Jan Morris

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jan Morris (CBE; * 2. Oktober 1926 in Clevedon, Somerset, England als James Humphrey Morris) ist eine walisische Reporterin, Autorin von Reisebüchern, Historikerin und Schriftstellerin. Morris lebte bis zu ihrer Geschlechtsangleichung im Jahr 1972 als Mann.

Leben[Bearbeiten]

Jan Morris besuchte das Lancing College in West Sussex. Sie wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs in die Britische Armee eingezogen und wurde 1945 im US-amerikanisch und britisch besetzten Freien Territorium Triest stationiert. Nach einem weiteren Einsatz in Palästina verließ Morris 1949 im Rang eines Leutnants den Armeedienst und studierte Englisch am Christ Church College in Oxford. Als Reporter der Times begleitete Morris 1953 die britische Expedition zum Mount Everest. Ihre Nachricht der erfolgreichen Erstbesteigung durch Hillary und Tenzing ging als verschlüsselter Text über mehrere Etappen an die Zeitung in London, und die Meldung wurde am Morgen des 2. Juni 1953, dem Tag der Krönung von Elisabeth II., gedruckt.[1] 1956 berichtete Morris vom Suez-Krieg.[2] Die Einnahmen aus einer Studie zur Geschichte Venedigs erlaubten Morris, ab 1960 als Schriftsteller zu leben.[3] Seit 1965 bemühte Morris sich um eine Geschlechtsangleichung, die 1972 in Marokko vorgenommen wurde.[3] Ihre 1974 veröffentlichte autobiografische Schrift Conundrum, in dem sie ihre Geschlechtsumwandlung verarbeitet, war das erste Buch unter neuer Identität.

Morris veröffentlichte eine Vielzahl von Reisebüchern, sie ist Autorin einer dreibändigen Geschichte des britischen Imperiums. Ihr Roman Last Letters from Hav kam 1985 auf die Shortlist des Booker Prize.

Morris ist Ehrendoktorin der University of Wales und der University of Glamorgan sowie Fellow der Royal Society of Literature. 1999 wurde sie zum Commander des Order of the British Empire (CBE) ernannt.

Privates[Bearbeiten]

Sie heiratete 1949 Elizabeth Tuckniss, sie gebar Morris fünf Kinder. Nachdem die beiden zwischenzeitlich geschieden wurden, gingen sie 2008 eine Zivile Partnerschaft ein.[3] Mit ihrer Partnerin lebt Morris in Wales nahe dem Heimatort ihres Vaters.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mein Haus in Wales. Frederking und Thaler, München 2004, ISBN 3-89405-486-7.
  • Hongkong. Lübbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-60306-0.
  • Last letters from Hav. Random House, New York 1985, ISBN 0-394-53262-7.
  • Grossmacht Venedig. Piper, München 1981, ISBN 3-492-02631-1.
  • Conundrum: Bericht von meiner Geschlechtsumwandlung. Piper, München 1975, ISBN 3-492-02112-3.
  • New York, wo alle Schiffe landen. List, München 1971, ISBN 3-471-78133-1.
  • Persien. Atlantis, Zürich 1970.
  • The Pax Britannica Trilogy.
    • Heaven’s Command: An Imperial Progress. Faber and Faber, London 1968.
    • Pax Britannica: The Climax of Empire. Harcourt, Brace & World, New York 1968.
    • Farewell the Trumpets: An Imperial Retreat. Harcourt, Brace Jovanovich, New York 1978, ISBN 0-15-130404-1.
  • Amsterdam bis Tokio. Piper, München 1966.
  • Spanien. Droemer/Knaur, München 1966.
  • 3mal Venedig. Piper, München 1961.
  • Venice. Faber & Faber Ltd., London 1960.
    • deutsch von Hermann Stiehl, R.Piper & Co., München 1960 ?.
  • Wessen ist der Orient?. Süddt. Verl., München 1958.
  • Coronation Everest. Faber, London 1958.
  • Sultan in Oman. Süddt. Verl., München 1957.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jan Morris: All-time high, Financial Times, 4. Mai 2013, S. 8
  2. Alan Rusbridger: Courage under fire, The Guardian, 10. Juli 2006
  3. a b c Andy McSmith: Love story: Jan Morris – Divorce, the death of a child and a sex change... but still together, The Independent, 4. Juni 2008