutschland Michael Uhrmann
12. März 2006 Weltcup HS128 PolenPolen Adam Małysz OsterreichÖsterreich Thomas Morgenstern OsterreichÖsterreich Andreas Kofler
17. März 2007 Weltcup HS128 PolenPolen Adam Małysz SchweizSchweiz Andreas Küttel NorwegenNorwegen Anders Bardal
18. März 2007 Weltcup HS128 SchweizSchweiz Simon Ammann OsterreichÖsterreich Martin Koch FinnlandFinnland Matti Hautamäki
9. März 2008 Weltcup HS128 OsterreichÖsterreich Gregor Schlierenzauer NorwegenNorwegen Tom Hilde NorwegenNorwegen Bjørn Einar Romøren
6. März 2010 Continentalcup HS128 OsterreichÖsterreich David Unterberger DeutschlandDeutschland Richard Freitag PolenPolen Rafał Śliż
7. März 2010 Continentalcup HS128 OsterreichÖsterreich David Unterberger PolenPolen Rafał Śliż OsterreichÖsterreich Florian Schabereiter
14. März 2010 Weltcup HS128 SchweizSchweiz Simon Ammann PolenPolen Adam Małysz OsterreichÖsterreich Andreas Kofler
3. März 2011 Weltmeisterschaft HS134 OsterreichÖsterreich Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich Thomas Morgenstern SchweizSchweiz Simon Ammann
5. März 2011 Weltmeisterschaft HS134 OsterreichÖsterreich Österreich
Gregor Schlierenzauer
Martin Koch
Andreas Kofler
Thomas Morgenstern
NorwegenNorwegen Norwegen
Anders Jacobsen
Johan Remen Evensen
Anders Bardal
Tom Hilde
SlowenienSlowenien Slowenien
Peter Prevc
Jurij Tepeš
Jernej Damjan
Robert Kranjec
11. März 2012 Weltcup HS134 OsterreichÖsterreich Martin Koch DeutschlandDeutschland Severin Freund SlowenienSlowenien Robert Kranjec
17. März 2013 Weltcup HS134 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sarah Hendrickson JapanJapan Sara Takanashi OsterreichÖsterreich Jacqueline Seifriedsberger
17. März 2013 Weltcup HS134 PolenPolen Piotr Żyła
OsterreichÖsterreich Gregor Schlierenzauer
SlowenienSlowenien Robert Kranjec
8. März 2014 Weltcup HS134 JapanJapan Sara Takanashi SlowenienSlowenien Katja Požun JapanJapan Yūki Itō
9. März 2014 Weltcup HS134 DeutschlandDeutschland Severin Freund NorwegenNorwegen Anders Bardal PolenPolen Kamil Stoch

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holmenkollbakken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Information aus einer geführten Stadtbesichtigung im August 2012
  2. http://kart.statkart.no/adaptive2/default.aspx?gui=1&lang=2&minX=250570.58255807&minY=6647103.3579499&maxX=267368.64505807&maxY=6662420.4829499&layers=68&baselayer=4&visibleOLOverlays=avinetBasemap4
  3. Beschreibung über den Holmenkollen. biathlon-online.de, abgerufen am 11. September 2012.
  4. skispringen.com: Sarah Hendrickson sichert sich letzten Sieg in Oslo, abgerufen am 17. März 2013
  5. skispringen.com: Andreas Bauer nominiert für Weltcup-Finale, abgerufen am 17. März 2013
  6. Bericht über den Umbau 2008–2012 bei skisprungschanzen.com
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatResults Oslo. Abgerufen am 16. Februar 2012. (Achtung: Link enthält auch die Ergebnisse vom Midtstubakken)