Johann Anton Güldenstädt

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Johann Anton von Güldenstädt (* 26. Apriljul./ 7. Mai 1745greg. in Riga, Russisches Kaiserreich; † 23. Märzjul./ 3. April 1781greg. in St. Petersburg, Russisches Kaiserreich) war ein russischer Naturforscher und Entdecker deutsch-baltischer Herkunft. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Gueldenst.“.

Güldenstädt verlor früh seine Eltern und studierte von 1763 an Arzneikunde, Botanik und Naturkunde in Berlin. Im Alter von 22 Jahren erlangte er 1767 einen Doktorgrad in Medizin an der Alma Mater Viadrina in Frankfurt (Oder). Im Juni des folgenden Jahres entsandte ihn die Russische Akademie der Wissenschaften im Auftrag Katharinas II. auf eine Expedition zur Erkundung der südlichen Grenzen Russlands. Güldenstädt reiste in den folgenden Jahren zusammen mit Samuel Gottlieb Gmelin durch die Region Astrachan, Ukraine, durch den nördlichen Kaukasus bis nach Georgien. Seine Expedition war die erste systematische Untersuchung des Kaukasus.

Im März 1775 kehrte er nach St. Petersburg zurück und verfasste in den folgenden Jahren mehrere geographische, historische und naturkundliche Veröffentlichungen in deutscher und lateinischer Sprache, darunter auch einer Erstbeschreibung der Rohrkatze.

Im März 1781 starb Güldenstädt an einem Fieber. Seine Aufzeichnungen über seine Expedition wurden posthum von Peter Simon Pallas unter dem Titel Reisen durch Russland und im Caucasischen Gebürge (1787–91) veröffentlicht.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Chaus – Animal feli adfine descriptum. Commentarii Academiae Scientiarum Imperialis Petropolitanae Band 20, St. Petersburg 1776. pp. 483
  • Reisen durch Rußland und im Caucasischen Gebürge. Russisch-Kayserliche Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg 1787.
  • Pallas, P.S. (Hrsg.) Johann Anton Güldenstädt. Reisen durch Rußland und im Caucasischen Gebürge, Band 2. Russisch-Kayserliche Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg 1791 (Digitalisat)
  • Puteshestvie po Kavkazu v 1770-1773 gg. übersetzt von T. K. Schafranovskaia. Peterburgskoe Vostokovedenie, St. Petersburg 2002.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Ratzel: Güldenstädt, Johann Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 115.
  • V. F. Gnucheva, V. L. Komarov, L. S. Berg: Materialy dli︠a︡ istorii ėkspedit︠s︡iĭ Akademii nauk v XVIII i XIX vekakh: khronologicheskie obzory i opisanie arkhivnykh materialov. Izd-vo Akademii Nauk SSSR, Moskva 1940.
  • M. O. Kosven: Materialy po istorii etnograficheskogo izuchenii︠a︡ Kavkaza v russkoĭ nauke. Izd-vo Akademii nauk SSSR, Moskva 1957.
  • Alois Fauser: Güldenstädt, Johann Anton. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 254 f. (Digitalisat).
  • L. I. Lavrov: K 250-letiiu akademicheskogo kavkazovedeniia v Rossii. in: V. K. Gardanov (Hrsg.): Kavkazskij ètnografičeskij sbornik, 6. Nauka, Moskva 1976. 3-10.
  • I. K. Kopelevich: Iogann Anton Gil’denshtedt, 1745-1781. Nauka, Moskva 1997.

Weblinks[Bearbeiten]