John Eliot (Missionar)

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John Eliot
Titelseite der Eliot-Bibel

John Eliot, genannt der Apostel der Indianer (getauft 5. August 1604 in Widford, Hertfordshire; † 20. Mai 1690 in Roxbury, Massachusetts) war ein britischer Prediger und Missionar.

Leben[Bearbeiten]

Eliot war der Sohn des Bauern Bennet Eliot. Über seiner frühe Kindheit und Ausbildung ist nach derzeitigen Stand (2006) nicht sehr viel bekannt. Um 1618 begann Eliot am Jesus College der Universität Cambridge Theologie zu studieren und konnte dieses 1622 mit Erfolg (B.A.) abschließen.

Nach einigen schnell wechselnden Stellungen als Hauslehrer wurde Eliot 1629 Hilfsgeistlicher bei Reverend Thomas Hooker in Baddow bei Chelmsford, Essex. In Amt und Würden und mit einem festen Gehalt war es Eliot im Sommer 1630 möglich, Hannah Mulford zu ehelichen. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich bereits mit dem Gedanken, in die amerikanischen Kolonien auszuwandern.

Im Spätsommer 1631 setzte er seine Pläne in die Tat um und ließ sich zusammen mit seiner Frau in Boston, Massachusetts, nieder. Dort wirkte er als Aushilfsprediger und Lehrer an verschiedenen Sonntagsschulen. Ab November 1632 betraute man ihn mit der Leitung des Kirchsprengels Roxbury und dieses Amt hatte er bis an sein Lebensende inne.

Zwischen 1632 und 1641 war Eliot der Prediger Thomas Welde zur Unterstützung zur Seite gestellt. Ab 1649 half ihm der Missionar Samuel Danforth bis 1674 und von 1688 bis 1690 war ihm Nehemia Walter eine große Unterstützung.

Eliot begann nach seiner Ankunft in Neuengland bald, die Massachusett-Sprache der dortigen Indianer zu lernen. Dabei half ihm John Sassamon, ein junger Wampanoag, der als Waise bei einer Puritaner-Familie aufgewachsen war. Aus diesen Anfängen zeugen noch Eliots Übersetzungen des Vaterunser und der Zehn Gebote. Sein Ziel war die Missionierung der Indianer. Am 28. Oktober 1646 hielt er in Nonantum (heute Teil von Newton) im Wigwam von Waban, der sich als erster Indianer Neuenglands taufen ließ, vor Stammesmitgliedern der Nipmuck seine erste Predigt in der Massachusett-Sprache.

Waban wurde später ein wichtiger Gehilfe und Übersetzer John Eliots.[1] Die bekehrten Indianer (Praying Indians) wurden in so genannten Gebetsstädten (Praying towns) angesiedelt, wo sie lesen und schreiben lernten und Lebensweisen der Engländer übernahmen. 1660 gründete er in Natick die erste Indianerkirche.

1653 veröffentlichte Eliot in der Massachusett-Sprache, die er als die „Indianersprache“ (Indian language) bezeichnete, einen Katechismus und eine Bibelübersetzung (Mamusse Wunneetupanatamwe Up-Biblum God).[2] Bei dieser Bibel sollte es sich für die nächsten 200 Jahre um die einzige Bibelübersetzung in eine indigene Sprache des amerikanischen Doppelkontinents handeln. Da die von Eliot so genannte „Indianersprache“ nur in Teilen Neuenglands hinreichend verstanden wurde, waren seinen diesbezüglichen Bemühungen bereits hierdurch Grenzen gesetzt.

Im Alter von 86 Jahren starb der Apostel der Indianer am 20. Mai 1690 in Roxbury.

Werke[Bearbeiten]

  • Indian grammar. 1666

Gedenktag[Bearbeiten]

21. Juli im Evangelischen Namenkalender.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard W. Cogley: John Eliot's mission to the Indians before King Philip's war. Cambridge, MA 1999, ISBN 0-674-47537-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Praying Towns; Nipmuc Indian Association of Connecticut; Historical Series Number 2 Second Edition 1995
  2. Mamusse Wunneetupanatamwe Up-Biblum God. Cambridge, MA 1661-1663; 2. Auflage 1685.
  3. John Eliot im Ökumenischen Heiligenlexikon