Im Namen des Vaters (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Im Namen des Vaters
Originaltitel In the Name of the Father
Produktionsland USA, Irland, Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 133 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jim Sheridan
Drehbuch Jim Sheridan
Terry George
Produktion Jim Sheridan
Musik Trevor Jones
Kamera Peter Biziou
Schnitt Gerry Hambling
Besetzung

Im Namen des Vaters (Originaltitel: In the Name of the Father) ist eine Co-Produktion zwischen Großbritannien und den USA von dem Regisseur Jim Sheridan aus dem Jahr 1993. Der Film basiert auf der wahren Geschichte der sogenannten Guildford Four.

Inhalt[Bearbeiten]

Nachdem der im Belfast der siebziger Jahre lebende Kleinkriminelle Gerry Conlon von Soldaten der britischen Armee fälschlicherweise für einen Heckenschützen gehalten wurde, verursacht er auf der erfolgreichen Flucht vor den Soldaten einen Aufruhr, der auch Mitglieder der IRA in Bedrängnis bringt. Diese wollen ihn dafür bestrafen, Gerrys Vater Giuseppe kann dies jedoch im letzten Augenblick verhindern.

Giuseppe rät seinem Sohn, sich nach London abzusetzen, wo seine Tante lebt, um weiteren Konflikten mit der IRA aus dem Weg zu gehen. Zusammen mit seinem Freund Paul Hill macht er sich auf den Weg nach London, wo sie mit der Londoner Hippie-Szene in Kontakt kommen. Sie ziehen in ein Haus ein, welches von einer Kommune besetzt wurde. Dort lernen sie Carole Richardson und Paddy Armstrong kennen. Nach einem Streit ziehen sie aus dem besetzten Haus aus und nehmen zunächst eine Parkbank in Beschlag, die jedoch ein obdachloser Landsmann für sich beansprucht. Während sie mit dem Bettler sprechen, explodieren zwei Pubs. Aufgrund einer fälschlichen Beschuldigung von Seiten eines der Hausbesetzer kommen Gerry und Paul in Verdacht, die Explosionen verursacht zu haben und werden inhaftiert.

Die neuen Antiterrorgesetze der britischen Regierung geben der Polizei die Möglichkeit, die Beschuldigten sieben Tage ohne Anklage festzuhalten. In dieser Zeit werden Geständnisse erzwungen und weitere Personen festgenommen, und zwar Carole Richardson, Paddy Armstrong, Gerrys Vater Giuseppe, Gerrys Tante, ihr Mann sowie deren beiden halbwüchsigen Söhne. Aufgrund fingierter Ermittlungsergebnisse erfolgt für die vier Hauptangeklagten eine Verurteilung zu lebenslänglicher Haft, während die anderen Angeklagten zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt werden. Aus dem Gefängnis heraus versuchen Gerry und sein Vater, der sich mit Gerry eine Zelle teilt, das Verfahren wieder aufzurollen. Aber auch als die Polizei den wahren Hintermann der Explosionen verhaftet und dieser zugibt, für die Attentate verantwortlich zu sein und Gerry und die anderen Verurteilten ausdrücklich entlastet, geschieht nichts, da die Polizei dies verheimlicht. Während des Aufenthalts im Gefängnis stirbt Giuseppe Conlon.

Die Anwältin Gareth Peirce hilft Gerry, indem sie Akten außerhalb des Gefängnisses zusammensucht und lange recherchiert. Bei einem Besuch im Gerichtsarchiv ist der Aktenherausgeber einmal krank und wird durch einen anderen Beamten vertreten. Als die Anwältin diesen Beamten nach der Akte von Conlon fragt, bekommt sie statt Giuseppes Akte die von Gerry ausgehändigt. In der Akte finden sich Papiere, auf welchen wörtlich steht: „Not to be shown to the defence“, also: „Darf nicht der Verteidigung gezeigt werden“. In dieser Akte befinden sich schließlich viele Beweise zugunsten von Gerry und der anderen Verhafteten, einschließlich einer entlastenden Aussage des Obdachlosen, den Gerry und Paul am Abend des Bombenanschlags im Park trafen.

Fünfzehn Jahre nach dem ersten Prozess wird der Fall in einem neuen Gerichtsverfahren wieder aufgerollt. Nachdem Peirce die neuen Beweise präsentiert hat, werden alle vier Hauptangeklagten freigelassen. Die anderen Beschuldigten haben ihre Strafen bereits abgesessen. Jedoch wird Gerrys verstorbener Vater Giuseppe noch nicht für unschuldig erklärt, woraufhin Gerry nach Verlassen des Gerichtsgebäudes in die Menge der vor dem Gebäude wartenden Demonstranten schreit, dass er im Namen seines Vaters weiter kämpfen, also auch noch die Unschuld des Vaters beweisen werde.

Besonderheit[Bearbeiten]

Dass der Film auf der wahren Geschichte der sogenannten Guildford Four basiert, führte zu Spannungen in den britisch-irischen Beziehungen. In Großbritannien wurde der Wahrheitsgehalt des Films angezweifelt und der Film geriet in Kritik. Diese Anschuldigungen und Kritik bezogen sich auf die Tatsache, dass die Autoren des Drehbuchs aus dramaturgischer Notwendigkeit kleine Rollen zu einer größeren Rolle verschmolzen haben.

Die Dreharbeiten für die Gefängnisszenen des Films wurden im Kilmainham Gaol, einem stillgelegten, viktorianischen Gefängnis in Dublin durchgeführt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film von Jim Sheridan wurde für sieben Oscars nominiert, darunter Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller. Jedoch konnte der Film keine der begehrten Trophäen gewinnen. Auf der Berlinale 1994 gewann der Film den Goldenen Bären.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der in die Skandalchronik der britischen Justiz als der ‚Guilford Four‘-Fall eingegangene Prozeß dient als Hintergrund für einen für Gerechtigkeit und Verständnis plädierenden Film, der durch große emotionale Kraft berührt. In Inszenierung, Kamera, Schnitt und schauspielerischen Leistungen gleichermaßen beeindruckend.“

Lexikon des Internationalen Films

„Daniel Day-Lewis porträtiert eindrucksvoll den unschuldig angeklagten Gerry Conlon, der nicht nur für sich, sondern auch für seinen Vater kämpft.“

critic.de

Im Namen des Vaters ist ein beeindruckendes Stück Filmgeschichte über ein Stück jüngere Zeitgeschichte, das bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat. Großes Kino: politisch bedeutsam, emotional bewegend und erstklassig inszeniert.“

René Malgo, filmstarts.de[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von Rene Malgo zu Im Namen des Vaters auf Filmstarts.de, zuletzt abgerufen am 13. November 2010.