Jakob Friedrich Ehrhart

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Jakob Friedrich Ehrhart

Jakob Friedrich Ehrhart (* 4. November 1742 in Holderbank AG, Schweiz; † 26. Juni 1795 in Hannover) war ein deutscher Apotheker und Botaniker schweizerischer Herkunft. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Ehrh.“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Seine Eltern waren Johannes Ehrhart und Magdalena, geborene Wild.

Er widmete sich von Jugend an dem Studium der Naturwissenschaften, begann 1765 eine Apotheker-Lehre in Nürnberg und arbeitete dann als Apothekergehilfe in Erlangen, Hannover und Stockholm, wo er bei Peter Jonas Bergius (1730–1790) hörte. Von 1774 bis 1776 war Ehrhart in Uppsala ein Schüler der beiden Linnés.[1]

Ab 1778 ordnete er die Sammlungen des Apothekers Johann Gerhard Reinhard Andreae in Hannover, wo er die ersten Dekaden seiner getrockneten Pflanzen und das Supplementum Plantarum des jüngeren Linné herausgab. 1780 wurde er „Königlich Grossbritanischer und Churfürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Botaniker“ und arbeitete im Auftrag der Regierung in Hannover unter anderem an einer „Hannoverischen Pflanzengeschichte“.[1] Zu diesem Zweck bereiste er von 1780 bis 1780 im Regierungsauftrag das Kurfürstentum und angrenzende Gebiete und notierte seine floristischen Beobachtungen.[1]

Gedenktafel am Bibliothekspavillon vor dem Berggarten

Am 15. September 1779 entdeckte er im Limmerholz einen kleinen Sumpf, dessen Quellwasser stark schwefelhaltig roch. Aus dieser Schwefelquelle, dem Limmerbrunnen entwickelte sich rasch ein Heilbad für Gicht- und Rheuma-Patienten.[2] [3] Am 22. November 1779 schieb er im „Hannoverschen Magazin“ einen Artikel: „Vorigen Sommer fand ich auf meinen botanischen Sonntagsexcursionen am Wege von Linden nach Davenstedt einige Pflanzen, die ich zuvor nur bey Salzquellen und am Seestrande, oder an solchen Stellen, die nicht weit von diesen entfernt oder doch ehemals mit Salzwasser bedeckt waren, kurz, nur da, so das Kochsalz gefunden wurde…“. Diesen Artikel entdeckt später Georg Egestorff, der dort 1831 die Saline Egestorffshall gründete. [4]

Anschließend wurde er Leiter der Herrenhäuser Gärten zu Herrenhausen bei Hannover.

Neben den salzhaltigen Quellen bei Badenstedt analysierte Ehrhart auch,[5] nach der Überlieferung durch Hinweis des Leibarztes Johann Georg Zimmermann,[6] den dann nach dem Bürgermeister Ernst Anton Heiliger benannten Heiligers Brunnen in der Eilenriede.[7]

Von historischer Bedeutung ist Ehrhart insbesondere, da auf ihn das Taxon der Unterart zurückgeht, das er 1780 erstmals anwandte und 1784 erstmals definierte.[8]

Taxonomische Ehrung[Bearbeiten]

Die Pflanzengattung Ehrharta Thunb. aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) ist nach ihm benannt worden.

Werke[Bearbeiten]

  • Chloris hanoverana. 1776.
  • Supplementum systematis vegetabilium, generum et specierum plantarum. 1781.
  • Beiträge zur Naturkunde, und den damit verwandten Wissenschaften, besonders der Botanik, Chemie, Haus- und Landwirthschaft, Arzneigelahrtheit und Apothekerkunst. 7 Bände, 1787 bis 1792 doi:10.5962/bhl.title.44806.
  • Autobiografie in Usteris Annalen der Botanik

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kurt Preywisch: Begann vor 200 Jahren die botanische Erforschung des Kreises Höxter? In: Schriftenreihe Egge-Weser. Bd. 6. Heft 1. Naturkundlicher Verein Egge-Weser, Höxter, 1989. ISSN 1860-7640. S. 33–51.
  2. http://lebensraum-linden.de/internet/page.php?naviID=902000048&site=902000262&typ=2
  3. http://www.neuepresse.de/Hannover/So-lebt-Hannover/West/Limmer/Der-Limmerbrunnen
  4. http://www.hannover-badenstedt.de/strassen.htm
  5. Dirk Böttcher: EHRHART, Jacob Friedrich (siehe Literatur)
  6. Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Heilkräftige Brunnen, in: Hannoversches Brunnenbuch. Wasserspiele und Brunnen in Hannover. Exemplarisches und Dokumentarisches, Hannover: Fackelträger-Verlag, 1988, ISBN 3-7716-1497-X, S. 58ff.
  7. Gerd Weiß: Kleefeld, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Bd. 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, ISBN 3-528-06208-8, S. 78f.; sowie Kleefeld im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege, S. 17ff.
  8. A. O. Chater, R. K. Brummitt, Friedrich Ehrhart: Subspecies in the Works of Friedrich Ehrhart. In: Taxon, 15:3, 1966, S. 95–106.