Jacob Gould Schurman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jacob Gould Schurman (1930)

Jacob Gould Schurman (* 22. Mai 1854 in Freetown, Prince Edward Island, Kanada; † 12. August 1942) war ein US-amerikanischer Hochschullehrer und Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Schurman hatte niederländische Vorfahren in New York. Er studierte am Acadia College in Wolfville, Nova Scotia. Im Jahr 1875 gewann er dabei die Canadian Gilchrist Scholarship, ein Stipendium der University of London; dort graduierte er im Jahr 1877 zum BA und im Jahr 1878 zum MA. Weitere Studien führten ihn an die Universitäten in Paris, Edinburgh, Heidelberg, Berlin und Göttingen.

Als Professor für englische Literatur, Politikwissenschaft und Psychologie (Beschäftigung mit der deutschen Kultur- und Geistesgeschichte) lehrte Schurman am Acadia College (1880–1882) und an der Dalhousie University in Halifax, Neuschottland (1882–1886). Als Professor für Philosophie wirkte er anschließend an der Cornell University in Ithaca im Bundesstaat New York (1886–1892). Er war von 1892 bis 1920 ihr Präsident.

Am 20. Januar 1900 wurde er als Vorsitzender der Schurman-Kommission berufen, die auf den Philippinen arbeitete.[1] Als Botschafter der Vereinigten Staaten war er in China (1921–1925) und Deutschland (1925–1929) tätig; zuvor fungierte er bereits von 1912 bis 1913 als Gesandter in Griechenland. Im Ruhestand lebte er ab 1930 in Bedford Hills, New York.

Werke[Bearbeiten]

Blick auf die alte Universität, den Löwenbrunnen davor, und dahinter (rechts) den Schurmanbau
  • Philippine Affairs – A Retrospect and an Outlook (1902; als Vorsitzender der First United States Philippine Commission seit 1899).
  • Kantian Ethics and the Ethics of Evolution (1881)
  • The Ethical Import of Darwinism (1888)
  • Belief in God (1890, etwa: Glaube an Gott)
  • Agnosticism and Religion (1896).

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Da Schurman zugunsten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in den USA eine große Spendenaktion startete, mit der das dringend benötigte Hörsaalgebäude seiner ehemaligen Alma Mater finanziert werden sollte, erhielt er im Mai 1928, gemeinsam mit Außenminister Gustav Stresemann, die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Heidelberger Universität.
  • Am 17. Dezember 1928 wurde Jacob Gould Schurman die Ehrenbürgerwürde der Stadt Heidelberg verliehen.
  • Bei der Einweihungsfeier des neuen, von dem Architekten und Stadtplaner Karl Gruber konzipierten Universitätsgebäudes, kam es 1931 zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Rundfunks zu einer Liveübertragung in die USA.
  • Im Eingangsbereich des 1931 neu errichteten Universitätsgebäudes wurde gegenüber dem Dozentenzimmer zur Ehre der amerikanischen Förderer der deutschen Universität, eine große bronzene Stifter Tafel angebracht und eine Bronzebüste des Initiators Jacob Gould Schurman aufgestellt. (Eine Anregung zu American Studies in Deutschland geht mit auf Schurman zurück).
  • Am Heidelberger Neckarufer wurde ein Abschnitt der Straßenführung nach Schurman benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacob Gould Schurman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. United States Rule