James Gordon Bennett junior

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James Gordon Bennett Jr.

James Gordon Bennett Jr. (* 10. Mai 1841 in New York City; † 14. Mai 1918 in Beaulieu-sur-Mer, Frankreich) war ein amerikanischer Zeitungsverleger. Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater wurde er meist Gordon Bennett genannt. Berühmt wurde er durch seinen Sportenthusiasmus (Polo, Regattasegeln, Automobilsport und Ballonfahren). Auf ihn geht ein Ausdruck des Erstaunens im britischen Englisch zurück: „Gordon Bennett!“.

Leben[Bearbeiten]

Bennett war der Sohn und Erbe des gleichnamigen Gründers und Herausgebers des New York Herald, James Gordon Bennett Sr.. 1866 übernahm er die Verantwortung für den Verlag.

Er sandte 1871 eine Expedition unter Henry Morton Stanley zur Auffindung David Livingstones aus:

„Draw a thousand pounds now, and when you have gone through that, draw another thousand, and when that is spent, draw another thousand… and so on; but find Livingstone!“

„Stell nun tausend Pfund aus, und wenn du es verbraucht hast, stell dir weitere tausend aus, und wenn das ausgegeben ist, nochmals tausend… und so fort; aber finde Livingstone!“[1]

1874 entsandte er Stanley zu einer Afrikareise, die den Verlauf des Kongo aufklärte, und 1879 rüstete er die tragisch endende Expedition der Jeannette unter George W. DeLong über die Beringstraße zum Nordpol aus. Auf der Expedition verhungerten DeLong und 19 Expeditionsmitglieder. Nachdem Bennett sich in Paris niedergelassen hatte, begann er mit der Herausgabe des International Herald Tribune. Er war der Mitbegründer der Commercial Cable Company. Dieses wagemutige Unternehmen sollte das von Jay Gould gehaltene Monopol der Transatlantic Cable Company durchbrechen.

Bennett kehrte in die Vereinigten Staaten zurück und organisierte in der Dickels Riding Academy an der Fifth Avenue in New York das erste Polo-Turnier in den USA. Er war an der Gründung des ersten amerikanischen Poloclubs, des Westchester Polo Club, im Jahre 1876 beteiligt. Er stiftete den Gordon Bennett Cup als Trophäe für ein internationales Segel-Wettrennen und den Gordon Bennett Cup für Automobilrennen. Im Jahre 1906 stiftete er einen Pokal für Ballonwettfahrten, den Coupe Aéronautique Gordon Bennett, den es bis heute gibt. Auch ein Preis für Flugzeugrennen geht auf ihn zurück. Außerdem finanzierte Bennett die Polarexpedition George W. DeLongs, der sich mit der Benennung der Bennett-Insel in der Ostsibirischen See revanchierte.

Gedenkstein an das nach Bennett benannte Rennen an der Saalburg

Bennett heiratete im Alter von 73 Jahren die Baroness de Reuter, die Tochter von Paul Julius Reuter, dem Gründer der Nachrichtenagentur Reuters. Bennet wurde im Cimetière de Passy in Paris beigesetzt. In der Nähe befindet sich das Stade Roland Garros, das Tennisstadion, in dem jährlich das Tennisturnier French Open veranstaltet wird, in der Avenue Gordon Bennett. Nach seinem Tod wurde seine Zeitung New York Herald mit dem Konkurrenzblatt New York Tribune zur New York Herald Tribune zusammengelegt.

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Lit.: Carlson, 1942

Literatur[Bearbeiten]

  • Oliver Carlson, The Man Who Made News: James Gordon Bennett. (1942)
  • Don C. Seitz, The James Gordon Bennetts, Father and Son. (1928)
  • Günter Schmitt/Werner Schwipps, Pioniere der frühen Luftfahrt, Gondrom Verlag, Bindlach 1995, ISBN 3-8112-1189-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Gordon Bennett, Jr. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien