Mons
| Mons | ||
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| Staat | Belgien | |
| Region | Wallonien | |
| Provinz | Hennegau | |
| Bezirk | Mons | |
| Koordinaten | 50° 27′ N, 3° 57′ O50.4533333333333.9491666666667Koordinaten: 50° 27′ N, 3° 57′ O | |
| Fläche | 146,56 km² | |
| Einwohner (Stand) | 93.072 Einw. (1. Jan. 2012) | |
| Bevölkerungsdichte | 635 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 7000, 7011, 7012, 7020, 7021, 7022, 7024, 7030, 7031, 7032, 7033, 7034 | |
| Vorwahl | 065 | |
| Bürgermeister | Elio Di Rupo (PS) | |
| Adresse der Stadtverwaltung |
Hôtel de Ville Grand'Place 7000 Mons |
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| Webseite | www.mons.be | |
Mons (niederländisch und deutsch: Bergen) ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Hennegau. Die wallonische Stadt ist mehrheitlich frankophon.
Seit dem 31. März 1967 ist Mons Sitz des Militärischen Hauptquartiers der NATO, SHAPE.
Inhaltsverzeichnis |
Name[Bearbeiten]
Der Name der Stadt bedeutet lateinisch Berg (vergleiche franz. Mont), was auf die geografische Gegebenheit in der Stadt schließen lässt. Die Stadt entstand auf einem der fünf Hügel in der Senke des Flusses Henne (frz. Haine).
Geschichte[Bearbeiten]
Archäologische Ausgrabungen in den nahegelegenen Feuersteinbrüchen von Spiennes, die auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO stehen, haben ergeben, dass Mons schon während des Neolithikums und in der Eisenzeit bewohnt wurde.
Mons verdankt seinen Ursprung einem Kastell, welches von Caesar im Kriege gegen die Gallier hier angelegt wurde (an der Stelle des jetzigen Belfrieds). In römischer Zeit war Bergen ein militärisches Lager an der Straße von Bavay nach Utrecht.
Wie viele andere europäischen Städte entstand das heutige Mons um ein Kloster herum, das im frühen Mittelalter gegründet worden war, und wurde zu einem ansehnlichen Ort. Da eine solche Siedlung vor Angriffen kaum geschützt war, ließ der Graf von Hennegau eine Burg auf der Spitze eines Hügels erbauen. Im 12. Jahrhundert wurde ein 1 km langer Verteidigungswall errichtet. Die Stadt wuchs und der Ort begann sich den Hügel hinunter auszubreiten und eine neue größere Stadtmauer wurde erbaut.
Im niederländischen Befreiungskrieg wurde die Stadt 1572 vom Prinzen Ludwig von Nassau eingenommen, aber noch in demselben Jahr (6. September 1572) von den Spaniern wiedererobert und sowohl gegen Coligny als auch gegen den Prinzen von Oranien behauptet [1]. Nach einer Blockade durch den französischen Marschall Humières 1677 wurde es am 8. April 1691 durch Verrat dem französischen General Vauban in die Hände gespielt, aber im Frieden von Rijswijk 1697 an Spanien zurückgegeben. Im spanischen Erbfolgekrieg geriet Mons abermals in die Hände der Franzosen, ergab sich aber nach der Schlacht von Malplaquet und einer mehrwöchigen Belagerung im Oktober 1709 den Alliierten (Großbritannien, Niederlande, Preußen u.a.) und wurde nach dem Frieden von Utrecht 1713 als einer der Barriereplätze von den Niederländern besetzt. Nochmals wurde die Stadt am 10. Juli 1746 von den Franzosen unter Conti eingenommen, doch kam sie bald darauf wieder an Österreich zurück. Endlich fiel sie 1792 nach der Schlacht bei dem heutigen Monser Stadtteil Jemappes in die Gewalt der Republik Frankreich. Die damals geschleiften Festungswerke wurden 1818 wiederhergestellt und verstärkt, später jedoch abermals abgetragen.
Während der unterschiedlichen fremden Besetzungen (Burgund, Spanien, Österreich, Frankreich, Niederlande) wurden die militärische Anlagen verstärkt und modernisiert. Mit der Zeit verschob sich die Stadtgrenze immer mehr, neue Vororte entstanden und 18 benachbarte Dörfer wurden in das heutige Stadtgebiet aufgenommen.
Im Jahr 1887 zählte Bergen 25.421 Einwohner, welche sich mit Zucker-, Seifen-, Tabaks-, Spitzen-, Fayence- und Tonpfeifenfabrikation, Woll- und Baumwollspinnerei, Brauerei, Eisengießerei und besonders Steinkohlenbergbau beschäftigten, da die Stadt inmitten eines bedeutenden Kohlevorkommens lag. Heutzutage findet kein Kohleabbau mehr statt, da die Vorkommen weitgehend erschöpft sind.
Im Jahr 1914 fand bei Mons die erste Schlacht der britischen Armee im Ersten Weltkrieg statt. Die Stadt wurde von den Deutschen besetzt und 1918 von kanadischen Truppen übernommen.
Im Mai 1940 wurde die Stadt im Rahmen des Westfeldzuges von vorrückenden Truppen der Wehrmacht besetzt. Die Wehrmacht besetzte Nordfrankreich bis zum Herbst 1944; dann zwangen vorrückende alliierte Truppen sie zum Rückzug. Am 2. September 1944 kam es bei Mons zu einer Kesselschlacht; über 25.000 deutsche Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Waltrudiskirche Collégiale Sainte-Waudru: Die Waltrudiskirche wurde 1460–1589 im Stil der Gotik erbaut. Das Bauwerk enthält Arbeiten des Bildhauers Jacques Du Brœucq und den „Goldenen Wagen“ (Car d'Or, 1781), der in der alljährlichen Prozession Procession de la Trinité die Reliquien der heiligen Waltraud von Mons trägt und im Rahmen der Ducasse de Mons mit einem Pferdegespann durch Bergen gezogen wird.
