Stade Roland Garros

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lageplan der Anlage von 2012

Das Stade Roland Garros ist ein Tenniskomplex im 16. Arrondissement von Paris in Frankreich. Der Komplex ist im Besitz des französischen Tennisverbands Fédération Française de Tennis (FFT). Hier findet jährlich zwischen Ende Mai und Anfang Juni das zweite Grand-Slam-Tennisturnier, die French Open, statt. Namensgeber des 1927 erbauten Komplexes war der französische Luftfahrtpionier Roland Garros, der im Ersten Weltkrieg zum Fliegerass wurde und 1918 im Kampf fiel. Auf sämtlichen Plätzen des Stade Roland Garros wird auf Sand gespielt.

Geschichte[Bearbeiten]

Denkmal des Davis Cups; die Siege der französischen Mannschaft sind in einer Inschrift festgehalten.

Der Komplex wurde im Jahr 1927 am südlichen Rand des Bois de Boulogne erbaut, nachdem die französische Davis-Cup-Mannschaft gegen die Vereinigten Staaten erstmals den Davis Cup gewonnen hatte. Da Frankreich im Folgejahr den Davis Cup als Gastgeber verteidigen musste, sollte dafür eine adäquate Heimstätte erschaffen werden. Ein Denkmal, das an die Davis-Cup-Erfolge erinnert, befindet sich auf dem Place des Mousquetaires zwischen Court Philippe Chatrier und Court 1. Zwischen 1930 und 1968 wurde im Stade Roland Garros, mit Unterbrechungen, auch das Championnat International de France Professionnel ausgetragen. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde das Areal des Stade Roland Garros von der französischen Regierung, und später von der deutschen Besatzung, als Gefangenenlager genutzt.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Stade Roland Garros besteht aus drei Stadien unterschiedlicher Größe und 17 weiteren Tennisplätzen. Auf der 8,5 Hektar großen Fläche des Areals befinden sich zudem ein großer Restaurant- und Barkomplex, ein Tennismuseum und ein Presse- und VIP-Bereich.

Court Philippe Chatrier[Bearbeiten]

Court Philippe Chatrier, der Center Court des Stade Roland Garros, im Jahr 2007.

Das zentrale Stadion, der Court Central bzw. Center Court, wurde erst im Jahr 1998 in seinen heutigen Namen umgetauft, Court Philippe Chatrier. Auch die vier Haupttribünen erhielten einen Namen: Sie wurden nach den vier Musketieren Jean Borotra, Jacques Brugnon, Henri Cochet und René Lacoste benannt, die für Frankreich den ersten Sieg beim Davis Cup erlangten. Nach ihnen ist außerdem der Siegerpokal des Herreneinzels benannt, der Coupe des Mousquetaires. Das Stadion umfasst insgesamt 15.059 Sitzplätze.[2]

Court Suzanne Lenglen[Bearbeiten]

Court Suzanne Lenglen.

Das ursprünglich Court A getaufte Stadion wurde 1994 errichtet und nach der erfolgreichsten französischen Tennisspielerin Suzanne Lenglen benannt. Lenglen gewann zwischen 1914 und 1926 31 Turniere, darunter sechsmal die French Open. Ihr zu Ehren ist auch der Siegerpokal des Dameneinzels, der La Coupe Suzanne Lenglen, nach ihr benannt. Ein Bronzerelief mit Lenglens Abbild am Osteingang des Stadions erinnert ebenfalls an sie. Das Stadion hat eine Kapazität von 10.076 Plätzen.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stade Roland-Garros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bud Collins: History of Tennis. 2010, S. 67
  2. a b Tournament Info / Courts (englisch), abgerufen am 19. Februar 2014.

48.847332.246479Koordinaten: 48° 50′ 50″ N, 2° 14′ 47″ O