Joshua Bell

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Joshua Bell (2008)
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
At Home with Friends
  US 118 17.10.2009 (… Wo.)
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Joshua David Bell (* 9. Dezember 1967 in Bloomington, Indiana) ist ein US-amerikanischer Violinist.

Leben[Bearbeiten]

Seit seinem Carnegie-Hall-Debüt 1985 ist er weltweit mit nahezu allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten unserer Zeit aufgetreten. Neben dem klassischen Standardrepertoire hat er zahlreiche moderne und zeitgenössische Werke aufgeführt, mehrere darunter eigens für ihn komponiert.

Besondere Bekanntheit erlangte Joshua Bell durch die Einspielung der Originalmusik von John Corigliano für den Oscar-prämierten Soundtrack des Filmes „Die rote Violine“ im Jahr 1998 und der Musik für den Film „Der Duft von Lavendel“ 2004.

Bells Violine ist die 1713 von Antonio Stradivari gebaute sogenannte ‚Gibson ex Huberman‘, bekannt für ihren Diebstahl aus der Carnegie-Hall-Künstlergarderobe des damaligen Besitzers und Geigers Bronisław Huberman im Jahr 1936. Der Dieb, ein Wander- und Auftragsmusiker, blieb bis zu seinem Tode im Besitz der Stradivari und gestand erst 1985 seiner Frau auf dem Sterbebett den Diebstahl. 2001 konnte schließlich Joshua Bell die Violine erwerben.

Von der Spielzeit 2011/2012 an wird Bell als Musikdirektor die Academy of St. Martin in the Fields in London für drei Jahre leiten.

Joshua Bell ist unverheiratet und lebt in New York. Aus einer früheren Beziehung hat er einen Sohn.

Washington-Post-Experiment[Bearbeiten]

Am 12. Januar 2007 war Joshua Bell Protagonist eines Experiments der Washington Post: In Straßenkleidung, mit einer Baseballkappe auf dem Kopf und seiner Stradivari-Violine in der Hand stellte er sich inkognito in eine U-Bahn-Station in Washington, D.C. und spielte 43 Minuten lang Stücke von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und anderen Komponisten klassischer Musik. Das Experiment wurde mit einer versteckten Kamera aufgezeichnet und ergab folgendes Resultat: Von 1.097 Personen, die an ihm vorbei gingen, sind nur 7 stehengeblieben, um ihm zuzuhören, und nur eine hat ihn erkannt. Einige haben ihm Geld in den offenen Geigenkasten geworfen, in Summe 32,17 $ (plus weitere 20 $ von der einen Person, die ihn erkannt hat – diese sind getrennt zu bewerten).[2] Der Journalist Gene Weingarten hat für seinen Artikel, in dem er dieses Experiment beschrieben und kommentiert hat, 2008 den Pulitzer-Preis für Fachjournalismus (feature writing) erhalten.[3]

Diskografie[Bearbeiten]

Bell, Awadagin Pratt und Alisa Weilerstein spielen Felix Mendelssohns Piano Trio No. 1 in d-Moll, Op. 49 – 4. Finale: Allegro assai appassionato, im Weißen Haus am 4. November 2009.
Bell und Sharon Isbin spielen Niccolò Paganinis Cantabile im Weißen Haus am 4. November 2009.
  • Presenting Joshua Bell (1990)
  • Gershwin Fantasy (mit dem London Symphony Orchestra & John Williams; 1998)
  • Short Trip Home (mit Edgar Meyer, Sam Bush & Mike Marshall; 1999)
  • Sibelius/Goldmark: Violin Concertos (2000)
  • West Side Story Suite (mit dem Philharmonica Orchestra & David Zinman; 2001)
  • Romance of the Violin (2003)
  • Violin Concertos (2005)
  • Voice of the Violin (2006)
  • Corigliano: The Red Violin Concerto (2007)
  • At Home with Friends (2009)
  • French Impressions (2012)

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joshua Bell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. US-Charthistorie
  2. Gene Weingarten, Pearls Before Breakfast The Washington Post, April 8, 2007 Page W10.
  3. Howard Kurtz: The Post Wins 6 Pulitzer Prizes. The Washington Post. 8. April 2008. Abgerufen am 24. Februar 2009.