- Belfried (Le Beffroi): Der Belfried wurde 1661–1672 im Stil des Barock erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt. Er wurde 2000 zusammen mit anderen Belfrieden in Belgien von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
- Rathaus: das spätgotisches Rathaus wurde 1440–1443 erbaut
- Museum der schönen Künste (Musee des Beaux-Arts):
- Das Mundaneum
- Musée François Duesberg: Museum für Pendeluhren
- Musée de la vie montoise: Volkskundemuseum
- Musée du Centenaire: Keramiken, Münzen und eine archäologische Sammlung
- Naturhistorisches Museum:
- Vincent van Gogh-Haus: das Vincent van Gogh-Haus befindet sich im nahegelegenen, 1971 eingemeindeten Dorf Cuesmes
- Europas größte und älteste Feuersteinminen in Spiennes, einem Vorort von Mons. UNESCO-Welterbe seit dem Jahr 2000.
Galerie[Bearbeiten]
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
- Folklore: Die Ducasse de Mons, im Volksmund Doudou, ein alljährliches Fest am Sonntag nach Pfingsten, besteht aus der Prozession Procession de la Trinité und dem Prozessionsspiel Lumeçon, das den Kampf des heiligen Georg mit dem Drachen zeigt. Das Prozessionsspiel wurde zusammen mit ähnlichen Spielen in Belgien und Frankreich 2005 von der UNESCO in die Liste Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
Briare im Département Loiret, Frankreich, seit 1962
Thoissey im Département Ain, Frankreich, seit 1963
Vannes in der Bretagne, Frankreich, seit 1952
Sefton im Metropolitan County Merseyside, Großbritannien, seit 1964
Changsha in der Provinz Hunan, China, seit 1998
Little Rock in Arkansas, USA, seit 1999
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
In oder bei Mons geboren oder aufgewachsen sind
- Waltraud von Mons (7. Jahrhundert, † 688), Heilige der katholischen Kirche
- Salvatore Adamo (* 1947), Sänger, Komponist, Schriftsteller, wuchs in Mons auf.
- Gilles Binchois (1400–1460), Komponist
- Jacques Du Brœucq (1505–1584), Bildhauer, wurde möglicherweise in Mons geboren
- Frédéric Caudron (* 1968), Carambolagebillardspieler
- Orlando di Lasso (1530–1594), Komponist
- Marcel G. Lefrancq (1916–1974), surrealistischer Photograph
- Charles Plisnier (1896–1952), Dichter, Essayist und Romancier
- Jan Provoost (1465–1529), Maler, Vertreter der altniederländischen Malerei
- Paul Émile de Puydt (1810–1888), Botaniker, Ökonom und Schriftsteller
- Christian Seidl (* 1936), Politiker, Oberbürgermeister von Regensburg
- David Winter (* 1979), Schauspieler, Sänger
Trivia[Bearbeiten]
- Victor Hugo sagte 1837 über den Belfried von Mons: „Man stelle sich eine riesige Kaffekanne vor, umgeben von vier kleineren Teekannen. Er wäre hässlich, wenn er nicht so groß wäre.“
- Das Streicheln des kleinen Bronze-Äffchens vor dem Rathaus soll Glück bringen.
- Im Gefängnis von Mons saß Paul Verlaine für zwei Jahre ein, nachdem er 1873 auf seinen Liebhaber Arthur Rimbaud geschossen hatte.
- Während der Schlacht bei Mons 1914 sollen die sogenannten „Engel von Mons“ (Angels of Mons) britische Soldaten beschützt haben.
- Beim Bau der Waltrudiskirche (Collégiale Sainte-Waudru) wurde einst der größte Kirchturm der Welt geplant (190 m); allerdings wurde der Turmbau nie begonnen.
Literatur[Bearbeiten]
- Belgien, 3. Auflage, Verlag Karl Baedeker, Ostfildern 1998, ISBN 3-87504-417-7, S. 312–316
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Illustration von Frans Hogenberg von 1576: Graf Ludwich von Naßaw wolgemuth, Durch einen anschlag wunder guht, Uberihlett Bergen wol bekant, Zu Hinnegaw ins Kunigs landt, Daß den von Alba seher verdrohs, ... (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website (Französisch)
- Ducasse de Mons (Französisch)
- Virtuelle Stadtrundfahrt durch Bergen (auf Englisch)
- UNESCO Liste Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit (Französisch und Englisch)
- Wissenschaftliche Abhandlung über den sozio-historischen Hintergrund der Angels of Mons
- Illustration von Daniel Meisner von 1626: Bergen in Hennegaw. Nicht dem Baum sondern dem Schatten (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
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Kulturhauptstadt Europas: 1999: Weimar | 2000: Avignon, Bergen, Bologna, Brüssel, Helsinki, Krakau, Prag, Reykjavík, Santiago de Compostela | 2001: Porto, Rotterdam | 2002: Brügge, Salamanca | 2003: Graz | 2004: Genua, Lille | 2005: Cork | 2006: Patras | 2007: Hermannstadt, Luxemburg zusammen mit der Großregion | 2008: Liverpool, Stavanger | 2009: Linz, Vilnius | 2010: Istanbul, Pécs, Essen zusammen mit dem Ruhrgebiet | 2011: Tallinn, Turku | 2012: Guimarães, Maribor | 2013: Košice, Marseille | 2014: Riga, Umeå | 2015: Mons, Pilsen | 2016: Breslau, Donostia-San Sebastián