Inkorporation (Medizin)
Inkorporation bedeutet Einverleibung.
Im medizinischen Sinne ist Inkorporation die gewollte und unbeabsichtigte Aufnahme von Stoffen, Gegenständen oder Mikroorganismen in den Körper. Dies kann über die Nahrungsaufnahme (oral, d. h. durch den Mund, auch als Ingestion bezeichnet), durch die Atemwege (Inhalation oder Aufnahme von Gas oder Schwebstoffen), dermal (durch die Haut, Wunden, Schleimhaut usw.), intravenös, intramuskulär, intraperitoneal (d. h. durch die Bauchhöhle oder andere Wege) erfolgen.
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Aufnahmeformen [Bearbeiten]
Aufgenommen werden können alle Stoffe, auch pharmakologische, giftige oder radioaktive, in allen Zustandsformen (Puder, Flüssigkeit, Aerosol, Gas), Salbenstoffe (transdermal), Gegenstände (Verschlucken von Knopfzellen[1] durch Kleinkinder, Einbringen von Pessaren), Stäube (Feinstaub, Asbest) sowie die Aufnahme von Krankheitserregern mit der Nahrung oder auf anderem Wege.
Darreichungsformen (in der Therapie) [Bearbeiten]
Entsprechend dem vorgesehenen Verabreichungsweg wird eine für die Therapie geeignete Arzneiform (z. B. Tinktur, Weichgelatinekapsel, Transdermales Pflaster, Nasenspray) zur Darreichung gewählt.
Ansteckung [Bearbeiten]
Eine Aufnahmeform stellen Krankheitskeime dar: Prionen (unbelebt), Viren (unbelebt), Mikroorganismen (z. B. Bakterien) und Endoparasiten[2][3] (mehrzellige Organismen, oft Tiere). Die Aufnahme kann auf vielfältige Weise erfolgen, z. B. mit Nahrung, Wasser, Händedruck, Sexualkontakt, aber auch über einen Vektor, z. B. eine Stechmücke, die Krankheitserreger (Mikroben oder Endoparasiten) von Wirt zu Wirt überträgt.
Applikationswege [Bearbeiten]
In der Medizin werden viele unterschiedliche Verabreichungswege (Applikationswege) unterschieden (z. B. buccal, enteral, intramuskulär, intranasal).
Ingestion [Bearbeiten]
Eine Form der Inkorporation ist die Ingestion, wobei die Stoffe meist mit der Nahrung oder Trinken durch den Mund (oral) aufgenommen werden.
Als Pica-Syndrom wird eine Essstörung bezeichnet, bei der Menschen allgemein als ungenießbar geltende Stoffe oder Gegenstände aufnehmen.
Aspiration [Bearbeiten]
Unter Aspiration wird das Eindringen von Gegenständen oder Flüssigkeiten in den Atemtrakt verstanden.
Inhalation [Bearbeiten]
Bei der Inhalation werden verschiedene Wirkungen im Körper unterschieden:
- Atemgifte mit erstickender Wirkung
- Sie verdrängen den Sauerstoff. Beispiele: Stickstoff, Wasserstoff, CO2
- Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz, Schutzkleidung
- Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung
- Sie greifen vorwiegend die Schleimhäute an.
- Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz oder im Freien bei geringer Konzentration auch Filtergeräte, Schutzkleidung
- Atemgifte mit toxischer Wirkung auf Blut, Nerven und Gewebe
- Typische Vertreter dieser Gruppe sind Gase wie CO und Blausäuregas.
- Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz, Schutzkleidung
- Atemgifte mit Strahlenwirkung auf Körperzellen
- Typische Vertreter dieser Gruppe sind Stäube mit Isotopen radioaktiver Nuklide
- Sie greifen vorwiegend die Zellkerne an
- Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz , Schutzkleidung, Dekontamination
Transdermale Aufnahme [Bearbeiten]
Unter transdermaler Aufnahme wird die Resorption über die Haut oder Schleimhaut (z. B. buccal) verstanden. Neben Hautkontaktgiften (z. B. Blausäure) können Wirkstoffe aus transdermalen Pflastern, Salben, analen oder vaginalen Suppositorien oder Zäpfchen transdermal aufgenommen werden.
Kontrolle ungewollter Aufnahme [Bearbeiten]
Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) dient dazu, ein routinemäßig erhöhtes gesundheitsgefährdendes Aufnahmerisiko zu verringern.
Chemikaliengesetze wie das Chemikaliengesetz (ChemG) in Deutschland, regeln den Umgang mit Stoffen bekannter Risiken.
Das Vermeiden, Krankheitserreger aufzunehmen, ist Aufgabenbereich der Hygiene. Zur Vermeidung einer Kontamination (Verunreinigung) von Nahrung und Wasser dienen Verfahren zur Sterilisation.
Das Vermeiden der Aufnahme von Radioisotopen ist Aufgabe des Strahlenschutzes.
Siehe auch [Bearbeiten]
Einzelbelege [Bearbeiten]
- ↑ Battery Ingestion. eMedicineHealth.com. August 10, 2005. Abgerufen am 15. April 2007.
- ↑ Trichinellosis. Centers for Disease Control & Prevention. 2004. Abgerufen am 17. April 2007.
- ↑ Dracunculiasis. Centers for Disease Control & Prevention. 2005. Abgerufen am 17. April 2007.
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