Johann Jakob Walther

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Jakob Walther (* 1650 in Witterda bei Erfurt; † 2. November 1717 in Mainz) war ein deutscher Violinist und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Alle Informationen über sein Leben und Wirken entstammen dem 1732 gedruckten Musikalischen Lexikon von Johann Gottfried Walther, einem Cousin Johann Sebastian Bachs. Zwischen 1670 und 1674 soll Walther sich als Violinist an der Kapelle Kosmas III. von Medici in Florenz aufgehalten haben. Ab 1674 war er Konzertmeister am Dresdner Hof. 1680, nach dem Tode seines Gönners, wurde er italienischer Sekretär am kurfürstlichen Hof in Mainz und Geistlicher (Kanonikus). Johann Jakob Walther gehörte neben Biber und Westhoff zu den bedeutendsten deutschen Violinisten des 17. Jahrhunderts. Seine Werke enthalten neben einer virtuosen Spieltechnik mit zahlreichen Doppelgriffen und Arpeggios einen großen Reichtum an Formen, vor allem in den Ostinato-Variationen.

Werk[Bearbeiten]

Bekannt sind 40 Werke in zwei Bänden:

  1. Scherzi da Violino solo con il basso continuo, 1676 veröffentlicht. In diesem Werkzyklus nimmt er Paganinische Techniken vorweg, wo Pizzikatopassagen die Harfe imitieren und der streichende Bogen versucht, den Gesang der Nachtigall zu imitieren.
  2. Hortulus chelicus 1688. Im Vorwort dieses im Eigenverlag erschienenen Werkes erwähnt er seinen Stolz über das gelungene Werk und dass er ohne Angst veröffentlichte, was manche Zeitgenossen egoistisch für sich behalten. Der Band enthält 28 Stücke und ist abwechslungsreicher als der zuerst erschienene Band. Eine zweite Auflage davon mit dem Titel Wohlgepflanzter Violinischer Lustgarten erschien 1694.

Weblinks[Bearbeiten]