Kalbe (Meißner)

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Kalbe
Blick von der Kalbe nach Berkatal-Frankershausen in Bildmitte

Blick von der Kalbe nach Berkatal-Frankershausen in Bildmitte

Höhe 719,5 m ü. NN
Lage Werra-Meißner-Kreis, Nordhessen, Deutschland
Osthessisches Bergland
Gebirge Bergmassiv
Hoher Meißner
Koordinaten 51° 12′ 59″ N, 9° 52′ 25″ O51.2164211111119.8737480555556719.5Koordinaten: 51° 12′ 59″ N, 9° 52′ 25″ O
Kalbe (Meißner) (Hessen)
Kalbe (Meißner)
Besonderheiten Gute Aussichtsmöglichkeit von Bergkuppe „Kalbe“ nahe ehem. „Tagebau Kalbe“

Die Kalbe ist eine 719,5 m ü. NN[1] hohe Basalt-Kuppe auf dem Hohen Meißner im Werra-Meißner-Kreis, Nordostteil von Nordhessen (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die wenig bewaldete Bergkuppe der Kalbe befindet sich im Ostteil des wuchtigen Gebirgsstocks Hoher Meißner im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. Sie erhebt sich etwa 2,5 km westlich von Meißner-Vockerode, das mit durchschnittlich 290 m ü. NN rund 430 m tiefer liegt, bzw. zirka 400 m (Entfernungen jeweils Luftlinie) südsüdöstlich des Frau-Holle-Teichs.

Ehemaliger Tagebau[Bearbeiten]

Ehemaliger „Tagebau Kalbe“ mit „Kalbesee“

Im wenige hundert Meter südwestlich der Kalbe-Kuppe gelegenen „Tagebau Kalbe“ wurde von 1949 bis 1974 übertage Braunkohle gefördert, was nach wie vor noch gut am Gelände des ehemaligen Tagebaus zu erkennen ist. (1977 verhinderte die Aktion "Rettet den Meissner" mit großer Teilnahme der Bevölkerung die Wiederaufnahme des Tagebaus.) Nachdem die Pumpen abgestellt worden waren, bildete sich in dem Tagebaurestloch, dessen recht gleichmäßig abgestufte und hohe Basaltwände beeindruckend sind, der maximal rund 30 m tiefe und etwa 20.000 m² große „Kalbesee“, der durch den Zulauf von Grund-, Oberflächen- und Niederschlagswasser entstand.

Um das mächtige, 30 bis 50 m dicke Kohleflöz frei zu legen, mussten die darüber lagernden Basaltmassen abgebaut werden. Der Abraum wurde rund um den Tagebau auf und über die Berghänge geschüttet. An den dadurch entstandenen Halden, die gut an den Hängen der Kalbe zu erkennen sind, türmen sich die Basaltbrocken stufenartig auf.

Die Basalthalde, die den Abhang von der Kalbe bis hinab zum Frau-Holle-Teich bedeckt, besteht jedoch nicht aus Abraum aus dem Tagebau, sondern ist eine sogenannte Blockhalde, wie sie auch an anderen Stellen des Meißners, z. B. hinter den Seesteinen, zu finden sind. Die Blockhalde vor der Kalbe ist der Rest eines erkalteten Lavastroms, der durch Witterungseinflüsse seine heutige Form erhalten hat und der noch immer nicht durch Vegetation besiedelt worden ist.[2]

Einsturz der Kalbe[Bearbeiten]

Beim Kohletagebau kam es 1964 an der Kalbe zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Die berühmte Meißnerspitze drohte einzustürzen. Die Bergarbeiter griffen zu einer Notlösung: Mittels dicken Steinblöcken und 2 cm dicken Seilen sollte die Kalbe festgehalten werden. Nach vier Monaten brachen die Stahlseile und die Steinblöcke stürzen in die Tiefe. Die Befürchtungen, die Kalbe würde einstürzen, bestätigten sich jedoch nicht. Heute kann man auf der Kalbe noch einige der Steinblöcke sowie ein Stück eines der Seile sehen.

Aussichtspunkt[Bearbeiten]

Der Gipfel der Kalbe ist ein guter Aussichtspunkt nach Nordosten unter anderem über Vockerode, Frankershausen und das Werratal hinweg bis zum Harz. Etwas unterhalb des Gipfels ermöglicht eine weitere Aussichtsstelle den Bilck nach Südosten zum Thüringer Wald und zur Rhön.

Ausblick vom Gipfel der Kalbe nach Nordosten

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Kalbe kann von Meißner-Vockerode kommend – über die steil ansteigende Landesstraße 3241 und im Schwalbental nach Norden auf die „L 3242“ in Richtung Kammerbach (westlicher Stadtteil von Bad Sooden-Allendorf) abbiegend – angefahren werden. Sie führt nicht direkt zur Kuppe; diese ist von Wanderparkplätzen in der Umgebung, beispielsweise am Frau-Holle-Teich, zu Fuß zu erreichen.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Interessant an Blockhalden ist, dass sie von Luft durchströmt werden, was jahreszeitlich bedingt zu einem Austausch von kalten und warmen Luftströmen mit erstaunlichen Naturerscheinungen führt (z.B. die Eisquelle beim Frau-Holle-Teich).