Wavre
| Wavre | ||
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| Staat | Belgien | |
| Region | Wallonien | |
| Provinz | Wallonisch-Brabant | |
| Bezirk | Nivelles | |
| Koordinaten | 50° 43′ N, 4° 37′ O50.7169444444444.6108333333333Koordinaten: 50° 43′ N, 4° 37′ O | |
| Fläche | 41,80 km² | |
| Einwohner (Stand) | 33.104 Einw. (1. Jan. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte | 792 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 1300, 1301 | |
| Vorwahl | 010 | |
| Bürgermeister | Charles Michel (MR) | |
| Adresse der Stadtverwaltung |
Place de l'Hôtel de Ville 1300 Wavre |
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| Webseite | www.wavre.be | |
Wavre (wallonisch Åve, niederländisch Waver) ist eine Stadt in Belgien und Hauptstadt der Provinz Wallonisch-Brabant in der Region Wallonien. Sie liegt 25 Kilometer südöstlich von Brüssel an der Bahnstrecke Brüssel–Namur und der Autobahn A 4 von Brüssel nach Namur.
Die Fläche der Stadt beträgt 4.228 ha. Davon entfallen auf den Stadtteil Alt-Wavre 2.146 ha, auf Limal 1.124 ha und auf Bierges 958 ha. Die Stadt hat 33.104 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Wavre ist Standort eines großen Rundfunksenders für Kurz- und Mittelwelle des belgischen Rundfunks.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Historische Bedeutung erlangte die Stadt durch die Schlacht bei Wavre am 18. und 19. Juni 1815, in der französische Truppen die preußische Nachhut besiegten, ohne jedoch dadurch die vernichtende Niederlage Napoleons in der zeitgleich nur wenige Kilometer entfernt stattfindenden Schlacht bei Waterloo zu verhindern.
Im Rahmen einer Gebietsreform wurden 1977 die Gemeinden Limal und Bierges eingemeindet. Seit 1995, als die ehemalige Provinz Brabant geteilt wurde, ist Wavre Provinzhauptstadt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Historienspiel [Bearbeiten]
Seit 1954 findet etwa alle fünf Jahre das Spiel „Jeu de Jean et Alice“ mit Gesang, Musik, Tanz und Ballett statt.[1] Die Idee dazu stammte vom Pfarrer Jean Pensis (8. Februar 1907–27. März 1987), der sich eine Aktivität zur feierlichen Einweihung des neuen Glockenspiels an Ostern 1954 wünschte. Der Text stammt von seinem Freund, dem Arzt und Dichter Auguste Brasseur-Capart (26. Februar 1905–10. Juni 1978), die Musik von Auguste Du Pont Del Sart (19. Juni 1912–6. April 1986). Die Aufführung endet mit dem Chant de Wavre (Lied von Wavre), dessen Refrain auch zur vollen Stunde vom Glockenspiel der Saint-Jean-Baptiste-Kirche gespielt wird:
«Nous aimons notre bonne ville, ses habitants, ses bois, ses champs,
La vallée, où coule tranqille, la Dyle.
De cœur, nous resterons toujours vrais Wavriens, car nous le sommes
Et la ville, où tout se transforme, peut changer, mais pas nos amours.»
„Wir lieben unsere schöne Stadt, ihre Bewohner, ihrer Wälder, ihrer Felder,
das Tal, wo ruhig die Dyle fließt.
Im Herzen bleiben wir immer wahre Wavrianer, weil wir es sind
und die Stadt, wo alles sich wandelt, kann sich verändern, nicht aber unsere Liebe.“
– Auguste Brasseur-Capart: Jeu de Jean et Alice. Wavre, 1987.
Inhaltlich geht es darum, dass die Bürger Wavres von ihrem Grundherrn, Seigneur Jean, und seiner Frau, Dame Alice, mehr Freiheiten erbitten, die gewünschte Urkunde bekommen und sich freuen und bedanken. Tatsächlich hat Wavre am 23. April 1222 eine vom Herzog von Lothringen, Brabant und Limburg unterzeichnete Charte de franchises erhalten, in der Heinrich I. von Brabant, Graf von Löwen, der Stadt dieselben Rechte zugestand wie Löwen, wodurch ihr erlaubt wurde eine juristische und politische Einheit zu werden und z.B. ein Rathaus zu besitzen.
Freizeit [Bearbeiten]
In Wavre ist der Freizeitpark Walibi Belgium beheimatet.
Sendeanlage des belgischen Rundfunks [Bearbeiten]
In Wavre sendet der belgische Rundfunk auf Mittel-, Kurz- und Ultrakurzwelle. Als Sendeantenne für Mittelwelle dient ein 250 Meter hoher, gegen Erde isolierter, abgespannter Stahlfachwerkmast. Daneben existiert noch ein 90 Meter hoher Reservesendemast. Zur Kurzwellenabstrahlung existieren mehrere Richtantennen und eine Gardinenantenne. Zur Abstrahlung der UKW-Programme dient ein 232 Meter hoher freistehender Stahlfachwerkturm mit zwei auffallenden kreuzförmigen Auslegern. Eine solche Konstruktion ist sehr selten. Weitere vergleichbare Türme gibt es in Hrodna und Wizebsk in Weißrussland.
Am 13. Oktober 1983 wurde in Wavre der Sendemast fürs Fernsehen durch einen Sturm zerstört.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Maurice Carême (1899-1973), Schriftsteller
- Jeanne Paule Marie Deckers, alias Sœur Sourire, (1933-1985), Nonne und Chansonsängerin
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Guy Otten, Dominique Pierre: Quarante ans de Jeu de Jean & Alice, Syndicat d'Initiative de Wavre 1991.
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