Jacobus Vide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jacobus Vide (* vor 1386; † nach 1433) war ein franko-flämischer Komponist, Organist und Hofbeamter.

Leben[Bearbeiten]

Jacobus Vide war ein Kleriker aus dem Bistum Tournai. Am 27. Oktober 1410 wurde er aufgrund eines Erlasses Johannes XXIII., den der Herzog von Burgund als einer der Wenigen anerkannte, zum Kanoniker an Saint-Donatien in Brügge ernannt. Später war Vide Propst der Kirchen von Nivelles.

Vor Dezember 1423 fand er Anstellung als Kammerdiener bei Herzog Philipp dem Guten. Er nahm administrative Aufgaben wahr, wurde 1426 aber auch für die Erziehung zweier Chorknaben entlohnt. 1428 wurde er Sekretär des Herzogs und erhielt eine kleine Orgel.

Trotz seines Talentes als Komponist ist Vide niemals Mitglied der Hofkapelle gewesen. 1433 erwähnen ihn die Hofrechnungen zum letzten Male.

Das Werk[Bearbeiten]

  • Von Vide sind folgende 8 zwei- bis vierstimmige Chansons überliefert:
    • Amans doubles
    • Espoir m’est venu conforter
    • Et c’est asses
    • Il m’est si grief
    • Las! ja‘y perdu mon espincel
    • Puisque je n’ay plus de maystresse
    • Qui son cuer met a dame
    • Vit encore ce faux dangier.

Der Stil dieser Chansons ist einfach. Kurze Phrasen werden durch überlappende Kadenzen miteinander verbunden. Häufige Dissonanzen, Kreuz-Rhythmen und eine beträchtliche Variabilität der Melodie machen den besonderen Reiz dieser höfischen Kunst aus.