Joseph Cardijn

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Joseph Cardijn

Joseph Leon Kardinal Cardijn (* 13. November 1882 in Schaerbeek/Schaarbeek bei Brüssel; † 25. Juli 1967 in Löwen) war ein römisch-katholischer Geistlicher und der Begründer der internationalen Christlichen Arbeiterjugend (CAJ).

Leben[Bearbeiten]

Die Not und die Probleme der arbeitenden Jugend, die er in seiner Umgebung beobachtete, bewogen ihn, Priester zu werden. Deshalb empfing er nach dem Studium der Katholischen Theologie, der Soziologie und der Politikwissenschaften im Jahre 1906 das Sakrament der Priesterweihe und begann 1912 als Kaplan in Laeken mit dem Aufbau der CAJ. Viele Misserfolge und Schwierigkeiten begleiteten diese ersten Versuche. 1924 konnte der Nationalverband der belgischen CAJ begründet werden. 1925 empfing Papst Pius XI. Cardijn in Audienz und sagte ihm: „Ich segne die CAJ nicht nur, ich mache sie zu meinem Anliegen“.

Mit dieser Unterstützung setzte die wachsende Entwicklung der Internationalen CAJ ein. Innerhalb von 40 Jahren breitet sie sich in über 100 Ländern der Welt aus. Cardijn selbst stand in an der Spitze dieser Entwicklung und überwachte sie persönlich in vielen verschiedenen Staaten. Auf dem Diözesantag 1961 im Bistum Münster, das er oft besuchte, wurde er von 13.000 jungen Menschen stürmisch gefeiert.

Papst Paul VI. ernannte Cardijn am 15. Februar 1965 zum Titularerzbischof von Tusuros und nahm ihn am 22. Februar desselben Jahres als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Michele Arcangelo in das Kardinalskollegium auf, nachdem ihm der Erzbischof von Mecheln-Brüssel, Léon-Joseph Kardinal Suenens, einen Tag zuvor die Bischofsweihe gespendet hatte. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil eröffnete Kardinal Cardijn die Diskussion in der Konzilsaula über die Pastoralkonstitution Gaudium et Spes im September und Oktober 1965.[1] Denn Gaudium et Spes folgt der für die CAJ maßgeblichen Methode des Dreischritts „Sehen – Urteilen – Handeln“.

Kurz vor seinem Tod im Juli 1967 sagte er als letzte Worte: „Wir müssen anfangen ... Wir stehen erst am Anfang“. Er wurde in der Liebfrauenkirche zu Laeken, Brüssel, beigesetzt.

Der Erzbischof von Brüssel, André-Joseph Léonard, hat ein Seligsprechungsverfahren für den Priester angekündigt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Schriften von Joseph Cardijn[Bearbeiten]

  • Die Schicksalsstunde der Arbeiterschaft. Nationalleitung der CAJ Deutschlands, Essen 1955.
  • Das Apostolat der jungen Arbeiter. Verlag Die Quelle, Feldkirch 1956.
  • Mitten im Leben. Nationalleitung der CAJ Deutschlands, Essen 1963.
  • Laien im Apostolat. Butzon & Bercker, Kevelaer 1964.

Über Joseph Cardijn[Bearbeiten]

  • Ursula Mock: Cardijn. Mensch und Werk. Lahn-Verlag, Limburg 1971. ISBN 3-7840-5002-6.
  • Bernhard Antony (Hg.): Zur Arbeiterschaft - zur Arbeiterbewegung entschieden. 100 Jahre Joseph Cardijn. Matthias-Grünewald-Verlag Mainz 1982. ISBN 3-7867-1016-3.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Sander: Theologischer Kommentar zur Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute. In: Peter Hünermann, Bernd Jochen Hilberath (Hg.): Herders Theologischer Kommentar zum Zweiten Vatikanischen Konzil, Herder Verlag, Freiburg 2009, Bd. 4, S. 669.
  2. kap: Belgien: Seligsprechungsverfahren für Cardijn. In: Radio Vatikan. 20. Dezember 2013, abgerufen am 22. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Cardijn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien