Jakob Vetsch (Bezirksammann)

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Jakob Vetsch, 1886-1944

Jakob Vetsch (* 15. Mai 1886 in Grabs SG; † 5. April 1944 in Buchs SG, heimatberechtigt in Grabs) war Bezirksammann des ehemaligen Bezirkes Werdenberg im Kanton St. Gallen in der Schweiz.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Jakob Vetsch wuchs als ältester Sohn des Grabser Gemeinderatsschreibers David Vetsch (* 7. Februar 1863; † 25. Juni 1924) und der Louise, geb. Bosshart (* 30. Juni 1861; † 27. September 1925) im elterlichen Haus in Stauden auf. Dort besuchte er die Primarschule, anschließend die damalige werdenbergische Realschule in Buchs.

1902 begab sich Jakob Vetsch für zwei Jahre zum Erlernen der italienischen Sprache nach Chiasso im Kanton Tessin. In die deutschsprachige Schweiz zurückgekommen, versah er eine Stelle auf einem Postbüro in Luzern.

Früh trat er in den Dienst der Öffentlichkeit, zuerst als Gemeinderatsschreiber-Substitut und als Polizeikassier bei der Gemeinde Grabs, ab 1921 als stellvertretender Schreiber im Bezirksamt Werdenberg in Buchs und von 1923 an als Bezirksamtsschreiber.

Nachdem Vetsch diese Aufgabe während fast zwanzig Jahren wahrgenommen hatte, wählte ihn die Werdenberger Bevölkerung 1942 zum Bezirksammann. Dieses Amt versah er bis zum unverhofften Hinschied in seinen Buchser Büroräumlichkeiten am Mittwoch der Karwoche des Jahres 1944. Nach damaligem Brauch fanden die Abdankungsfeierlichkeiten am Ostersonntag in Grabs statt.

Familie und Freizeit[Bearbeiten]

Jakob Vetsch vermählte sich anno 1910 mit Katharina Lippuner (* 20. Juli 1890; † 25. Februar 1972). Das Paar wohnte im gemeinsamen Zuhause an der Kirchbünt in Grabs. Es hatte sieben Kinder, die Töchter Louise, Ursula und Käthi, sowie die Söhne David, Jakob, Florian und Hans. Der Sohn Florian Vetsch sollte ihm später im Amt des Bezirksammanns nachfolgen.

Die Familie pflegte den Gesang, und so setzte Jakob Vetsch seine Stimme im örtlichen Kirchen- und Männerchor ein, dessen Ehrenmitglied er 1926 wurde. Ablenkung und Erholung von der Alltagsarbeit brachten auch das gesellige Spiel in der Jassrunde und das Wandern im nahegelegenen Erholungsgebiet der Voralp.

Von gegenseitigem liberalem und ökumenischem Geist zeugte seine Freundschaft mit dem damaligen katholischen Pfarrer Müller aus Gams SG. Eine solche Verbindung stellte zu jener Zeit, da im Kanton St. Gallen die Nachwehen des Kulturkampfes zwischen den Konfessionen noch nicht gänzlich abgeklungen waren, keine Selbstverständlichkeit dar.

Amtliche Unterschrift

Quellen[Bearbeiten]

  • Werdenberger Nachrichten, Nr. 41, 6. April 1944
  • Werdenberger Nachrichten, Nr. 43, 13. April 1944

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Jakob Vetsch, Bezirksammann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien