Japanisch-Sowjetischer Neutralitätspakt

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Unterzeichnung des Vertrages durch den japanischen Außenminister Matsuoka

Der japanisch-sowjetische Neutralitätspakt (jap. 日ソ中立条約, nisso chūritsu jouyaku), (russ.: Пакт о нейтралитете между СССР и Японией) war ein Pakt während des Pazifikkriegs vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Er wurde am 13. April 1941 zwischen Japan und der Sowjetunion geschlossen. Hintergrund zu diesem Pakt war der Japanisch-Sowjetischer Grenzkonflikt, bei dem Japan in zwei Schlachten entscheidende Niederlagen trotz Einsatz biologischer Waffen hinnehmen musste. Japan richtete fortan seine militärischen und wirtschaftlichen Interessen nach Indochina.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Pakt legte gegenseitige Unverletzbarkeit und Neutralität dem anderen Staat gegenüber fest, falls einer Gegenstand des Angriffs eines dritten Landes werden würde. Die Gültigkeitsdauer wurde auf fünf Jahre festgelegt.

Der Pakt hatte zum einen den Zweck, der Sowjetunion im Falle eines evtl. deutschen Angriffs den Rücken freizuhalten. Zum anderen wollte auch Japan sich vorerst nicht in einen – von Japan erwarteten – deutsch-sowjetischen Konflikt verwickeln lassen.

Probleme[Bearbeiten]

Trotz Abschluss des „Japanisch-Sowjetischen Neutralitätspakts“ war es für die Sowjetunion zunächst nicht klar, ob der Vertrag seitens Japan auch eingehalten wird. Erst der bekannte Funkspruch des Agenten und Korrespondent der Frankfurter Zeitung in Japan, Dr. Richard Sorge Mitte August 1941 nach Moskau, gab Gewissheit. Er teilte darin mit, dass der japanische Kronrat beschlossen habe, den Kampf gegen die Sowjetunion von Mandschukuo aus endgültig einzustellen. Eher wäre Japan bereit, einen Krieg gegen die USA und das Vereinigte Königreich in Kauf zu nehmen, als auf die Rohstoffvorkommen Süd-Indochinas zu verzichten. Durch diese, aus historischer Sicht kriegsentscheidende Information besaß das sowjetische Oberkommando die strategische Möglichkeit, größere Reserven in Form von sibirischen Truppen aus dem Fernen Osten nach Westen zu verlegen.

Hinzuzufügen ist, dass beide Parteien von ihren jeweiligen Verbündeten bereits früher dazu gedrängt worden waren, den Pakt zu brechen. So hätte es das nationalsozialistische Deutsche Reich unter Adolf Hitler nach dem Dreimächtepakt gerne gesehen, wenn Japan eine zweite Front im Osten eröffnet hätte, die Vereinigten Staaten von Amerika mit Präsident Roosevelt drängten ihrerseits nach Eintritt in den Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion auf Unterstützung gegen Japan.

Bruch des Pakts[Bearbeiten]

Die sowjetische Kriegserklärung an Japan erfolgte am 8. August 1945, zwischen den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Der anschließende Einmarsch („Operation Auguststurm“) in Mandschukuo und auf den Kurilen war ein Bruch des Pakts, der noch bis zum 13. April 1946 formelle Gültigkeit besaß.[1] Im Zuge dessen wurden Soldaten der Kantō-Armee in der Mandschurei gefangen genommen und in Arbeitslager geschickt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „So Sorry, Mr. Sato“ in Time Magazine, April 16 1945, [1]

Weblinks[Bearbeiten]