Anderlecht

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Anderlecht
Anderlecht.jpg Flag of Anderlecht.svg
Anderlecht (Belgien)
Anderlecht
Anderlecht
Staat Belgien
Region Brüssel-Hauptstadt
Bezirk Brüssel-Hauptstadt
Koordinaten 50° 50′ N, 4° 18′ O50.8363888888894.3069444444444Koordinaten: 50° 50′ N, 4° 18′ O
Fläche 17,74 km²
Einwohner (Stand) 113.462 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 6396 Einw./km²
Postleitzahl 1070
Vorwahl 02
Bürgermeister Gaëtan Van Goidsenhoven (LB)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Raadsplein 1
1070 Anderlecht
Webseite www.anderlecht.be

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Anderlecht ist eine Gemeinde der Region Brüssel-Hauptstadt. Sie ist nach der Kernstadt Brüssel selbst und Schaerbeek/Schaarbeek die drittgrößte der 19 Brüsseler Gemeinden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten nachgewiesenen Anzeichen menschlicher Siedlung am rechten Ufer der Senne datieren aus der Steinzeit und der Bronzezeit. Darüber hinaus wurden Überreste einer römischen Villa und einer fränkischen Begräbnisstätte gefunden. Die erste namentliche Erwähnung von Anderlecht stammt aus dem Jahre 1047 unter der Bezeichnung Anrelech, danach Andrelet (1111), Andreler (1148), und Anderlech (1186). Zu dieser Zeit siedelten ein Kapitel der Kanoniker und die beiden Patrizierfamilien von Aa und von Anderlecht an.

1356 kämpfte Louis von Male, Graf von Flandern gegen die Stadt Brüssel in der Schlacht bei Scheut. Obwohl er seine Stiefschwester Johanna von Brabant besiegen und ihren Titel kurzzeitig übernehmen konnte, eroberte Johanna ihren Titel kurz darauf mit der Hilfe von Kaiser Karl IV. zurück. So wurde Anderlecht 1393 zu einem Teil von Brüssel. Um diese Zeit wurde die Kirche des heiligen Guido neu errichtet.

Im 15. und 16. Jahrhundert avancierte die Stadt Anderlecht zu einem der europäischen Kulturzentren. Im Jahre 1521 lebte Erasmus von Rotterdam für einige Monate in der Stadt. Ebenso wohnte Charles, Herzog von Aumale und Grand Veneur de France zeitweilig in Anderlecht.

Das 17. und 18. Jahrhundert waren geprägt von Kriegen zwischen den Niederlanden und Frankreich. Am 13. November 1792, kurz nach der Schlacht bei Jemappes, trafen General Dumouriez und die französische Armee im Zuge der französischen Revolutionskriege bei Anderlecht erneut auf die Truppen der Habsburger. Infolgedessen wurde Anderlecht als zu Frankreich gehörig reklamiert.

Im 19. Jahrhundert sah sich Anderlecht mit einem erheblichen Bevölkerungswachstum konfrontiert, was vor allem auf das rasante Wachstum des nahegelegenen Brüssel zurückzuführen war. Beachtliche Stadtentwicklungsmaßnahmen und Gartenstädte wie Het Rad oder Moortenbeek wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut, um dem Zustrom an Neuankömmlingen Herr zu werden.

Geographie[Bearbeiten]

Anderlecht ist mit den benachbarten Gemeinden der Region Brüssel baulich zusammengewachsen. Es liegt im Südwesten der Hauptstadt und grenzt an Molenbeek-Saint-Jean/Sint-Jans-Molenbeek, Brüssel (an der Grenze liegt das Anderlechter Tor/Anderlechtsepoort), Saint-Gilles/Sint-Gillis (im Bereich des Südbahnhofs) und Forest/Vorst sowie an die flämischen Gemeinden Sint-Pieters-Leeuw und Dilbeek.

Zu Anderlecht gehören die Siedlungen Veeweyde, Aa, Het Rad, Vogelzang, Meylemeersch, Neerpede, Vlasendaal, Bon Air, Broeck, Scherdemaal, Peterbos, Klein Eiland und Scheut.

Bevölkerung[Bearbeiten]

In den letzten Jahren ist die Stadt durch einen hohen Anteil vor allem türkischer, marokkanischer, arabischer, albanischer und schwarzafrikanischer Einwanderer geprägt. Zeitungsberichten zufolge haben sich Stellen Anderlechts zu No-go-Areas entwickelt, also Stadtteilen, in die sich auch die Polizei nicht mehr hintraut.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt ein mittelalterliches Zentrum mit dem Erasmushaus und der gotischen Kirche St. Peter und Guido.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Erasmuskrankenhaus der Freien Universität Brüssel und das Einkaufszentrum Westland gehören jeweils zu den größten in ganz Brüssel. Anderlecht ist Sitz der Hauptzentrale der Delhaize Group[2].

Anderlecht ist Sitz des berühmten Pralinenherstellers Leonidas.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Brüsseler U-Bahn-Linie 5 erschließt Anderlecht mit den Bahnhöfen Jacques Brel, Aumale, Sint-Guido (im Zentrum der Gemeinde), Veeweide, Bizet, Het Rad, COOVI, Eddy Merckx und Erasmus. Auch die Linie 2 erreicht mit ihrer Endstation Clemenceau Anderlechter Gemeindegebiet. Die Straßenbahnlinie 56 fährt durch das Zentrum Anderlechts, die Linien 20 und 83 durch den Norden.

Durch Anderlecht verlaufen der Brüsseler Autobahnring (R0) und der Kanal Charleroi-Brüssel.

Sport[Bearbeiten]

Anderlecht ist die Heimstätte des erfolgreichsten belgischen Fußballvereins RSC Anderlecht. Spielort ist das Constant-Vanden-Stock-Stadion im Astridpark.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Anderlecht hat Städtepartnerschaften mit folgenden europäischen Städten geschlossen:

Außerdem besteht seit 2000 ein Städtefreundschaftspakt mit Sainte-Maxime, Frankreich.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. in der Welt über Anderlechts Kriminalitätsszene
  2. http://delhaizegroup.com/en/Contacts.aspx

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anderlecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien