John Hedgecoe

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John Hedgecoe (* 24. März 1932 in Brentford, West-London, England; † 3. Juni 2010) war ein britischer Fotograf, Professor für Fotografie an der Londoner Kunsthochschule Royal College of Art (RCA) und Autor fotografischer Sachbücher.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Herkunft und Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

John Hedgecoes Vater William war als Bankangestellter im asiatischen Raum tätig und diente während des Zweiten Weltkriegs als Feuerwehrmann in London. Während dieser Zeit wurde John zu einer Tante nach Gulval evakuiert, einem Dorf bei Penzance im Südosten Cornwalls und besuchte dort die örtliche Schule. Zu seinem 14. Geburtstag bekam John von seinem Vater seine erste Kamera geschenkt und richtete im Folgenden eine Dunkelkammer in der Garage seines Elternhauses ein.

Seinen Wehrdienst leistete Hedgecoe bei der Royal Air Force (RAF) ab, wo er mit der Erstellung von Luftbildern beauftragt wurde und die Zerstörungen dokumentieren sollte, die während des Krieges durch Fliegerbomben angerichtet worden waren. Im Jahre 1957 schrieb sich Hedgecoe an der Guildford School of Art ein. Im selben Jahr begann Hedgecoe seine Arbeiten an Fotozeitschriften und Magazine wie Amateur Photographer und Queen, später unter anderen Sunday Times und Observer zu verkaufen, wobei er ein breites Spektrum fotografischer Themen abddeckte, wie Architektur, Landschaft, Mode und Porträt. Besonders bekannt wurden seine Porträtaufnahmen britischer Persönlichkeiten. Bis Mitte der 1960er Jahre fotografierte Hedgecoe unter anderen den ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill, den Maler Francis Bacon und die Künstler David Hockney, John Betjeman und Peter Blake. Als besonders erfolgreich erwiesen sich seine Fotografien des englischen Bildhauers Henry Moore, wobei Hedgecoe den Künstler während seiner Arbeit in seinem Atelier und umgeben von seinen Skulpturen und Arbeitsmaterialien zeigte. Die Bilderserie wurde in zahlreichen Ausstellungen präsentiert und führte zu mehreren Buchveröffentlichungen über Moore.[1]

1965 folgte Hedgecoe dem Ruf der Londoner Kunsthochschule Royal College of Art (RCA). Er baute dort einen Lehrstuhl für Fotografie auf, an dem er ab 1975 eine Professur übernahm. 1976 veröffentlichte er sein erstes theoretisches Buch über Fotografie und Fototechniken (The Book of Photography; dt.: Einfach Fotografieren), das sich durch zahlreiche abgedruckte Fotografien von vielen anderen Fotolehrbüchern dieser Zeit unterschied. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Hedgecoe mehr als 30 weitere Lehrbücher zur Fotografie, die insgesamt eine Auflage von über neun Millionen erreichten.

Die "Machin-Marke"[Bearbeiten]

Im Jahre 1966 erhielt Hedgecoe den Auftrag eine Profilaufnahme von Königin Elisabeth II. anzufertigen, das dem Bildhauer Arnold Machin (1911-1999) als Vorlage für ein Relief diente, welches wiederum von Hedgecoe vor schwarzem Hintergrund fotografierte wurde. Dieses Foto diente als Vorlage für ein Briefmarkenmotiv, das im englischen Sprachraum als "Machin-Stamp" beinahe allgegenwärtige Verbreitung erlangte. Mit mehr als 200 Milliarden Kopien auf Briefmarken Englands und des Commonwealth gilt Hedgecoes Bild als das am häufigsten replizierte Foto der Welt. Seine Mitarbeit an dem Bild wurde Hedgecoe erst um die Jahrtausendwende zugestanden, nachdem er einen Rechtstreit mit der Royal Mail gewonnen hatte. Diese hatte zunächst fälschlicherweise den englischen Fotografen Lord Snowdon als Urheber genannt. Im Jahr 2007, zum 40. Jahrestag der Erstveröffentlichung, wurde Hedgecoes Beitrag an dem Werk auf einem Ersttagsbrief gewürdigt, indem er als Fotograf der Abbildung genannt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2010/jun/29/john-hedgecoe-obituary