Kaikoura (Neuseeland)

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Kaikoura
Kaikoura (Neuseeland)
Kaikoura
Koordinaten 42° 25′ S, 173° 41′ O-42.411666666667173.68222222222Koordinaten: 42° 25′ S, 173° 41′ O
Einwohner 2.172 (2006)
Region Canterbury
Distrikt Kaikoura

Kaikoura ist ein vom Ökotourismus geprägter knapp 2200 Einwohner zählender Ort an der Ostküste der Südinsel Neuseelands. Er ist zugleich Verwaltungssitz des Kaikoura-Distrikts.

Der Name Kaikoura bedeutet in der Sprache der Māori: kai = Essen/Mahl, kōura = Krebs/Languste.[1]

Kaikoura
Panorama Kaikoura mit den Kaikoura Range

Geografie[Bearbeiten]

Kaikoura liegt entlang einer langgezogenen nordsüdlich verlaufenden Bucht direkt am Pazifischen Ozean auf dem ehemaligen Schwemmland des Kowhai Rivers. Mit seinem umliegenden Farmland wird der Ort von den bis zur Küste verlaufenden Kaikoura Ranges im Norden, Westen sowie im Süden begrenzt. Ein kleiner Teil des Stadtgebietes erstreckt sich bis auf die Kaikoura Peninsula, einer kleinen dem Schwemmland vorgelagerten Halbinsel, die als letzter Ausläufer der Kaikoura Range gilt. Vor der Küste fällt der Festlandsockel schon bei 1,6 km steil ab und erreicht in dem Kaikoura-Canyon eine Tiefe von bis zu 1600 m und bildet damit durch seine Tiefe und günstigen Strömungsverhältnissen perfekte Bedingungen für maritimes Leben direkt vor der Küste.[2]

Der Ort, 132 km südöstlich von Blenheim und 183 km nördlich von Christchurch gelegen, ist über den entlang des Ortes verlaufenden State Highway 1 (SH 1) erreichbar und ist zudem mit einem eigenen Bahnhof an die nordsüdlich verlaufende Eisenbahnlinie Main North Line angebunden, auf der zwischen Picton und Christchurch der TranzCoastal verkehrt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bevor im 19. Jahrhundert die ersten europäischen Siedler kamen, war Kaikoura schon über 600 Jahre lang Siedlungsgebiet der Maori. Als letzte siedelten die Ngāi Tahu[3], ein Iwi (Stamm) der Māori, der im 17. Jahrhundert von der Nordinsel Neuseelands kommend, sich wegen des Fischreichtums der See an der Küste Kaikouras niederließ.

Das Fyffe Haus (1845/1857 erb.) auf der Kaikoura Halbinsel

Die Ankunft der ersten Europäer wurde 1842 mit dem Kapitän und Walfänger Robert Fyfe dokumentiert, der in der Bucht von Kaikoura eine Walfangstation gründete.[4] Sein Haus, ursprünglich 1845 für seinen Küfer (Fassmacher) erbaut und nach seinem Tod von 1857 an durch seinen Cousin George Fyffe (mit zwei f) erweitert, existiert noch heute und stellt eines der ältesten noch erhaltenen Häuser Neuseelands dar.[5] Das Haus steht heute (Stand 2011) unter Denkmalschutz.

Nach einer kurzen Zeit erfolgreichen Walfangs stieg man ab 1850 zusätzlich zum Walfang mit Schafen und Ziegen in die Viehwirtschaft ein. Der Walfang wurde bis 1964 fortgeführt, wenn auch nur sporadisch. Mit dem Marine Mammals Protection Act 1978 wurde der Walfang in Neuseeland schließlich ganz verboten und die Tiere gesetzlich geschützt.[6]

Kaikoura, bis in die 1960er halb Fischerdorf, halb farmwirtschaftlich geprägt, hatte durch den Wegfall der Walfangs und der Rezession der 1980er wirtschaftliche Probleme. Mit der Ausrichtung auf den Ökotourismus ab dem Jahr 1989 ging es wirtschaftlich wieder bergauf.[7]

Heute (um 2010)[Bearbeiten]

Kaikoura heute, fast gänzlich dem Ökotourismus verschrieben, rühmt sich, die erste Gemeindebehörde weltweit zu sein, die die Green Globe 21 (GG21) Auszeichnung für nachhaltiges Wirtschaften des World Travel and Tourism Council (WTTC) bekommen hat.[8] Damit und mit den Fortschritten in der Reduzierung von Treibhausgas Emissionen versucht man seine Bedeutung im Natur-, Arten- und Klimaschutz in der Region, in Neuseeland und darüber hinaus zu unterstreichen.

Neben der Fischerei (Langusten) und der Landwirtschaft stellt der Tourismus heute die wichtigste Einkommensquelle des Ortes dar. 22,1 % der jährlich anreisenden Touristen kommen heutzutage von Übersee.[9]

Seit 1987 kommen die Touristen vor allem, um Wale, Delfine, Seehunde, Seeelefanten und Seeleoparden zu beobachten und zugleich den Artenreichtum an Seevögel an der Küste und auf dem Meer bewundern zu können. Whale Watching und Schwimmen mit den Delfinen gehört zu den beliebtesten touristischen Angeboten.[10]

Die Region Kaikoura steht weiterhin im wirtschaftlichen Wachstum. Die Zahl der Unternehmen nahm seit 1997 ständig zu und wurde 2005 mit knapp 500 angegeben.[11] Ein weiteres wirtschaftliches Wachstum vorausgesetzt gehen Prognosen derzeit davon aus, dass sich Kaikoura bis zum Jahr 2020 z. B. um weitere 900 Wohnhäuser vergrößern werde.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

alle Quellenangaben und Weblinks in englischer Sprache

  1. Māori Dictionary - (gefundem am 4. Juli 2009)
  2. Why are there whales in Kaikoura? - Kaikoura Whale Watching - (gefunden am 5. Juli 2009)
  3. Ngāi Tahu - Kaikoura History - Te Rūnanga o Ngāi Tahu - (gefunden am 4. Juli 2009)
  4. Fyffe House - Virtuel Kaikoura - (gefunden am 4. Juli 2009)
  5. A House in its Setting - Historic Places Trust - (gefunden am 4. Juli 2009)
  6. Marine Mammals Protection Act 1978 - New Zealand Legislation - (gefunden am 5. Juli 2009)
  7. History - The Kaikoura Guide - (gefunden am 5. Juli 2009)
  8. Communities for Climate Protection (CCP-NZ) - Kaikoura District Council - (gefunden am 5. Juli 2009)
  9. QuickStats About Population Mobility - Statistic New Zealand - (gefunden am 5. Juli 2009)
  10. Marine Tours & Wildlife - The Kaikoura Guide - (gefunden am 5. Juli 2009)
  11. Businesses in Kaikoura District - Statistic New Zealand - (gefunden am 5. Juli 2009)
  12. Demographic Information - Envisage Kaikoura - (gefunden am 5. Juli 2009)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaikoura (Neuseeland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien