Horst Hussel

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Horst Hussel (* 28. April 1934 in Greifswald) ist ein deutscher Zeichner, Grafiker, Illustrator und Schriftsteller.

Horst Hussel

Leben[Bearbeiten]

Von 1953 bis zu seiner vorzeitigen Exmatrikulation wegen „formalistischer Umtriebe“[1] 1954 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Erich Fraaß. Von 1954 bis 1958 erfolgte ein Studium der Malerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee bei Kurt Robbel, Bert Heller und Gabriele Mucchi. Er wurde in Berlin während seiner Diplomarbeitsphase wegen seiner „dekadenten künstlerischen Auffassung“[1] exmatrikuliert und studierte von 1958 bis 1961 Graphik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg bei Friedrich Stabenau. Mit Friedrich Schröder-Sonnenstern war er befreundet. Im August 1961 brach er sein drittes Studium ab. Erst im Jahr 1990 wurde ihm das Abschlusszeugnis der Kunsthochschule Berlin-Weißensee nachträglich zuerkannt. Im Jahr 1994 gründete Hussel die Dronte-Presse. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Seit 1961 arbeitet er als Grafiker und Zeichner, Buchgrafiker, Schriftsteller und Herausgeber. Im Jahr 1993 erhielt er den Jule-Hammer-Preis, die Dürer-Plakette der Friedrich-Schröder-Sonnenstern-Gesellschaft wurde ihm 1969 verliehen, ausgehändigt erst 2001. Ehrenpräsident der Schwitters-Gesellschaft. Horst Hussel ist auch ein Kunst-Propagandist für verwandte Geister, so Paul Scheerbart, Robert Walser, Alexander Olbricht, Marcus Behmer, Kurt Schwitters, Albert Wigand und Gerhard Altenbourg. Altenbourg schuf 1961 mit der Lithografie „Freund H.“ ein Porträt Hussels.

Bekannt ist Horst Hussel durch eine Fülle illustrierter Bücher anderer Autoren, durch eine Vielzahl selbst illustrierter eigener Bücher und durch von ihm entworfene Bucheinbände, Vorsatzpapiere und Vignetten. Daneben hat er ein umfangreiches Œuvre geschaffen, das vor allem aus Grafiken und Zeichnungen besteht, und das in zahlreichen Ausstellungen präsentiert wurde. Horst Hussel gestaltet die Bucheinbände der Friedenauer Presse und zeichnete unter anderem für die Zeitschriften Sibylle und Das Magazin.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1982: Briviéra, Eulenspiegel-Verlag Berlin
  • 1985: Calmen / Dreiundzwanzig Gespräche und zwölf Zeichnungen, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig (beigefügt: L'Heure Embrasée / Kammeroper von Horst Hussel und Frank Schneider)
  • 1986: Abendglühn, Verlag Klaus G. Renner München
  • 1989: Illustrationen zu Stefan Heym: Die Hexe und weitere Märchen für kluge Kinder, C. Bertelsmann München
  • 1993: Werkverzeichnis der Druckgraphik und Bücher 1954-1993, bearbeitet und herausgegeben von Hiltrud Lübbert und Peter Röske, mit Beiträgen von Stefan Heym, Friedrich Dieckmann und Peter Röske, Galerie der Berliner Graphikpresse
  • 2002: Fliegende Gurken
  • 2003: Musik aus Gägelow / Aus den Tagebüchern und Notenheften des Komponisten Albrecht Kasimir Bölckow, Friedenauer Presse Berlin
  • 2004: Bucheinbände, Vorsatzpapiere, Signeten. Mit einem Nachwort von Helmut Schumacher
  • 2004: Hebriden-Landschaften
  • 2008: Frühlingsgeschichten
  • 2008: Gastro Mechanico, hrsg. von der GALERIE Gesellschaft H. Saborowski und der Dronte Presse Berlin
  • 2009: Gouachen und Zeichnungen: 2006–2008
  • 2009: Aprillenwetter
  • 2011: Aus Nippon, Berlin/Hamburg 2011

Hörspiele[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Birgit Grimm: Weltbürger der Fantasie. In: Sächsische Zeitung, 11. Dezember 2009, S. 7.