Ioannis Kasoulidis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ioannis Kasoulides)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ioannis Kasoulides (links) mit John Kerry

Ioannis Kasoulidis (griechisch Iωάννης Κασουλίδης, auch Kasoulides transkribiert, * 10. August 1948 in Nikosia) ist ein zypriotischer Politiker. Als führendes Mitglied des christdemokratischen Dimokratikos Synagermos (DISY) war er von 1997 bis 2003 Außenminister der Republik Zypern und bekleidet dieses Amt seit dem 1. März 2013 erneut. Ab Juni 2004 war Kasoulidis Mitglied des Europäischen Parlaments. Im Februar 2008 trat er erfolglos als Kandidat seiner Partei bei den Präsidentschaftswahlen in Zypern an.

Biografie[Bearbeiten]

Ioannis Kasoulidis studierte Medizin in Lyon, wo er 1974 promoviert wurde. In den folgenden Jahren spezialisierte er sich im Bereich der Geriatrie. Von 1975 bis 1981 war er als Arzt und Assistenzarzt in London tätig, bevor er in seine Heimatstadt Nikosia zurückkehrte und sich dort als Facharzt niederließ.

Mitte der 1980er-Jahre begann Kaoulidis' Karriere in der Partei Dimokratikos Synagermos. Von 1990 bis 1993 war er Vorsitzender der Jugendbewergung des DISY, seit 1993 ist er Mitglied des Politbüros der Partei.

Im Mai 1991 wurde Ioannis Kasoulidis als Abgeordneter des Wahlkreises Nikosia in das zypriotische Repräsentantenhaus gewählt. Zwei Jahre später legte er sein Mandat nieder, um das Amt des Regierungssprechers zu übernehmen. Im April 1997 wurde Kasoulidis neuer Außenminister der Regierung Glavkos Kliridis'. Dieses Amt hatte er bis zum 28. Februar 2003 inne, als Tassos Papadopoulos von der konservativen DIKO neuer Staatspräsident wurde. In Kasoulidis Amtszeit fielen der Abschluss der Verhandlungen über den Beitritt Zyperns zur Europäischen Union sowie der Beginn der bilateralen Gespräche zwischen der Republik Zypern und der Türkischen Republik Nordzypern über eine Wiedervereinigung Zyperns nach dem Annan-Plan.

Nach dem Beitritt Zyperns zur EU wurde Kasoulidis im Juni 2004 in das Europäische Parlament gewählt, in dem er Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei war. Kasoulidis war Stellvertretender Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu dem Palästinensischen Legislativrat, Mitglied der Delegation des Europäischen Parlaments in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Mittelmeer sowie Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten.

Im Juni 2007 gab Kasoulidis seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen im Februar 2008 bekannt.[1] Er wurde von der DISY sowie einigen kleineren Parteien unterstützt. Umfragen sahen in den letzten Wochen vor dem Wahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtieren Präsidenten Papadopoulos, Kasoulidis und dem linksgerichteten Kandidaten Dimitris Christofias voraus. In der ersten Runde der Wahlen erhielt Kasoulidis am 17. Februar mit einem Anteil von 33,51 % die meisten Stimmen, dicht gefolgt von Dimitris Christofias mit 33,29 % der Stimmen. Tassos Papadopoulos wurde Drittplatzierter mit einem Stimmanteil von 31,79 % und somit abgewählt.[2] Die Stichwahl am 24. Februar 2008 verlor er gegen Christofias mit 47 % der Stimmen.[3]

Nach dem Wahlsieg seines Parteifreundes Nikos Anastasiadis bei den Präsidentschaftswahlen 2013 wurde er von ihm als Nachfolger von Erato Kozakou-Marcoullis erneut zum Außenminister berufen und trat sein Amt am 1. März 2013 an.

Kasoulidis ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem des Phönix-Orden der Hellenischen Republik, des Xirka-Ordens der Republik Malta und des Ordens der Zeder vom Libanon. Im Jahr 2000 erhielt er die Auszeichnung der Stadt Bethlehem durch die Palästinensische Autonomiebehörde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Earth Times: Cyprus MEP to run for president vom 14. Juni 2007; aufgerufen am 18. Februar 2008.
  2. Amtliches Wahlergebnis der Regierung Zyperns (Version vom 2. November 2007 im Internet Archive), aufgerufen am 18. Februar 2008.
  3. Präsidentenwahl 2008 – Ergebnisse (Englisch) Republik Zypern – Innenministerium. Archiviert vom Original am 2. November 2007. Abgerufen am 17. Februar 2008.

Weblinks[Bearbeiten]